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Verbio-Aktie: +300% in einem Jahr – was kommt jetzt?

Eine Analyse
Die Verbio-Aktie gehört auf Jahressicht zu den größten Gewinnern im TecDAX. Vor einem Jahr notierte das Papier noch bei etwa 10 €, am Dienstag sind es aktuell etwa 31,60 €. Damit hat sich der Kurs innerhalb eines Jahres ungefähr verdreifacht. Im März wurde zwischenzeitlich sogar ein Hoch von rund 45 € erreicht. Was waren die Gründe für diese außergewöhnliche Kursentwicklung – und besitzt die Aktie nach dem starken Anstieg weiteres Potenzial?

EU geht gegen Billigimporte vor

Über einen längeren Zeitraum wurde die Geschäftsentwicklung von Verbio durch den starken internationalen Wettbewerbsdruck belastet.

Insbesondere günstige Importe von Biokraftstoffen aus China und Brasilien setzten die europäischen Hersteller unter Druck. Gleichzeitig gab es wiederholt Diskussionen über gefälschte Nachhaltigkeitszertifikaten.

Mit der Umsetzung der europäischen RED-III-Richtlinie verändern sich die Rahmenbedingungen nun zunehmend.

Ziel der neuen Regelungen ist unter anderem, die Nachhaltigkeitsanforderungen zu verschärfen und Wettbewerbsverzerrungen einzudämmen. Gleichzeitig gewinnen die Treibhausgasminderungsquoten, kurz THG-Quoten, weiter an Bedeutung.

Davon kann Verbio als europäischer Produzent profitieren.

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Ölpreis beeinflusst die Stimmung

Verbio produziert unter anderem Biodiesel und Bioethanol. Beide Produkte stehen in einem gewissen Zusammenhang mit den Preisen für fossile Energieträger.

Bioethanol wird beispielsweise Benzin beigemischt, während Biodiesel Bestandteil des europäischen Dieselmarktes ist. Steigen die Preise für fossile Kraftstoffe deutlich, können alternative Kraftstoffe wirtschaftlich attraktiver werden.

Der Anstieg der Öl- und Gaspreise im Zuge der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sorgte daher auch bei Verbio für zusätzliche Fantasie.

Nachdem sich die Lage an den Energiemärkten wieder etwas beruhigt hat, ist dieser kurzfristige Kurstreiber schwächer geworden.

Eigene Prognose übertroffen

Besonders wichtig für die weitere Entwicklung sind daher die operativen Geschäftszahlen.

Die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025/2026 zeigen eine deutlich bessere Entwicklung als zuletzt vom Management erwartet.

Im Mai hatte Verbio seine EBITDA-Prognose auf 160 bis 180 Millionen € angehoben. Grundlage war bereits die positive Entwicklung im dritten Quartal.

Nach den vorläufigen Zahlen wurde nun ein EBITDA von rund 192 Millionen € erreicht. Damit übertraf Verbio sogar die zuletzt angehobene Prognose deutlich.

Als wesentliche Gründe nennt das Unternehmen die hohe Nachfrage nach THG-Quoten und die dadurch gestiegenen Preise für entsprechende Zertifikate. Gleichzeitig entwickelte sich auch die Nachfrage nach den Biokraftstoffen positiv.

Die endgültigen Jahreszahlen sollen am 24. September veröffentlicht werden.

Bewertung

Für den starken Kursanstieg waren somit mehrere Faktoren verantwortlich. Nach einem Kursanstieg von rund +300% innerhalb eines Jahres ist allerdings bereits viel Positives im Aktienkurs enthalten.

Das gilt insbesondere für das zwischenzeitliche Hoch von etwa 45 €. Der Kursanstieg wurde zusätzlich durch die geopolitische Entwicklung und die damit verbundenen Erwartungen an die Energiemärkte verstärkt.

Für die langfristige Bewertung sind die fundamentalen Daten entscheidend. Hier kommt es auf die zukünftige Ertragslage an.

ℹ️ Verbio in Kürze

  • Die Verbio SE ist einer der führenden Bioenergieproduzenten und gleichzeitig der einzige großindustrielle Hersteller von Biodiesel.
  • Neben dem Hauptsitz in Leipzig befinden sich Produktionsstätten in Deutschland, Polen und den USA. In Indien ist eine Anlage im Bau.
  • Das im SDAX gelistete Unternehmen wird mit etwa 2 Milliarden € bewertet.

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Fazit

Nach dem Kursanstieg von etwa 10 auf zwischenzeitlich 45 € ist bei der Verbio-Aktie bereits viel Optimismus eingepreist. Kurzfristig bleibt die Aktie anfällig für Bewegungen bei den Energiepreisen und geopolitische Entwicklungen.

Dennoch hat sich die fundamentale Situation des Unternehmens deutlich verbessert. Mittelfristig halte ich Kurse von 40 € für realistisch. Bis dahin dürfte der Weg allerdings keineswegs geradlinig verlaufen.

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Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens Verbio. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.