Kroger-Aktie: Rührt sie sich noch mal vom Fleck?
Umsatz schwach, Ergebnis stark
Kroger lieferte mit seinen Quartalszahlen ein insgesamt solides Zahlenwerk, das die Erwartungen der Wall Street beim Gewinn leicht übertraf. Der Umsatz lag mit 34,6 Milliarden US$ exakt auf dem Niveau des Vorjahres und nur hauchdünn unter dem Analystenkonsens.
Bereinigt um Treibstoffverkäufe lag das Wachstum bei mageren 0,2%. Im Vorjahresquartal betrug das identische Umsatzwachstum noch 3,4%. Die Eigenmarken von Kroger (wie zum Beispiel Simple Truth und Private Selection) verzeichneten erneut ein überdurchschnittliches Mengenwachstum, da preisbewusste Verbraucher vermehrt zu günstigeren Alternativen griffen.
Die Bruttomarge wurde leicht durch höhere Logistikkosten und Rabattaktionen belastet, was jedoch durch Kosteneinsparungen im Rahmen des internen Effizienzprogramms kompensiert werden konnte. Unter dem Strich übertraf der bereinigte Gewinn je Aktie mit 1,09 US$ leicht die Markterwartung von 1,06 US$.
Für das gesamte Geschäftsjahr, das noch bis zum 31. Januar 2027 läuft, ist Kroger jedoch pessimistischer geworden. Die Wachstumsprognose für die vergleichbaren Umsätze ohne Treibstoff wurde von bislang 1,0 bis 2,0% auf 0,2 bis 0,8% gesenkt.
Beim bereinigten Gewinn je Aktie peilt der Einzelhandelsriese eine Spanne von 4,30 bis 4,50 US$ an. Der Freie Cashflow soll zwischen 2,5 und 2,7 Milliarden US$ betragen.
Und noch eine wichtige Nachricht: Im Earnings Call nahm das Management auch Stellung zur geplante Übernahme von Albertsons mit einem Transaktionswert von 24,6 Milliarden US$. Das Verfahren zur kartellrechtlichen Genehmigung zieht sich weiterhin hin, Kroger zeigte sich jedoch optimistisch, die Transaktion nach Klärung aller Auflagen und geplanten Filialverkäufen erfolgreich zum Abschluss zu bringen.
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Ein hartnäckiger Seitwärtstrend
Die Kroger-Aktie steckt seit fast drei Monaten in einem hartnäckigen Seitwärtstrend fest. Die gute Nachricht: Bei 55,50 US$ scheint die Aktie einen Boden gefunden zu haben. Die schlechte: Bei 60,50 US$ endete zuletzt jeder Erholungsversuch. Angesichts der eher enttäuschenden Zahlen gehe ich von einer Fortsetzung dieses Trends aus.
Die Bewertung passt nicht zu den Zahlen
In meiner letzten Analyse der Kroger-Aktie Ende Juli habe ich Anlegern von einem Investment abgeraten. Seitdem hat sich der Aktienkurs nicht verändert.
Meine Meinung hat sich bis heute nicht verändert. Die Aktie des US-Einzelhändlers ist nach wie vor viel zu hoch bewertet. Das Forward-KGV liegt bei 11 — ein zu hoher Wert für einen Konzern, der nicht mehr wachsen kann und operativ fast gar kein Geld verdient.
In den kommenden Monaten dürfte sich an dieser Wachstumsschwäche nichts ändern. Die massiv gestiegenen Spritpreise zwingen Millionen von Konsumenten in den USA, den Gürtel bei Lebensmitteln und täglichen Verbrauchsgütern enger zu schnallen. Das bekommen alle Einzelhändler stark zu spüren.
Nur für Dividendenanleger hat die Kroger-Aktie einen gewissen Charme. Sie bietet mit ca. 2,5% nicht nur eine deutlich höhere Dividendenrendite als Wettbewerber Walmart. Auch das langfristige Dividendenwachstum von fast 13% kann sich sehen lassen.
In diesem Zusammenhang: Weitere Top-Dividendenwerte findest Du in unseren Top 10 Dividenden Picks 2026.
ℹ️ Kroger in Kürze
- The Kroger Co. (WKN: 851544), gegründet 1883, ist eine der traditionsreichsten und größten Einzelhandelsketten der USA mit Sitz in Cincinnati im Bundesstaat Ohio.
- Kroger betreibt heute ca. 2.700 Supermärkte in 35 US-Bundesstaaten und ist nach Walmart der zweitgrößte Lebensmitteleinzelhändler der USA.
- Der Konzern betreibt eine Multimarken-Strategie. Neben den Kroger-Märkten gehören dazu auch bekannte Regionalmarken wie Fred Meyer, Ralphs, King Soopers, Fry’s und Smith’s.
- Kroger ist Mitglied im S&P 500-Index und aktuell ca. 36 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Zu Anlegern, die die Kroger-Aktie wegen ihrer hervorragenden Dividendenkennzahlen kaufen wollen, würde ich nicht „Nein“ sagen. Anleger, die jedoch aufgrund erhoffter Kurssteigerungen in die Aktie einsteigen wollen, werden meiner Meinung nach enttäuscht werden. Die zu hohe Bewertung lässt in Kombination mit der Wachstumsschwäche meines Erachtens überhaupt kein Upside zu.