Almonty-Aktie vor dem Durchbruch im operativen Geschäft?
Sangdong beginnt endlich Geld zu verdienen
Bei Almonty dreht sich weiterhin sehr viel um die Sangdong-Mine in Südkorea. Über Jahre wurde das Projekt aufgebaut und immer wieder verschoben, mittlerweile ist man aber an einem Punkt angekommen, auf den Anleger lange gewartet haben. Seit Juni wird das zuvor geförderte Erz durch die neue Anlage verarbeitet und zu verkaufsfähigem Wolframkonzentrat aufbereitet.
Vor dem Hochfahren der Anlage hatte Almonty bereits rund 139.700 Tonnen Erz auf Lager. In der ersten Phase werden bewusst niedrigere Erzgehalte verarbeitet, während die Anlage Stück für Stück hochgefahren und optimiert wird. Später sollen dann höhere Gehalte folgen.
Damit verändert sich die Geschichte hinter Almonty langsam. Sangdong ist nicht mehr nur ein Projekt, in das viel Geld gesteckt wird, sondern beginnt tatsächlich Wolframkonzentrat zu produzieren. Sobald Phase I vollständig läuft, peilt Almonty eine Verarbeitungskapazität von rund 640.000 Tonnen Erz pro Jahr an. Mit Phase II wären später sogar bis zu 1,2 Millionen Tonnen möglich.
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Die letzten Zahlen zeigen bereits einen großen Sprung
Auch die Zahlen für das zweite Quartal waren ziemlich ordentlich. Der Umsatz sprang gegenüber dem Vorjahresquartal um 498% auf 43 Millionen Kanadische Dollar. Beim bereinigten EBITDA standen 17,6 Millionen Kanadische Dollar, nachdem ein Jahr zuvor noch ein Minus von 4,8 Millionen angefallen war. Unter dem Strich meldete Almonty einen Nettogewinn von 181,8 Millionen Kanadischen Dollar.
Beim Nettogewinn sollte man allerdings etwas vorsichtiger sein. Die enorme Verbesserung lässt sich nicht einfach eins zu eins als neuer normaler Quartalsgewinn fortschreiben. Für die nächsten Quartale wird daher viel interessanter, wie sich Umsatz und operatives Ergebnis entwickeln, wenn Sangdong immer mehr Material verarbeitet.
Finanziell steht Almonty dafür erstmal ziemlich komfortabel da. Nach der im Juni abgeschlossenen Wandelanleihe über 800 Millionen US$ lagen Ende des zweiten Quartals rund 1,2 Milliarden Kanadische Dollar an Cash in der Bilanz. Damit hat das Unternehmen ordentlich Spielraum, um Sangdong hochzufahren und weitere Projekte voranzubringen.
Almonty kauft jetzt sogar eigene Aktien zurück
Almonty hat ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 300 Millionen US$ angekündigt. Über einen Zeitraum von drei Jahren können bis zu 14,4 Millionen Aktien zurückgekauft werden, was zum Zeitpunkt der Ankündigung ungefähr 5% der ausstehenden Aktien entsprach. Die Begründung des Managements ist dabei durchaus spannend. Almonty sieht eine Lücke zwischen dem aktuellen Aktienkurs und dem Wert der eigenen Wolframprojekte beziehungsweise den langfristigen Wachstumsaussichten.
Natürlich bedeutet ein Rückkaufprogramm nicht, dass tatsächlich sofort die kompletten 300 Millionen US$ in eigene Aktien fließen. Trotzdem ist es ein ziemlich klares Signal des Managements, das sich gerade jetzt, kurz vor den ersten größeren Umsätzen aus Sangdong, offenbar mehr vom eigenen Unternehmen verspricht.
Der Wolframmarkt spielt Almonty derzeit in die Karten
Noch interessanter wird die Geschichte, wenn man etwas über Almonty hinausblickt. China dominiert die weltweite Wolframversorgung und hat seine Exportkontrollen in den vergangenen Monaten weiter verschärft. Besonders angespannt ist die Lage mittlerweile in Japan. Seit Anfang 2026 wurde laut Almonty kein chinesisches APT mehr nach Japan geliefert. APT ist ein wichtiges Zwischenprodukt, aus dem weitere Wolframprodukte hergestellt werden.
Das Thema reicht inzwischen sogar bis in den KI-Sektor. Aus Wolfram wird unter anderem Wolframhexafluorid (WF6) hergestellt, das bei der Produktion moderner Speicherchips gebraucht wird. Nach Angaben von Almonty mussten zwei japanische Hersteller ihre Produktion im Juli einstellen. Unternehmen wie Samsung und SK Hynix suchen deshalb nach alternativen Bezugsquellen.
Für Almonty kommt diese Entwicklung zu einem ziemlich günstigen Zeitpunkt. Sangdong fährt ausgerechnet jetzt hoch, während westliche Unternehmen und Regierungen versuchen, ihre Abhängigkeit von chinesischem Wolfram zu reduzieren. Dazu passt auch der im Juli ausgeweitete Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders aus der Plansee-Gruppe. Die Laufzeit wurde von 15 auf 21 Jahre verlängert, das vereinbarte Volumen um 40% erhöht und die Preise für Almonty um rund 6,3% verbessert. Der Vertrag deckt etwa 90% der geplanten Produktion aus Phase I ab.
ℹ️ Almonty Industries in Kürze
- Almonty Industries (WKN: A1JSSD) mit Sitz in Toronto, Kanada ist ein 2011 gegründetes Bergbauunternehmen. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Wolfram
- Derzeit betreibt der kanadische Rohstoffproduzent Minen in Portugal, Spanien und Südkorea.
- Die Hauptbörsen der Aktie sind die Toronto Stock Exchange und die Nasdaq; in Deutschland ist die Aktie über Tradegate handelbar. Das Unternehmen wird aktuell mit 5,27 Milliarden US$ bewertet.
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Fazit
Bei Almonty kommen derzeit einige Dinge zusammen. Sangdong fährt hoch, Wolfram bleibt knapp und finanziell steht das Unternehmen deutlich stärker da als noch vor einiger Zeit. Jetzt muss sich zeigen, wie schnell die Produktion weiter hochgefahren werden kann und ob sich das auch nachhaltig in den Zahlen widerspiegelt.