Irans Außenminister warnt jetzt: Druck wird den Konflikt eskalieren lassen
Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat sich via X zu Wort gemeldet und einen Satz in die Welt gesetzt, der diplomatisch viel bedeuten kann. "Es ist nicht unmöglich, die Diplomatie wieder auf Kurs zu bringen", schrieb er, und fügte hinzu, dass Druck schlicht nicht funktioniere. Die USA müssten Vertrauen aufbauen, respektvoll sprechen und ihre Verpflichtungen einhalten, so Araghtschi.
Diplomatische Bewegung aus der Region
Rund ein halbes Jahr nach Beginn des Iran-Kriegs steckt der Konflikt in einer Sackgasse. In den vergangenen Tagen haben mehrere Regionalstaaten spürbar mehr Energie in die Vermittlung gesteckt. Am Montag reiste eine Delegation unter Leitung des pakistanischen Armeechefs Asim Munir nach Teheran. Einen Tag später kam Omans Außenminister Badr al-Busaidi. Am Donnerstag folgte Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani, der sich persönlich mit Araghtschi traf. Drei hochrangige Besuche in wenigen Tagen, das ist kein Zufall.
Straße von Hormus als Druckmittel
Im Zentrum der Gespräche mit dem Oman stand iranischen Medienberichten zufolge die mögliche Öffnung der Straße von Hormus. Der Iran will dafür Zugeständnisse von Washington, konkret jene, die in einem Rahmenabkommen im Juni vereinbart worden waren. US-Präsident Donald Trump setzt weiter auf einen "Wirtschaftskrieg", um Teheran unter Druck zu setzen. Ob das die Verhandlungsbereitschaft stärkt oder schwächt, darf bezweifelt werden.
Was das für Anleger bedeuten könnte
Die Straße von Hormus ist eine der meistbefahrenen Schifffahrtsrouten der Welt, durch die ein erheblicher Teil des globalen Öltransports läuft. Jede Eskalation oder Entspannung in diesem Konflikt schlägt sich unmittelbar in den Ölpreisen nieder. Energieaktien, allen voran große Ölförderer, würden von einer anhaltenden Blockade profitieren, während eine diplomatische Einigung den Ölpreis unter Druck setzen dürfte. Meiner Meinung nach bleibt die Lage zu fragil, um hier klare Richtungswetten einzugehen. Solange Teheran und Washington keine verbindliche Einigung erzielen, sollte der Energiemarkt volatil bleiben. Es lohnt sich also Rohstoffaktien und entsprechende ETFs im Blick zu behalten.
Quelle: dpa-AFX
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