Die Übernahmefantasie ist weg. Und damit auch ein guter Teil der Kursphantasie bei Renk. Am Montag rutschte die Aktie des Augsburger Panzergetriebe-Spezialisten um 3,7 % auf 46,52 € ab, nachdem die hartnäckigen M&A-Gerüchte der vergangenen Wochen endgültig verpufften. Keine Bieterschlacht, keine Prämie, kein Aufschlag mehr.
Rekordauftragsbuch, aber wo bleibt der Umsatz?
Was bleibt, sind die nackten Zahlen. Und die erzählen eine Geschichte mit zwei Gesichtern. Das Auftragsbuch ist mit 6,9 Mrd. € so voll wie nie, das ist beeindruckend. Doch der zuletzt gemeldete Umsatz kletterte nur um magere 1,74 % auf 353,59 Mio. € und die Marge hat sich gleichzeitig halbiert. Das ist, meiner Meinung nach, der eigentliche Knackpunkt: Der Konzern sitzt auf einem Berg an Aufträgen, schafft es aber noch nicht, diesen in echte Profitabilität zu übersetzen. Während US-Rüstungskonzerne wie Lockheed Martin von Rekordhoch zu Rekordhoch eilen, tritt Renk auf der Stelle.
Was das Management verspricht
Die Jahresziele stehen. Das Management hält an einem Jahresumsatz von über 1,5 Mrd. € fest, das bereinigte EBIT soll zwischen 255 und 285 Mio. € landen. Ob das klappt, hängt davon ab, wie schnell die volle Auftragslast tatsächlich abgearbeitet wird. Immerhin steht die Finanzierung seit Juli auf solidem Boden, die Refinanzierung wurde erfolgreich abgeschlossen. Die Substanz ist also da.
Was bedeutet das für die Aktie?
Der Markt wartet. Ohne M&A-Prämie richtet sich der Blick der Anleger jetzt vollständig auf die operativen Quartalsergebnisse, konkret auf eine Margenverbesserung. Gelingt dem Management in den kommenden Quartalen die Trendwende bei der Profitabilität, dürfte die Renk-Aktie erhebliches Aufholpotenzial gegenüber der Branche besitzen. Scheitert dieser Nachweis jedoch erneut, könnten weitere Kursabgaben folgen. Der Auftragsberg allein reicht dem Markt nicht mehr.
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