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BioNTech-Aktie: Im September könnte der große Durchbruch warten

Die Pipeline muss liefern
Nach starken Studiendaten von Moderna ist auch die BioNTech-Aktie deutlich angesprungen. Schon im September kann das Unternehmen nun selbst nachlegen. Dann werden neue Ergebnisse aus mehreren Krebsprogrammen vorgestellt, bei denen vor allem Pumitamig im Fokus stehen dürfte.

Moderna sorgt auch bei BioNTech für Rückenwind

Ausgerechnet ein Konkurrent hat der BioNTech-Aktie zuletzt einen kräftigen Schub gegeben. Moderna meldete gemeinsam mit Merck positive Phase-3-Daten für eine personalisierte mRNA-Krebstherapie gegen Melanome. Die Moderna-Aktie schoss daraufhin nach oben und BioNTech legte ebenfalls rund +20% zu.

Der Zusammenhang kommt nicht von ungefähr. BioNTech arbeitet selbst an verschiedenen Krebsimmuntherapien und verfolgt dabei unter anderem mRNA-basierte Ansätze. Wenn ein Konkurrent in einer großen Phase-3-Studie erfolgreich ist, sagt das zwar noch nichts über die eigenen Wirkstoffe aus. Für die Technologie insgesamt ist es aber ein ziemlich starkes Signal.

Bei Moderna erreichte die Kombination aus der personalisierten mRNA-Therapie Intismeran und Mercks Krebsmedikament Keytruda den primären Endpunkt der Phase-3-Studie. Patienten blieben länger ohne Rückkehr oder Ausbreitung ihrer Erkrankung als unter Keytruda allein. Für BioNTech kommt diese Meldung zu einem ziemlich passenden Zeitpunkt. Schon im September steht das Unternehmen selbst auf einer der wichtigsten Lungenkrebs-Konferenzen und bringt dort gleich mehrere neue Datensätze mit.

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Im September muss BioNTech mit eigenen Daten nachlegen

Vom 12. bis 15. September findet in Seoul die World Conference on Lung Cancer statt. BioNTech wird dort Ergebnisse zu mehreren Krebsprogrammen vorstellen und gerade bei Pumitamig dürfte ziemlich genau hingeschaut werden.

Der Wirkstoff gehört inzwischen zu den wichtigsten Kandidaten des Unternehmens und wird gemeinsam mit Bristol Myers Squibb entwickelt. Vereinfacht gesagt versucht Pumitamig, zwei Mechanismen miteinander zu verbinden. Über PD-L1 soll das Immunsystem wieder besser gegen den Tumor arbeiten können, während über VEGF-A ein Signal blockiert wird, das unter anderem für die Blutversorgung von Tumoren eine Rolle spielt.

BioNTech setzt mittlerweile ziemlich viel auf diesen Ansatz. Allein das Entwicklungsprogramm bei Lungenkrebs umfasst mehr als 16 laufende klinische Studien, darunter fünf Phase-3-Studien. Und im September kommt noch etwas dazu, das es in dieser Form bisher nicht gab.

Zwei wichtige Wirkstoffe werden erstmals kombiniert

BioNTech präsentiert auf der WCLC erstmals klinische Daten zur Kombination von Pumitamig und Elfetabart Drozuntecan. Hinter dem ziemlich komplizierten Namen des zweiten Wirkstoffs steckt ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, kurz ADC.

Das Prinzip dahinter ist deutlich einfacher als der Name. Der Antikörper soll bestimmte Merkmale einer Krebszelle erkennen und bringt eine daran gekoppelte Wirkstoffladung möglichst gezielt dorthin. BioNTech verbindet diesen Ansatz nun mit Pumitamig und versucht damit, den Tumor über unterschiedliche Wege anzugreifen.

Für Pumitamig könnte das langfristig eine wichtige Rolle spielen. BioNTech möchte den Wirkstoff nicht nur als einzelne Therapie entwickeln, sondern prüft ihn als mögliche Grundlage für Kombinationen mit weiteren Krebsmedikamenten. Funktioniert das, könnte sich der Einsatzbereich entsprechend vergrößern.

Auch bei Gotistobart gibt es neue Daten

Pumitamig ist allerdings nicht das einzige Programm, zu dem BioNTech im September etwas Neues zeigen will. Auch bei Gotistobart stehen aktualisierte Ergebnisse an.

Hier geht es um Patienten mit fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom der Lunge, deren Erkrankung nach einer vorherigen Immuntherapie weiter fortgeschritten ist. BioNTech will neue Daten zum Gesamtüberleben aus der Phase-3-Studie PRESERVE-003 vorstellen. Dazu kommen erste Ergebnisse zu BNT116. Die mRNA-basierte Krebsimmuntherapie wird bei operierbarem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs gemeinsam mit Cemiplimab und Chemotherapie untersucht.

Auf einer einzigen Konferenz kommen damit gleich mehrere Teile der BioNTech-Pipeline zusammen. Neben den neueren Antikörpern und Kombinationstherapien wird also auch bei den eigenen mRNA-Krebsprogrammen weitergemacht.

BioNTech hat für seine Pipeline weiterhin genügend Geld

Bei so vielen Studien spielt natürlich auch die finanzielle Seite eine Rolle. Neue Krebsmedikamente durch mehrere klinische Phasen zu bringen, kostet enorme Summen und selbst dann gibt es keine Garantie, dass am Ende tatsächlich eine Zulassung herauskommt.

BioNTech kann sich diese Entwicklung momentan allerdings leisten. Ende des zweiten Quartals verfügte das Unternehmen über rund 16,6 Milliarden € an Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und Wertpapieren.

Das gibt BioNTech die Möglichkeit, mehrere Programme parallel voranzutreiben und nicht alles vom Erfolg eines einzelnen Wirkstoffs abhängig zu machen. Geld für die Entwicklung ist also erstmal vorhanden. Umso mehr rücken jetzt die klinischen Ergebnisse in den Mittelpunkt.

ℹ️ BioNTech in Kürze

  • BioNTech (WKN: A2PSR2) ist ein deutsches Biotech-Unternehmen mit Sitz in Mainz, das auf die Entwicklung und Herstellung patientenspezifischer aktiver Immuntherapien zur Behandlung von Krebs und Infektionskrankheiten fokussiert ist.
  • In den letzten Jahren wurde das Unternehmen durch seinen Impfstoff gegen das Coronavirus (Covid-19) weltbekannt und entwickelte sich zu einem Milliardenkonzern.
  • An der Börse ist BioNTech derzeit mit rund 28,6 Milliarden US$ bewertet.

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Fazit

Die starken Moderna-Daten haben BioNTech zuletzt ordentlich Rückenwind gegeben, obwohl die eigentliche Meldung von einem Konkurrenten kam. Schon im September kann das Unternehmen nun selbst nachlegen. Dann stehen gleich mehrere neue Ergebnisse aus der Krebs-Pipeline an und vor allem Pumitamig dürfte dabei eine wichtige Rolle spielen. Geld und eine breite Pipeline sind vorhanden, jetzt müssen nach und nach die Daten zeigen, was wirklich darin steckt.