Intel-Aktie: +9% Plus – Jetzt könnte es richtig teuer werden
Höhere Preise sollen die Margen verbessern
Intel versucht schon seit einiger Zeit, weniger über günstige Preise Marktanteile zu verteidigen und stattdessen stärker auf Profitabilität zu schauen. Die mögliche Preiserhöhung im Oktober würde genau in diese Richtung passen. Hintergrund sind unter anderem höhere Kosten bei Speicherchips und anderen Komponenten, gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Server-CPUs ordentlich.
Für Intel wäre das natürlich wichtig, weil höhere Verkaufspreise direkt dabei helfen können, die Bruttomarge weiter zu verbessern. Im zweiten Quartal lag sie bereits wieder bei 40,4%, nach 27,5% im Vorjahr. Der Umsatz stieg gleichzeitig um 25% auf 16,1 Milliarden US$.
Auch das Data-Center- und AI-Geschäft lief deutlich besser und kam auf 6,3 Milliarden US$ Umsatz, ein Plus von 59% gegenüber dem Vorjahr. Dort profitiert Intel momentan von der hohen Nachfrage nach Rechenleistung für KI-Anwendungen.
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Analysten geben zusätzlich Rückenwind
Neben den Berichten über höhere CPU-Preise kam gestern auch noch Unterstützung von der Analystenseite. Northland Securities stufte Intel von „Market Perform“ auf „Outperform“ hoch und setzte ein Kursziel von 120 US$.
Ganz einig ist sich die Wall Street trotzdem nicht. Bank of America bleibt mit 145 US$ klar positiv, UBS liegt bei 112 US$, während Mizuho zuletzt nur 92 US$ gesehen hat. Das zeigt ziemlich gut, dass bei Intel inzwischen wieder viel Optimismus drin ist, die Erwartungen an den Turnaround aber weiterhin auseinandergehen.
Der Turnaround bekommt wieder mehr Fantasie
Der gestrige Sprung kommt auch deshalb so stark, weil Intel fundamental inzwischen wieder deutlich bessere Zahlen liefert als noch vor einigen Quartalen. Das Unternehmen meldete im zweiten Quartal das stärkste Umsatzwachstum seit mehr als 15 Jahren und hob für das dritte Quartal die Erwartungen deutlich an. Intel rechnet mit 15,8 bis 16,8 Milliarden US$ Umsatz.
Dazu kommt, dass Intel beim Foundry-Geschäft weiter Fortschritte macht. Die Sparte bleibt zwar verlustreich, der Umsatz stieg zuletzt aber deutlich und auch die Auslastung neuer Fertigungsprozesse wie 18A nimmt zu. Für Anleger bleibt das ein wichtiger Teil der Story, weil Intel hier langfristig wieder stärker gegen TSMC und andere Auftragsfertiger antreten will.
ℹ️ Intel Corporation in Kürze
- Die Intel Corporation (WKN:855681) mit Sitz im kalifornischen Santa Clara ist ein führender US-Anbieter von Halbleitern.
- In seinem Kerngeschäft mit der Herstellung von Mikroprozessoren für PCs und Laptops dominiert der Konzern 70% des weltweiten Markts.
- Das Unternehmen ist im Dow-Jones- sowie dem Nasdaq-Index gelistet und hat aktuell einen Börsenwert von rund 552,2 Milliarden US$.
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Fazit
Die mögliche Preiserhöhung und die neue Hochstufung haben der Aktie nochmal ordentlich Rückenwind gegeben. Nach einem Sprung von rund +9% wären kurzfristige Gewinnmitnahmen natürlich nichts Ungewöhnliches. Grundsätzlich sieht der Turnaround bei Intel aber inzwischen wieder deutlich besser aus. Wenn die Margen weiter anziehen und das Server-Geschäft stark bleibt, könnte die Aktie auch nach dem Kurssprung noch Luft nach oben haben.