Fresenius-Aktie +5%: Geht da noch mehr?
Kaufempfehlung durch eine Großbank
Haupttreiber für den heutigen Kursanstieg der Fresenius-Aktie ist eine frische Kaufempfehlung der Schweizer Großbank UBS. Sie sieht mit einem Kursziel von 56 € ein Upside von ca. +25% für die Aktie.
Die UBS-Analysten halten die Sorgen um das US-Geschäft mit dem wichtigen Biosimilar Tyenne für völlig überzogen. Die Belastung für das operative Konzernergebnis kalkulieren sie auf gerade einmal 0,3%.
Hintergrund dieser Geschichte ist ein landesweiter freiwilliger Rückruf einer Charge von Tyenne-Injektionsfläschchen in den USA durch die Fresenius-Tochter Kabi. Grund war der Befund von Glaspartikeln in den Vials. Dieser Rückruf führte zu Sorgen vor Reputationsschäden bei US-Kliniken sowie zu potenziellen Unterbrechungen der Lieferkette.
Gleichzeitig gilt der US-Biosimilar-Markt zwar als profitabel, aber hochkompetitiv. Bei Tocilizumab-Biosimilars drängen mehrere Pharmafirmen gleichzeitig auf Verträge mit Krankenkassen.
Der Markthochlauf in den USA erfordert zudem hohe Vertriebs- und Marketinginvestitionen. Investoren beobachten deshalb kritisch, wie schnell Tyenne nach den Qualitätsproblemen nachhaltig Marktanteile gewinnen und zur Erreichung der mittelfristigen Renditeziele beitragen kann.
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Abwärtstrend gestoppt
Durch den heutigen Kursgewinn kann die Fresenius-Aktie ihren Kursrückgang der letzten drei Wochen stoppen und springt wieder über die Marke von 45 €. Für ein neues 6-Monatshoch von über 48 € wird es aber noch mehr positive Kurskatalysatoren brauchen.
Das spricht für einen Kauf
Mit ihrer optimistischen Einschätzung der Fresenius-Aktie steht die UBS nicht alleine da. Auch andere Banken glauben mit Kurszielen in einer Spanne von 48 bis 58 € an ein weiteres Upside des DAX-Titels.
Die Zuversicht stützt sich besonders auf die operative Erholung im Kerngeschäft, vor allem in der Pharmasparte Fresenius Kabi sowie der Kliniksparte Helios, die nach den Umstrukturierungen der letzten Jahre wieder stabilere Marge und Cashflow liefern. Gleichzeitig gilt der Aufbau eines Biosimilar-Geschäfts in Europa und den USA als wichtiger mittelfristiger Kurstreiber. Und nicht zuletzt sorgen die Entflechtung von Fresenius Medical Care sowie der gezielte Abbau der Schuldenlast für eine solidere Bilanz.
Und noch ein weiterer Faktor, der für steigende Kurs spricht: Anfang der Woche kaufte Fresenius-Chef Michael Sen Aktien für knapp 200.000 €. Das ist nun wahrlich keine kursbeeinflussende Größenordnung, aber trotzdem ein nicht zu unterschätzendes positives Signal. Aktienkäufe durch Vorstände gelten an der Börse zu Recht als Vertrauensbeweis in das Potenzial des eigenen Unternehmens.
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ℹ️ Fresenius in Kürze
- Die Fresenius SE & Co. KGaA (WKN: 578560) ist ein international tätiger Gesundheitskonzern. Das Unternehmen bietet Gesundheitsprodukte und Dienstleistungen an und betreibt mit Helios das größte Krankenhausnetzwerk Europas.
- Der Hauptsitz liegt im hessischen Bad Homburg. Der Konzern ist in Deutschland, Spanien sowie in Lateinamerika tätig.
- Die Aktie ist im DAX gelistet mit einem Börsenwert von derzeit 25,5 Milliarden €.
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Fazit
Auch ich sehe weiteres Potenzial in der Fresenius-Aktie. Die Bäume werden beim Gesundheitskonzern zwar nicht in den Himmel wachsen. Das dürfte die Bewertung mit einem Forward-KGV von 12 verhindern.
Aber moderate Kurssteigerungen halte ich in den kommenden Monaten für wahrscheinlich. Defensive Gesundheitswerte mit einem starken Dividenden-Trackrecord erfreuen sich in unsicheren Zeiten zunehmender Beliebtheit.