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Oneok-Aktie im Erdgas-Boom: Milliarden-Übernahme stärkt Wachstum

Starke Entwicklung nach Vorstellung
Redaktion
Nach unserer Erstvorstellung zu Jahresbeginn hat sich die Oneok-Aktie stark entwickelt und notiert aktuell nahe ihrem Jahreshoch gut 20% höher. Zugleich erhält der Energietitel neue operative Impulse. Steigende Erdgasnachfrage, wachsende EBITDA-Erwartungen und die Übernahme von Brazos Midstream könnten das Wachstum des Midstream-Konzerns weiter beschleunigen.

Oneok baut Position im Permian Basin aus

Oneok verfügt über ein umfangreiches Midstream-Netzwerk für die Sammlung, Verarbeitung, den Transport und die Speicherung von Erdgas und Erdgasflüssigkeiten. Die zunehmende Energienachfrage, insbesondere durch den Ausbau von Rechenzentren und künstlicher Intelligenz, schafft dabei zusätzliche Nachfrage nach der entsprechenden Infrastruktur.

Für weiteres Wachstum sorgt die vereinbarte Übernahme der Erdgasaktivitäten von Brazos Midstream für rund 4,4 Milliarden US-Dollar. Oneok übernimmt damit wichtige Sammel- und Verarbeitungsanlagen im Permian Basin und stärkt seine bereits umfangreiche Präsenz in der Region.

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Erdgasgeschäft sorgt für solide Wachstumsperspektiven

Oneok betreibt rund 60.000 Meilen an Pipelines für Erdgas, Erdgasflüssigkeiten, Rohöl und raffinierte Produkte. Ein Teil der Infrastruktur ist zudem mit Exportanlagen an der US-Golfküste verbunden, die eine wichtige Rolle beim LNG-Export spielen.

Im zweiten Quartal entfielen rund 71 Prozent des bereinigten EBITDA hauptsächlich auf Aktivitäten rund um Erdgas und Erdgasflüssigkeiten. Gleichzeitig erwartet die US-Energieinformationsbehörde für 2026 eine Erdgasnachfrage auf Rekordniveau.

Oneok hat seine EBITDA-Prognose zuletzt auf einen Mittelwert von 8,35 Milliarden US-Dollar angehoben. Zuvor hatte das Unternehmen 8,25 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt. Die aktuelle Prognose berücksichtigt die Brazos-Übernahme noch nicht.

Neue Anlagen erhöhen Verarbeitungskapazität

Die Brazos-Transaktion umfasst rund 700 Meilen Sammelleitungen in West Texas sowie Verarbeitungskapazitäten von 1,2 Milliarden Kubikfuß Erdgas pro Tag. Damit steigt Oneoks gesamte Verarbeitungskapazität im Permian Basin auf 3,5 Milliarden Kubikfuß pro Tag.

Zusätzlich übernimmt Oneok gebührenbasierte Verträge für Produktionsflächen von rund 600.000 Acres. Dort sind unter anderem ExxonMobil und Diamondback Energy aktiv.

Der Abschluss wird im vierten Quartal erwartet. Die Transaktion soll sowohl das EBITDA als auch den freien Cashflow steigern und Oneok dabei helfen, das angestrebte EBITDA-Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich fortzusetzen.

Apollo-Finanzierung verbessert die Bilanz

Ein wesentlicher Bestandteil der Transaktion ist eine Minderheitsbeteiligung von Apollo in Höhe von 9 Milliarden US-Dollar. Davon sollen 5 Milliarden US-Dollar zur Reduzierung der Schulden von Oneok eingesetzt werden.

Die niedrigere Verschuldung könnte die Bilanz des Konzerns deutlich stärken. Oneok weist aufgrund der Akquisitionen der vergangenen Jahre eine vergleichsweise hohe Verschuldung auf, sodass der geplante Schuldenabbau zusätzliche finanzielle Flexibilität schaffen kann.

Bewertung weiterhin nicht zu teuer

Das bereinigte EBITDA von Oneok hat sich seit 2020 ungefähr verdreifacht. Für 2027 wird ein EBITDA von 8,93 Milliarden US-Dollar erwartet, was auf Basis aktueller Konsensschätzungen einem Wachstum von rund 7 Prozent entspricht.

Die Aktie wird derzeit mit etwa dem 11,2-Fachen des Unternehmenswerts im Verhältnis zum EBITDA bewertet. Damit liegt die Bewertung nur rund 4 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen drei Jahre.

Zum Vergleich kommen Enterprise Products Partners auf etwa 10,7, Kinder Morgan auf 11,3 und MPLX auf 11,7. Der Durchschnitt dieser Vergleichsunternehmen liegt ebenfalls bei rund 11,2.

Sollten die zusätzlichen Permian-Anlagen das erwartete Wachstum und die geplanten Synergien liefern, könnte sich die Bewertung von Oneok entsprechend verändern. Auf Basis eines Multiplikators von 12 bis 13 ergibt sich eine rechnerische Bewertungsspanne von 103 bis 112 US-Dollar je Aktie.

Integration bleibt wichtigste operative Herausforderung

Entscheidend für die weitere Entwicklung ist die erfolgreiche Integration der Brazos-Anlagen. Oneok verfügt zwar über Erfahrung mit der Eingliederung übernommener Unternehmen, dennoch müssen die erwarteten Synergien von jährlich 80 Millionen US-Dollar bis Ende 2027 erst realisiert werden.

Auch das Dividendenwachstum bleibt für Anleger relevant. Eine deutliche Abschwächung der bisherigen Dynamik könnte die Attraktivität der Aktie für einkommensorientierte Investoren verändern. Aktuell liegt die Dividendenrendite bei gut 4,5 Prozent.

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Redaktion

Fazit

Unser Tipp im Januar hat sich als goldrichtig erwiesen. Oneok verbindet organisches Wachstum mit einer weiteren Expansion im Permian Basin und erhält durch die Apollo-Finanzierung zugleich die Möglichkeit, seine Verschuldung zu reduzieren. Die weitere Entwicklung der dividendenstarken Aktie dürfte daher wesentlich davon abhängen, wie erfolgreich das Unternehmen die neuen Anlagen integriert und die erwarteten EBITDA- und Synergieeffekte realisiert.

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