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Adidas-Aktie: Ist es Zeit zum Kaufen?

Weiter im Rückwärtsgang
Die Adidas-Aktie kommt einfach nicht auf die Beine. Auch aus der vergangenen Handelswoche ist sie mit einem Minus und einem Kurs von 142,75 € herausgegangen. Fällt sie noch tiefer oder wird es Zeit zu kaufen, weil ein Aufschwung bevorstehen könnte?

Hier passt was nicht

Bei Adidas passt gerade einiges nicht zusammen. Das Geschäft wächst kräftig, die Produkte verkaufen sich und der Konzern hat seine Umsatzprognose angehoben. Trotzdem drücken Anleger weiter den Verkaufsknopf. Inzwischen notiert die Aktie sehr deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch bei 196,40 € und gefährlich nahe am 52-Wochen-Tief bei 129,95 €.

Natürlich ist das kein kleiner Rücksetzer mehr, sondern eine ausgewachsene Korrektur. Seit dem Abverkauf infolge der Zahlen Ende Juli versucht sich der Kurs an einer Bodenbildung, bislang ohne überzeugendes Ergebnis. Da half auch wenig, dass die kanadische RBC-Bank den Titel auf Outperform mit einem Kursziel von 200 € einstufte.

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Warum der Rekordumsatz nicht reicht

Wenn man sich den jüngsten Zahlenausweis genauer ansieht, reibt man sich doch etwas verwundert die Augen. Im zweiten Quartal steigerte Adidas den währungsbereinigten Umsatz um 14%. Mit 6,7 Milliarden € erzielte der Konzern einen neuen Quartalsrekord. Besonders stark liefen Fußball (kein Wunder angesichts der Weltmeisterschaft) und Running, das direkte Geschäft mit den Kunden legte ebenfalls kräftig zu.

Warum reicht der Rekordumsatz Investoren nicht und sie schicken die Adidas-Aktie in den Keller? Das Problem liegt offensichtlich hier: Der operative Gewinn wuchs lediglich um 5%. Adidas gab im Quartal deutlich mehr Geld für Marketing rund um die Fußball-WM aus. Gleichzeitig hatten Anleger nach der starken Entwicklung der vergangenen Jahre anscheinend schlicht mehr erwartet.

Analysten sind sich einig

Unter Vorstandschef Bjørn Gulden hat sich Adidas aus der tiefen Krise nach dem Ende der Yeezy-Kooperation erstaunlich schnell herausgearbeitet. Aus dieser Erfolgsgeschichte wurde an der Börse aber irgendwann eine ziemlich hohe Erwartungshaltung. Gute Zahlen reichen dann plötzlich nicht mehr.

Genau das sieht man seit Ende Juli ziemlich eindrucksvoll. Doch Anleger könnten genau deshalb jetzt aufmerken: Mittlerweile hat der Kurs nämlich so tiefe Regionen erreicht, dass kein Analyst mehr weiteres Abwärtspotenzial sieht. 15 Marktbeobachter raten laut der Plattform Marketscreener zum Kauf, 8 zum Aufstocken, 7 zum Halten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 200 €, das impliziert ein Potenzial von +40%.

Wo ich persönlich immer besonders aufmerksam werde: Selbst das niedrigste Kursziel der Analysten liegt bei 170 € und damit satte +19% über der aktuellen Notierung.

Chartbild noch nicht überzeugend

Charttechnisch sieht die Adidas-Aktie noch nicht besonders einladend aus. Nach dem Absturz Ende Juli fehlt bislang ein überzeugendes Signal, dass die Verkäufer endgültig fertig sein könnten. Das Jahrestief bei rund 130 € ist leider noch nicht weit genug entfernt, um es einfach zu vergessen.

Der Chart gibt aus meiner Sicht derzeit keinen Anlass zu glauben, dass der Boden schon gefunden sein könnte. Wer allerdings darauf wartet, dass sämtliche technischen Signale wieder grün sind, könnte auch zu spät kommen, wenn die Post abgeht.

ℹ️ Adidas in Kürze

  • Adidas mit Sitz in Herzogenaurach bei Nürnberg ist nach Nike der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt. Fast jedes Kind kennt die Marke mit den drei Streifen, die sich vor allem als Ausstatter in Leistungssport und Popkultur einen Namen gemacht hat.
  • Das Produktspektrum des Konzerns reicht von Bekleidung und Schuhen über Sportausrüstung bis zu Accessoires. Zudem werden unter Lizenz Brillen, Kosmetik und Uhren vermarktet.
  • Der Adidas ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50. An der Börse ist der Konzern aktuell knapp 25,6 Milliarden € wert.

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Fazit

Was tun mit der Adidas-Aktie? Ich finde, dass sie auf dem aktuellen Niveau eine sehr gute Kaufchance darstellt. Aus charttechnischer Sicht zwar nicht unbedingt, aber aus fundamentalen Erwägungen. Ein Kursverlust in dieser Größenordnung gegenüber dem Jahreshoch wirkt angesichts der operativen Entwicklung auf mich inzwischen zu hart.

Die Bewertung mit einem KGV von 15 ist zwar noch nicht wirklich günstig. Doch wenn Adidas beweisen kann, dass aus dem starken Umsatzwachstum wieder stärkeres Gewinnwachstum wird, dann könnten Anleger noch ihre Freude an dem Papier haben. Eine Dividendenrendite um die 2% versüßt die Wartezeit bis zu höheren Kursen.

Apropos Dividenden: Nicht jede Dividenden-Aktie bietet auch Kurspotenzial – doch einige tun es durchaus. Diese zehn Titel wurden nach beiden Kriterien ausgewählt und könnten für eine doppelte Rendite sorgen.