Coca-Cola-Aktie: Kurz Dividenden abstauben, oder langfristig halten?

Schluck für Schluck zur Rente
Statt nur mit „starke Marke, Dividende und Warren Buffett“ zu argumentieren, möchte ich etwas tiefer graben, um den Wert von The Coca Cola Company zu verdeutlichen. Zugegebenermaßen habe ich mich nie für die Cola-Aktie interessiert, weil sie zu „alteingesessen” auf mich wirkte, bis ich über die Freestyle-Automaten und die neue Zuckersteuer ab 2027 las. Der Case ist teuer, aber womöglich seinen Preis wert.

Direkt das Wichtigste vorab:

Ex-Dividendentag am 15. September

Wer noch fix Dividenden in Höhe von 2,4% vom derzeitigen Kurswert abstauben möchte, was wohlgemerkt nicht wenig ist, sollte sich dessen bewusst sein, dass der Ex-Dividendentag, also der Tag, an dem man mindestens eine Aktie halten muss, um dividendenberechtigt zu sein, heute ist. Wer die Aktie danach kauft, geht bei der Quartalsdividende von 0,53 US$ je Aktie, die am 1. Oktober ausgezahlt wird, leer aus. Allerdings fällt auf den ausgeschütteten Betrag die Kapitalertragssteuer an.

Noch mehr Dividendenaktien? In Top 10 Dividenden Picks 2026 werden zehn Dividenden-Aktien vorgestellt, die durch ihre Kombination aus regelmäßigen Ausschüttungen und Aufwärtspotenzial besonders interessante Investmentchancen darstellen.

Zero Sugar, Zero Steuer 

Wie erst neulich verkündet, soll ab 2028 die Zuckersteuer in Deutschland gelten. Und das könnte sogar ein ziemlich interessanter struktureller Rückenwind für Cola sein, gerade weil das Unternehmen mit Coca-Cola Zero Sugar bereits genau auf die Produktkategorie setzt, die von einer solchen Regulierung profitieren könnte. Die zuckerfreien Varianten sind ein enormer Wachstumsmotor – Coca-Cola Zero Sugar verzeichnete im zweiten Quartal 2026 ein Volumenplus von 16%.

Coca-Cola hätte damit einen gewissen Spielraum, Zero Sugar preislich attraktiver erscheinen zu lassen, ohne selbst zwingend die Marge des Produkts reduzieren zu müssen. Und Cola kennt das Spiel, denn 116 Länder haben bereits eine Zuckersteuer auf zuckerhaltige Getränke, darunter Portugal, Frankreich, Großbritannien und Teile Südamerikas.

Die Big-Data-Goldmine

Wer sie noch nicht kennt, der sollte jetzt genauer lesen. Es gibt sogenannte Coca-Cola Freestyle-Automaten. Das sind Touchscreen-Getränkespendern, die überwiegend in der Systemgastronomie zum Einsatz kommen. Kunden klicken die Geschmäcker an, die sie heute mixen wollten, und aus Colas Sirup wird frisch eine Getränkekombination zubereitet.

Ein einziger Automat bietet über 100 bis 200 verschiedene Getränkekombinationen (z. B. Coca-Cola Zero Sprite Cherry, Fanta Peach oder Mezzo Mix Himbeere). Viele Sorten und Frucht-Geschmacksrichtungen gibt es weder im Supermarkt noch an normalen Zapfanlagen. Das ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal von Cola.

Gastronomen lieben es, weil durch das Gamification-Erlebnis Kunden bereitwillig mehr für einen Refill-Becher zahlen. Die Selbstbedienung senkt zudem die Personalkosten für das Einschenken und die kleinen kompakten Mikro-Kartuschen für die Automaten sparen Lagerplatz und Transportkosten.

Eine Big-Data-Goldmine ist es deshalb, weil Cola in Echtzeit alle Daten bekommt, welche Geschmäcker am öftesten und wo gemischt werden. So ist beispielsweise die Sorte Sprite Cherry entstanden.

Mehr, als eine langweilige Dividendenaktie

Es gibt gleich drei Argumente, die man wie ein Mantra lesen sollte, um sie endlich anzuerkennen.

  1. Asset-Light Business Model mit Top-Margen: Coca-Cola hat sein Abfüllgeschäft größtenteils an unabhängige Partner ausgegliedert. Das Unternehmen konzentriert sich auf das margenstarke Konzentratgeschäft, Marktentwicklung und Brand-Marketing. Das Resultat sind eine hervorragende operative Marge von rund 35% und ein Bruttomarge von über 63%. 
  2. Cashflow-King: Bei einem erwarteten freien Cashflow von ca. 12,4 Milliarden US$ für das Gesamtjahr 2026 ist die Dividendenausschüttung bestens abgesichert und lässt Spielraum für weiteres Wachstum. Die Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA liegt mit etwa 1,4x deutlich unter dem eigenen Zielkorridor von 2,0–2,5x.
  3. Defensiver Burggraben in inflationärem/unsicherem Umfeld: Die Marke Coca-Cola besitzt eine extrem hohe Kundenloyalität. Verbraucher verzichten bei steigenden Lebenshaltungskosten eher auf andere Konsumgüter als auf ihr bevorzugtes Erfrischungsgetränk.

    ℹ️ Coca-Cola in Kürze

    • Die Coca-Cola Company (WKN: 850663) ist einer der weltweit größten Softdrink-Produzenten. Weltweit besitzt das Unternehmen rund 5.000 Rechte an Marken.
    • Alle Getränke sind alkoholfrei. Neben dem Hauptgetränk Cola gehören Erfrischungsgetränke mit und ohne Zucker, Schorlen, Eistees, Sportgetränke, Säfte, verschiedene Mineral-, Heil- und Tafelwasser sowie gekühlte, trinkfertige Kaffeespezialitäten.
    • Neben dem Hauptsitz in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia unterhält der Konzern weltweit zahlreiche Niederlassungen.
    • Coca-Cola ist Mitglied der US-Leitindizes Dow Jones Industrial und S&P 500. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 384 Milliarden US$.

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    Fazit

    Ja, die Bewertung ist mit einem 26er KGV sehr teuer. Ob das in kommender Zeit sinkt? Vermutlich nicht. Coca Cola kauft man dann, wenn man glaubt, dass es über Jahrzehnte hinweg weiterhin Preise erhöhen, Marktanteile verteidigen, Margen halten kann. Und genau das wird das Unternehmen meiner Meinung nach tun, selbst wenn uns Krisenzeiten bevorstehen.