Pakistan hat den Iran zuletzt wiederholt unter Druck gesetzt, die Huthi-Rebellen im Jemen zu zügeln. Hintergrund ist die erneute Eskalation des Jemen-Konflikts, der im Zuge des Iran-Kriegs wieder aufgeflammt ist. Pakistans Armeechef Asim Munir soll bei einem Besuch in Teheran eine klare Warnung ausgesprochen haben: Die Führung dort wurde darauf hingewiesen, dass Pakistan im Fall einer Störung der Schifffahrt im Roten Meer Konsequenzen ziehen würde.
Huthi greifen Saudi-Arabien mit Raketen und Drohnen an
Die Kämpfe sind inzwischen die schwersten seit Jahren. Bei einem Angriff der Huthi-Miliz am Dienstag wurden in Saudi-Arabien mehr als 70 Menschen verletzt, darunter auch mehrere Energie-Einrichtungen getroffen. Die Miliz gab an, das Land mit Dutzenden Raketen und Drohnen angegriffen zu haben. Es sei eine Reaktion auf rund 120 saudische Luftangriffe im Jemen innerhalb von drei Tagen gewesen. Saudi-Arabien und Pakistan sind in zwei gemeinsamen Militärbündnissen verbunden. Pakistanische Luftverteidigungssysteme, die in Saudi-Arabien stationiert sind, könnten im Ernstfall gegen Huthi-Angriffe eingesetzt werden.
Teheran nutzt Huthi als strategisches Instrument
Jemen-Expertin Nadwa Dausari sieht in der Rolle des Iran ein klares Muster. Teheran versuche demnach, die Huthi ähnlich wie die Hisbollah im Libanon als Verhandlungsmasse einzusetzen. Zugleich könnten die Huthi für den Iran ein strategisches Mittel bleiben, um regionalen Einfluss auszuweiten und Macht in der Region zu projizieren.
Energiesektor und Schifffahrt im Blick
Für die Finanzmärkte dürfte diese Entwicklung relevant bleiben. Geopolitische Eskalationen im Nahen Osten treffen erfahrungsgemäß vor allem Öl- und Energieaktien sowie Reederei- und Versicherungswerte. Sollten die Huthi tatsächlich die Schifffahrtsrouten im Roten Meer stören, käme es zu erheblichen Lieferkettenunterbrechungen, was den Ölpreis nach oben treiben und Logistikkosten deutlich erhöhen könnte. Aktien von Ölproduzenten sowie Rüstungsunternehmen würden davon wohl profitieren, während Schifffahrts- und Handelsaktien unter Druck geraten.
Quelle: dpa-AFX
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