Xpeng-Aktie: In Zukunft Roboter- statt Autobauer?

Beginn der Serienfertigung
Die Xpeng-Aktie schwächelt gewaltig. In den letzten zwölf Monaten hat sich der Kurs des chinesischen Auto- und Technologiekonzerns nahezu halbiert. Erst am Montag sank er auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Kann diese Meldung Xpeng aus dem Tal der Tränen führen oder wird sie ohne Wirkung bleiben?

Eine Führungsrolle bei humanoiden Robotern

Xpeng gab am gestrigen Dienstag bekannt, die Serienfertigung seines Roboters IRON aufgenommen zu haben. Das ist nicht irgendeine Nachricht, schließlich handelt es sich um die erste vollautomatisierte Produktionslinie für humanoide Roboter weltweit. So lief dann auch der erste IRON-Roboter eigenständig vom Band.

Bis Ende des Jahres will Xpeng die Massenproduktion automatisieren. Im kommenden Jahr startet dann der Verkauf des Roboters in China und im Ausland. Die ersten Modelle von IRON kommen auf dem Firmengelände und in den Stores von Xpeng zum Einsatz.

IRON verfügt über stattliche 76 Freiheitsgrade am Körper, davon entfallen alleine 21 auf jede Hand. Der Preis des humanoiden Roboters dürfte bei rund 40.000 € liegen.

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Vom 2- auf das 3-Jahrestief?

Das Chartbild der Xpeng-Aktie treibt einem die Tränen in die Augen. Seit November vergangenen Jahres befindet sich der Kurs mehr oder weniger auf dem absteigenden Ast.

Die Aktie ist zuletzt auf ein neues 2-Jahrestief gefallen. In diesem Tempo dürfte es nur noch eine Frage weniger Wochen sein, bis sie auf ihr 3-Jahrestief bei 3 € abstürzt.

Erfolg mit der Tesla-Strategie?

Mit dem IRON folgt Xpeng der Strategie von Tesla, das Knowhow im Automobilbereich auf die Robotik zu übertragen. Doch hinter diese Strategie möchte ich ein großes Fragezeichen stellen. Bis heute sind die vollmundigen Ankündigungen von Tesla über den hauseigenen Roboter Optimus nichts als heiße Luft geblieben. Von einem Einsatz außerhalb der Tesla-Fabriken ist bislang überhaupt nichts zu sehen.

Es wird sich zeigen, ob die Robotikentwicklung von Xpeng einen anderen Verlauf nehmen wird. Ich habe da so meine Zweifel. Größere Erwartungen an einen massenhaften Einsatz des IRON-Roboters außerhalb des Unternehmens habe ich nicht.

Zwischen zwei Stühlen

Gleichzeitig ist die Wachstumsgeschichte von Xpeng im Automobilbau zu Ende gegangen. Im letzten Quartal konnten die Chinesen ihren Absatz nicht mehr gegenüber dem Vorjahr steigern. Der Umsatz erhöhte sich nur noch um magere 8%. Auch für das laufende Quartal rechnet Xpeng nicht mehr mit einem größeren Wachstumsschub.

Das bringt die Chinesen in eine strategisch gefährliche Situation zwischen zwei Stühlen. Im Automobilbereich ist Xpeng mit einem Jahresabsatz von rund einer halben Million Einheiten viel zu klein, um langfristig im internationalen Wettbewerb mit den Branchengrößen zu bestehen.

Parallel setzt Xpeng mit der Robotik auf ein völlig neues Pferd. Zweifellos bringen Autohersteller aufgrund ihres Knowhows in den Bereichen Sensorik, Software, KI und Serienfertigung sehr gute Voraussetzungen mit, um auch erfolgreich humanoide Roboter zu bauen.

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Aber es gibt eben recht viele Autohersteller — und diese sind auf dem Gebiet der humanoiden Robotik beileibe nicht alleine. Auch etablierte Robotikunternehmen und Technologiekonzerne aus anderen Bereichen stoßen mit Volldampf in diesen gewaltig großen Zukunftsmarkt vor.

ℹ️ XPeng in Kürze

  • XPeng (kurz für Xiaopeng Motors) ist ein chinesischer Elektrofahrzeughersteller.
  • Der 2014 gegründete Autobauer produziert derzeit acht Fahrzeugmodelle, vorwiegend der Mittelklasse und SUVs.
  • Das Unternehmen mit Sitz in Guangzhou zählt mit rund 190.000 verkauften Autos (2024) zu den kleineren chinesischen Herstellern.
  • An der Börse ist XPeng mit ca. 10,5 Milliarden US$ bewertet.

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Fazit

Für die Xpeng-Aktie bedeutet das meiner Meinung nach nichts Gutes. Im Autobau scheinen die Chinesen für immer ein kleiner bis maximal mittelgroßer Hersteller zu bleiben.

In der humanoiden Robotik hat Xpeng zweifellos eine Führungsrolle bei der Kommerzialisierung übernommen. Aber ich habe so meine Zweifel, dass der chinesische Tech-Konzerne angesichts des massiven Wettbewerbs diese Position auf Dauer verteidigen kann.