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Cathie Wood und ARK Innovation: Klumpenrisiko mit Tesla und SpaceX

Riskante Musk-Wette
Redaktion
Cathie Wood setzt mit ihrem bekannten ARK Innovation ETF besonders stark auf die Unternehmen von Elon Musk. Tesla und SpaceX sind die beiden größten Positionen des Fonds und vereinen zusammen rund 16 Prozent des Portfolios auf sich. Nach einem deutlichen Kursrückgang bei Tesla zum Wochenschluss wird sichtbar, wie stark die Entwicklung einzelner Musk-Unternehmen inzwischen die Performance des milliardenschweren Innovationsfonds beeinflussen kann.

Zwei Musk-Konzerne an der Spitze

Der ARK Innovation ETF zählt insgesamt 47 Beteiligungen. Dennoch konzentriert sich ein erheblicher Teil des Vermögens auf wenige große Positionen. Nach den von ARK veröffentlichten täglichen Portfoliodaten entfielen zum 4. September 2026 rund 9,62 Prozent des Fondsvermögens auf Tesla . SpaceX folgte mit einem Anteil von 6,28 Prozent als zweitgrößte Position.

Zusammengenommen repräsentieren die beiden Unternehmen damit etwa 16 Prozent des Fonds. Beide Konzerne werden von Elon Musk geführt, was aus Sicht des Risikomanagements eine besondere Konstellation darstellt. Zwar handelt es sich um Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen, doch unternehmerische Entscheidungen, regulatorische Entwicklungen oder die öffentliche Wahrnehmung von Musk können sich gleichzeitig auf beide Beteiligungen auswirken.

Die drittgrößte Position des Fonds ist der Stablecoin-Anbieter Circle Internet Group mit einem Anteil von 6,06 Prozent. Insgesamt entfallen auf die zehn größten Positionen rund die Hälfte des Fondsvermögens. Der ARK Innovation ETF ist damit trotz seiner 47 Einzelwerte an der Spitze vergleichsweise stark konzentriert.

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Tesla belastet den Fonds deutlich

Besonders deutlich zeigte sich diese Abhängigkeit am Freitag. Die Tesla-Aktie verlor 5,92 Prozent und schloss bei rund 354 US-Dollar. Der ARK Innovation ETF gab am selben Tag um 1,06 Prozent nach.

Der Auslöser für den Kursrückgang lag vor allem in der Reaktion der Investoren auf eine Veranstaltung rund um Teslas Cybercab. Die Erwartungen an den Start des Robotaxi-Angebots waren offenbar hoch gewesen. Das Event fand jedoch nur auf Einladung statt, wurde nicht öffentlich übertragen und verlief ohne einen Auftritt von Tesla-Chef Elon Musk. Zudem blieben wichtige Informationen zu Preisen, Produktionskapazitäten und konkreten Plänen für eine breitere Einführung aus.

Gleichzeitig geriet das Projekt auch regulatorisch stärker in den Fokus. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Administration nahm eine Überprüfung von Teslas Selbstzertifizierung des Cybercab in den Blick. Dabei geht es um die Frage, wie ein Fahrzeug ohne Lenkrad und Pedale die geltenden bundesweiten Sicherheitsstandards erfüllt.

Ein einzelner Wert verursacht mehr als die Hälfte des Tagesverlusts

Für den ARK Innovation ETF hatte der Rückgang der Tesla-Aktie unmittelbare Folgen. Bei einem Portfolioanteil von 9,62 Prozent bedeutet ein Kursverlust von 5,92 Prozent bei Tesla rechnerisch einen negativen Effekt von rund 0,6 Prozentpunkten auf die Wertentwicklung des Fonds.

Da der gesamte ETF am Freitag um 1,06 Prozent nachgab, ging damit mehr als die Hälfte des Tagesverlusts allein auf Tesla zurück. Die Zahlen verdeutlichen, wie stark einzelne Schwergewichte die kurzfristige Entwicklung eines Fonds bestimmen können.

SpaceX entwickelte sich am selben Tag ebenfalls negativ und verlor 1,2 Prozent. Der gleichzeitige Rückgang beider Musk-Unternehmen verstärkte damit den Druck auf das Portfolio zusätzlich, auch wenn Tesla aufgrund seines deutlich höheren Gewichts den weitaus größeren Einfluss auf die Tagesperformance hatte.

Cybercab-Euphorie weicht Ernüchterung

Die Kursbewegung bei Tesla fiel besonders deutlich aus, weil die Aktie am Vortag noch von hohen Erwartungen profitiert hatte. Vor der Cybercab-Veranstaltung war der Kurs am Donnerstag um 5,4 Prozent gestiegen. Die anschließende Enttäuschung der Investoren führte jedoch zu einer schnellen Gegenbewegung.

Nach dem Rückgang am Freitag lag die Tesla-Aktie weiterhin rund 29 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Gleichzeitig bleibt die Bewertung des Unternehmens hoch. Tesla wurde nach den in der Quelle genannten Schätzungen mit dem etwa 155-Fachen des für das kommende Jahr erwarteten Gewinns gehandelt.

Eine solche Bewertung setzt voraus, dass Investoren weiterhin erhebliches Wachstum erwarten. Besonders neue Geschäftsbereiche wie autonomes Fahren und Robotaxis spielen dabei eine wichtige Rolle. Verzögerungen, regulatorische Hürden oder eine langsamer als erwartete Markteinführung könnten deshalb für die Aktie eine besondere Belastung darstellen.

SpaceX wächst rasant, schreibt aber weiter Verluste

Auch SpaceX gehört zu den zentralen Zukunftswetten von Cathie Wood. Das Raumfahrt- und Satellitenunternehmen ist nach den Angaben der Quelle erst seit wenigen Monaten an der Börse notiert und entwickelte sich seit dem Börsengang zu einer der größten Positionen im ARK Innovation ETF.

Operativ weist das Unternehmen ein starkes Wachstum auf. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz demnach auf 7,8 Milliarden US-Dollar, nachdem im Vorjahresquartal noch 4,1 Milliarden US-Dollar erzielt worden waren. Das entspricht einem Wachstum von 92 Prozent.

Besonders wichtig ist das Geschäft mit Satelliteninternet. Der Bereich rund um den Dienst Starlink erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 4,3 Milliarden US-Dollar und trug damit mehr zum Geschäft bei als die beiden übrigen Unternehmenssegmente zusammen.

Das rasante Umsatzwachstum steht allerdings weiterhin erheblichen Verlusten gegenüber. Im zweiten Quartal belief sich der Nettoverlust laut den genannten Zahlen auf 541 Millionen US-Dollar. Damit fiel der Verlust zwar geringer aus als ein Jahr zuvor, als SpaceX noch rund eine Milliarde US-Dollar verloren hatte. Im gesamten ersten Halbjahr 2026 weitete sich der Nettoverlust jedoch auf 4,8 Milliarden US-Dollar aus, verglichen mit 1,5 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum.

Hohe Bewertung erhöht die Erwartungen

Mit einem Aktienkurs von rund 148 US-Dollar lag SpaceX nur moderat über seinem Ausgabepreis. Dennoch wurde die Marktbewertung des Unternehmens in der Quelle auf rund zwei Billionen US-Dollar beziffert.

Gemessen an den Umsätzen ergibt sich damit eine äußerst ambitionierte Bewertung. Auf Basis eines auf das Gesamtjahr hochgerechneten Umsatzes aus dem zweiten Quartal würde SpaceX demnach mit einem Vielfachen von rund 64 Mal dem Jahresumsatz bewertet.

Investoren zahlen damit vor allem für zukünftiges Wachstum. Starlink, die kommerzielle Raumfahrt und weitere satellitengestützte Dienstleistungen gelten als bedeutende Wachstumstreiber. Gleichzeitig bleibt die Frage offen, wann das Unternehmen angesichts hoher Investitionen und anhaltender Verluste dauerhaft profitabel arbeiten kann.

Konzentration statt vollständiger Diversifikation

Die Struktur des ARK Innovation ETF wirft damit eine grundsätzliche Frage auf. Ein Fonds mit 47 Beteiligungen vermittelt zunächst den Eindruck einer breiten Diversifikation. Tatsächlich verteilt sich das Kapital auf zahlreiche Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen der Technologie und Innovation.

An der Spitze des Portfolios ist die Konzentration jedoch deutlich höher. Rund 16 Prozent des Fondsvermögens entfallen auf lediglich zwei Unternehmen – und beide werden von derselben Person geführt.

Für Anleger bedeutet dies, dass die Anzahl der im Fonds enthaltenen Aktien allein kein vollständiges Bild des tatsächlichen Risikos liefert. Entscheidend ist auch die Gewichtung der einzelnen Positionen und die Frage, ob sich Risiken zwischen den Unternehmen tatsächlich voneinander unterscheiden.

ARK bleibt hinter dem breiten Markt zurück

Die starke Konzentration auf einzelne Zukunftsunternehmen hat sich zuletzt auch nicht automatisch in einer überlegenen Wertentwicklung niedergeschlagen. Nach den Angaben der Quelle gewann der ARK Innovation ETF innerhalb der vergangenen zwölf Monate rund 15 Prozent an Wert.

Der breite US-Aktienmarkt, gemessen am S&P 500, legte im gleichen Zeitraum hingegen um etwa 19 Prozent zu. Die hohe Gewichtung einzelner Wachstumswerte führte damit zuletzt nicht zu einem erkennbaren Vorteil gegenüber dem Gesamtmarkt.

Cathie Woods Investmentstrategie basiert seit Jahren auf der Überzeugung, dass disruptive Technologien langfristig etablierte Geschäftsmodelle verändern werden. Tesla, autonomes Fahren, künstliche Intelligenz, Robotik, Raumfahrt und digitale Infrastruktur gehören zu den zentralen Themen dieser Strategie. Gleichzeitig kann eine solche Ausrichtung in Phasen hoher Erwartungen und ambitionierter Bewertungen zu erheblichen Kursschwankungen führen.

Die Musk-Wette wird zum zentralen Risikofaktor

Der jüngste Handelstag zeigt, wie eng die Entwicklung des ARK Innovation ETF mit seinen größten Beteiligungen verbunden ist. Tesla allein war für mehr als die Hälfte des Tagesverlusts verantwortlich. Dass SpaceX gleichzeitig die zweitgrößte Position ist und ebenfalls unter der Führung von Elon Musk steht, verstärkt die Bedeutung dieser personellen und wirtschaftlichen Konzentration zusätzlich.

Für Anleger, die den ETF als breit gestreute Wette auf Innovation betrachten, lohnt daher ein genauer Blick auf die Zusammensetzung des Portfolios. Die Zahl von 47 Beteiligungen verdeckt, dass ein erheblicher Teil des Fondsvermögens von wenigen Unternehmen und insbesondere von zwei Musk-Konzernen abhängt.

Der ARK Innovation ETF bleibt damit eine offensiv ausgerichtete Investition in wachstumsstarke Zukunftstechnologien – allerdings mit einer klaren Schwerpunktsetzung. Die Ereignisse rund um Tesla und den Cybercab zeigen zugleich, wie schnell sich hohe Erwartungen in Kursverluste verwandeln können und wie unmittelbar einzelne Schwergewichte die Entwicklung des gesamten Fonds beeinflussen.

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