BYD-Aktie: Ist der Erfolg des Autokonzerns endgültig vorbei?
Ausland hui, Inland pfui
Die nicht existente Kursreaktion der BYD-Aktie auf die jüngsten Zahlen zeigt, dass die Börse derzeit keine Impulse vom chinesischen Autokonzern erwartet. Die Zahlen für das erste Halbjahr zeigen weiterhin den Effekt des intensiven Preiskampfes auf dem chinesischen Inlandsmarkt, der jedoch durch das starke Auslandswachstum teilweise abgefedert werden konnte.
Der Umsatz von BYD ging im Jahresvergleich um 7,1% auf 344,82 Milliarden CNY zurück. Auch im zweiten Quartal verbuchte der Autohersteller einen Umsatzrückgang von 3,2%. Der Absatz ging in gleicher Größenordnung auf ca. 1,1 Millionen Fahrzeuge zurück.
Gerettet wurde die Absatzstatistik von BYD durch ein bärenstarkes Auslandsgeschäft. Im ersten Halbjahr stieg der Absatz außerhalb Chinas um fast 68% auf 792.000 Einheiten.
Ernüchternd ist hingegen der Blick auf die Ergebnisentwicklung. Die Bruttomarge konnte im ersten Halbjahr zwar leicht auf 18,9% gesteigert werden, aber der Nettogewinn brach um 20,5% auf 12,33 Milliarden CNY ein. Erwähnenswert ist jedoch, dass der Nettogewinn im zweiten Quartal um 29,8% auf 8,2 Milliarden CNY zulegen konnte.
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Bei 10,50 € ist Schluss
Seit drei Monaten schafft es die BYD-Aktie nicht mehr, nachhaltig im zweistelligen Kursbereich zu notieren. Das 3-Monatshoch bei 10,50 € scheint zu einem unüberwindbaren Hindernis geworden zu sein. Angesichts fehlender Kurskatalysatoren dürften dieser Widerstand auch weiterhin die Oberkante für den Aktienkurs darzustellen.
Ein massives Wettbewerbsproblem
Ich halte die Situation von Build Your Dreams für problematisch und empfehle die BYD-Aktie deshalb weiterhin nicht zum Kauf. Die Absatzentwicklung in China war in den letzten sechs Monaten desaströs. Die Zahl der verkauften Autos ging auf dem Heimatmarkt um 40% gegenüber dem Vorjahr zurück.
Das bedeutet für mich ganz klar, dass BYD in China ein massives Wettbewerbsproblem hat. Die Tage, in denen der Branchenprimus den Takt auf seinem Heimatmarkt angab, sind definitiv vorbei. BYD hat im ersten Halbjahr stark an Marktanteil verloren — ich fürchte, für immer.
Kompensiert wurde dieser dramatische Absatz- und Umsatzeinbruch zu Hause durch das extrem starke Wachstum im Ausland. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass BYD auf fast allen Auslandsmärkten ein Newcomer ist, bei dem man mit einem starken „Anfangswachstum“ rechnen kann.
Ich habe die Sorge, dass BYD nicht in der Lage sein wird, diese Wachstumsraten im Ausland aufrecht zu erhalten. Die amerikanischen, europäischen, japanischen und koreanischen Wettbewerber von BYD sind inzwischen in der Lage, technologisch gleichwertige Autos zu annähernd denselben Preisen anzubieten.
Hinzu kommt der knallharte Wettbewerb durch die heimischen Konkurrenten im Ausland. Auch SAIC (MG), Geely, Chery, Leapmotor, Xpeng & Co. verfolgen exakt die gleiche Strategie wie BYD. Sie alle flüchten aus dem extrem harten Wettbewerbsklima in China und suchen ihre Umsätze und Margen im Ausland. Diese Strategie wird bei allen aufgrund des nicht mehr vorhandenen Wachstums in den großen Automärkten der Welt nur bedingt aufgehen.
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ℹ️ BYD in Kürze
- BYD („Build your dreams“) (WKN: A0M4W9) ist ein chinesischer Mischkonzern, der vor allem im Bereich der Herstellung von Akkumulatoren und Automobilen tätig ist.
- Der im chinesischen Shenzhen ansässige Konzern stieg 2023 zum weltgrößten Hersteller von Elektroautos auf.
- Mit einer Marktkapitalisierung von rund 97 Milliarden € zählt BYD zu den wertvollsten Konzernen Chinas.
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Fazit
Ich sehe vor diesem Hintergrund keine positive Zukunft mehr für die BYD-Aktie. In China ist der Autokonzern inzwischen auf dem absteigenden Ast und im Ausland werden die Bäume mittelfristig nicht in den Himmel wachsen.
Dafür ist mir eine Bewertung mit einem Forward-KGV von 19 einfach zu hoch. Ich glaube nicht, dass die BYD-Aktie in Zukunft noch zweistellige Kurse erleben wird.