TKMS-Aktie: Volle Kraft voraus?
Zweistelliges Wachstum erzielt
Die aktuellen Geschäftszahlen kamen nicht völlig überraschend, fielen aber dennoch besser aus als von den Marktexperten erwartet.
Aufgrund der sehr guten Auslastung stieg der Konzernumsatz in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 19% auf 1,9 Milliarden €.
Dabei entwickelten sich die einzelnen Geschäftsbereiche unterschiedlich. Bei Atlas Electronics erhöhte sich der Umsatz um 28% auf 612 Millionen €. Im Bereich Oberflächenschiffe betrug das Wachstum 11% auf 408 Millionen €. Im größten Segment, dem Bau von U-Booten, stieg der Umsatz auf rund 1 Milliarde € und damit nur moderat.
Auch die Ertragslage entwickelte sich positiv. Das bereinigte EBIT verbesserte sich um 13% auf 110 Millionen €. Besonders stark entwickelte sich die U-Boot-Sparte. Dort vervierfachte sich das EBIT auf 46 Millionen €.
Allerdings gibt es auch einen Wermutstropfen: Trotz des gestiegenen EBIT reduzierte sich die EBIT-Marge von 6,1 auf 5,8%. Als Grund nannte das Unternehmen unter anderem höhere Verwaltungskosten.
Oliver Burkhard, CEO von TKMS, erklärte:
Die jüngsten Erfolge bestätigen unsere hervorragende Positionierung als maritimes Powerhouse – sowohl national als auch international.
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Auftragseingang deutlich niedriger
Beim Auftragseingang zeigt sich ein anderes Bild. Dieser reduzierte sich von 8,3 auf 3,6 Milliarden €.
Auf den ersten Blick ist dieser Rückgang erheblich. Allerdings ist der Vergleich mit dem Vorjahr nur eingeschränkt aussagekräftig, da damals zwei besonders große Aufträge zu dem außergewöhnlich hohen Wert geführt hatten.
Entscheidend ist daher der weiterhin sehr hohe Auftragsbestand. Dieser liegt inzwischen bei rund 20,1 Milliarden € und bietet TKMS eine langfristig hohe Planungssicherheit.
Prognose erneut angehoben
Bereits mit den Zahlen zum ersten Quartal hatte TKMS seine Jahresprognose angehoben. Jetzt erfolgte eine weitere Verbesserung der Erwartungen.
Beim Umsatz wird nun ein Wachstum von 10 bis 12% erwartet. Zuvor lag die Prognose lediglich bei 2 bis 5%.
Auch bei der Profitabilität wird das Unternehmen optimistischer. Die erwartete EBIT-Marge wurde von 6 auf 6,5% angehoben. Mittelfristig soll sie auf mehr als 7% steigen.
Grundlage für diese Zuversicht ist vor allem der hohe Auftragsbestand von 20,1 Milliarden €.
Bewertung
Operativ befindet sich TKMS zweifellos auf einem guten Weg. Umsatz und EBIT steigen, die Prognose wurde erneut angehoben und der Auftragsbestand sorgt für eine hohe Visibilität der zukünftigen Geschäftsentwicklung.
Allerdings ist genau diese positive Entwicklung bereits zu einem großen Teil im Aktienkurs enthalten.
Der Umsatzanstieg war angesichts der hohen Auslastung keine große Überraschung. Auch die Verbesserung des EBIT kam nicht völlig unerwartet.
Kritischer sehe ich die Entwicklung der EBIT-Marge. Sie ist trotz des höheren Ergebnisses von 6,1 auf 5,8% zurückgegangen. Für die langfristige Bewertung ist jedoch nicht nur entscheidend, wie stark der Umsatz wächst, sondern vor allem, wie viel Gewinn daraus erwirtschaftet wird.
Der Kursanstieg bis auf 107 € war daher aus meiner Sicht übertrieben. Die anschließende Korrektur auf aktuell 97 € zeigt, dass die Anleger mittlerweile wieder stärker auf die Bewertung achten.
TKMS bleibt zudem eine sehr volatile Aktie. Selbst bei guten Nachrichten sind größere Kursbewegungen möglich.
ℹ️ TKMS in Kürze
- TKMS ist aus der Abspaltung aus dem ThyssenKrupp-Konzern entstanden. Das Unternehmen zählt zu den führenden europäischen Anbietern im militärischen Marinebereich.
- Der Hauptsitz befindet sich in Kiel, daneben unterhält der Konzern nationale Standorte in Wismar, Bremen, Hamburg und Emden. Daneben bestehen weitere internationale Standorte.
- Die TKMS-Aktie (WKN: TKMS00) wird an der Börse aktuell mit etwa 6,2 Milliarden € bewertet.
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Fazit
TKMS operativ: volle Kraft voraus. Bei der Aktie wäre ich dagegen vorsichtiger.
Beim aktuellen Kursniveau ist aus meiner Sicht jedoch bereits sehr viel Positives eingepreist. Besonders die rückläufige EBIT-Marge zeigt, dass das starke Umsatzwachstum bislang nicht vollständig in eine höhere Profitabilität umgesetzt werden kann.
Im Hinblick auf den hohen Kursanstieg halte ich das weitere Potenzial für begrenzt. Ein weiterer Rückgang ist möglich.
Übrigens: Gewisse Rohstoffe entwickeln sich zur geheimen Währung der Rüstungsindustrie – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ stellt zwei Aktien vor, die davon massiv profitieren werden.