Western Digital-Aktie: Dieser Speicher-Champion könnte die Konkurrenz abhängen
Starkes Wachstum trifft auf anhaltende Nachfrage
Rechenzentren für künstliche Intelligenz benötigen enorme Speicherkapazitäten. Für das Training großer Sprachmodelle werden riesige Datenmengen verarbeitet, während Anwendungen auf Basis von KI-Inferenz ebenfalls auf umfangreiche Datensätze zugreifen müssen.
Die zunehmende Bedeutung von KI-Rechenzentren verschärft deshalb die weltweite Nachfrage nach Speicherlösungen. Besonders betroffen sind Festplattenlaufwerke und NAND-basierte Solid-State-Laufwerke. Unternehmen wie Micron Technology und Sandisk profitieren bereits deutlich von diesem Trend. Western Digital hat jedoch ebenfalls erheblich zugelegt und seine Umsätze sowie Gewinne kräftig gesteigert.
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Western Digital profitiert von einem außergewöhnlichen Marktumfeld
Western Digital legte am 5. August die Ergebnisse für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor, das am 3. Juli endete. Der Jahresumsatz stieg um 36 Prozent auf 12,9 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig sorgte das günstige Verhältnis von Angebot und Nachfrage im Speichermarkt für einen deutlichen Anstieg der Profitabilität.
Die bereinigte operative Marge erhöhte sich im Geschäftsjahr 2026 um fast 13 Prozentpunkte auf 37,3 Prozent. Noch stärker entwickelte sich der Gewinn je Aktie. Auf bereinigter Basis verdoppelte er sich nahezu und stieg im vergangenen Geschäftsjahr um 104 Prozent auf 10,22 US-Dollar.
Auch für das laufende Quartal stellt das Unternehmen ein hohes Wachstum in Aussicht. Beim Umsatz erwartet Western Digital im Mittel der Prognose rund 4,1 Milliarden US-Dollar. Das entspräche einem Anstieg von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Beim bereinigten Gewinn je Aktie wird mit 4,00 US-Dollar gerechnet, was einem Zuwachs von 125 Prozent entsprechen würde.
Aufträge reichen bereits weit in die Zukunft
Besonders aussagekräftig ist die Entwicklung bei der verfügbaren Speicherkapazität. Das Management hatte bereits im Februar mitgeteilt, dass die gesamte Festplattenkapazität für 2026 ausverkauft sei.
Inzwischen führt Western Digital Gespräche über langfristige Liefervereinbarungen mit Kunden für die Jahre 2029, 2030 und sogar 2031. Das deutet darauf hin, dass Betreiber von Rechenzentren versuchen, sich frühzeitig die benötigten Speicherkapazitäten für den weiteren Ausbau ihrer KI-Infrastruktur zu sichern.
Auch die Preisentwicklung könnte Western Digital in die Karten spielen. Nach Einschätzung von Morgan Stanley könnte der aktuelle Festplattenzyklus mindestens bis 2028 andauern. Bleibt das Angebot hinter der Nachfrage zurück, könnte dies den Herstellern zusätzlichen Spielraum für Preiserhöhungen verschaffen.
Nachfrage wächst schneller als das Angebot
Morgan Stanley rechnet mit einem jährlichen Wachstum der Festplattennachfrage von 40 bis 50 Prozent. Das Angebot dürfte dagegen lediglich um 30 bis 35 Prozent pro Jahr steigen.
Diese Diskrepanz könnte insbesondere bei hochkapazitiven Nearline-Festplatten für Rechenzentren zu höheren Preisen führen. Der Preis pro Terabyte könnte nach Einschätzung der Investmentbank innerhalb der kommenden drei Jahre von derzeit etwa 15 auf 25 bis 30 US-Dollar steigen.
Für Western Digital wäre ein solches Szenario ausgesprochen günstig. Eine anhaltend hohe Nachfrage bei gleichzeitig begrenztem Angebot würde nicht nur die Auslastung erhöhen, sondern könnte auch die Margen und Gewinne weiter stützen.
Gewinnprognosen eröffnen weiteres Kurspotenzial
Die Analystenschätzungen zeichnen ein ausgesprochen optimistisches Bild. Demnach könnte sich der Gewinn je Aktie von Western Digital zwischen dem Geschäftsjahr 2026 und 2029 nahezu vervierundeinhalbfachen.
Morgan Stanley geht sogar von einer noch deutlich stärkeren Entwicklung aus und erwartet zwischen 2025 und 2028 einen möglichen Anstieg des Gewinns je Aktie um das Zehnfache.
Selbst wenn Western Digital lediglich die Konsensschätzungen erreicht und in drei Jahren einen Gewinn je Aktie von 44,83 US-Dollar erzielt, ergibt sich daraus ein erhebliches Kurspotenzial. Unter der Annahme, dass die Aktie dann mit dem für den Nasdaq 100 erwarteten Bewertungsmultiplikator von 26 gehandelt wird, ergäbe sich ein theoretischer Kurs von rund 1.165 US-Dollar.
Das entspräche gegenüber dem aktuellen Kurs einem möglichen Anstieg von rund 150 Prozent. Die Rechnung setzt allerdings voraus, dass sowohl die Gewinnprognosen als auch das angenommene Bewertungsniveau erreicht werden.
Bewertung vergleichsweise moderat
Bemerkenswert ist zudem die Bewertung der Aktie. Western Digital wird derzeit mit weniger als dem 17-Fachen der Gewinne gehandelt. Angesichts der erwarteten Gewinnsteigerungen erscheint diese Bewertung vergleichsweise moderat.
Sollte sich der Boom bei KI-Rechenzentren fortsetzen und die strukturelle Knappheit bei Speicherkapazitäten anhalten, könnte Western Digital von steigenden Preisen und einer hohen Auslastung profitieren. In Verbindung mit dem erwarteten Gewinnwachstum besteht damit die Möglichkeit, dass der Markt der Aktie künftig eine höhere Bewertung zugesteht.
ℹ️ Western Digital in Kürze
- Western Digital (WKN: 863060) mit Hauptsitz im kalifornischen San Jose ist einer der weltweit größten und traditionsreichsten Hersteller von Datenspeicherlösungen.
- Das 1970 gegründete Unternehmen hat die Evolution der Speichertechnologie von den ersten Taschenrechner-Chips bis hin zu den heutigen gigantischen Cloud-Rechenzentren maßgeblich geprägt.
- Anfang 2025 wurde das gesamte Flash- und SSD-Geschäft in das eigenständiges börsennotierte Unternehmen Sandisk ausgegliedert.
- Western Digital fokussiert sich seitdem auf sein Kerngeschäft mit mechanischen Festplatten (HDDs) und Massenspeicherinfrastruktur.
- Wichtigste Geschäftspartner von WD sind die globalen Hyperscaler, die in ihren Rechenzentren rund 80% ihrer Cloud-Daten auf mechanischen Festplatten speichern.
- Western Digital ist Mitglied in den US-Leitindizes S&P 500 und Nasdaq 100 und aktuell ca. 169 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Western Digital profitiert von einem starken Speicherzyklus, der durch den Ausbau von KI-Rechenzentren zusätzlich angetrieben wird. Bleiben Nachfrage und Preise hoch und kann das Unternehmen seine ambitionierten Gewinnziele erreichen, besitzt die Aktie trotz der im Vergleich zum Vorjahr immer noch massiv erhöhten Bewertung gerade auch im Vergleich zum Wettbewerb großes Kurspotenzial.
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