Carl Zeiss Meditec-Aktie: Ist das die Trendwende?
Geschäftsentwicklung bleibt schwach
Die schwache Geschäftsentwicklung der vergangenen Quartale setzte sich auch im dritten Quartal fort.
Der Konzernumsatz reduzierte sich in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,9% auf 1,55 Milliarden €. Währungsbereinigt lag der Umsatz auf Vorjahresniveau.
Im größeren Segment Strategic Unit sank der Umsatz um 4,8% auf 1,2 Milliarden €. Das Segment Microsurgery entwickelte sich dagegen besser und steigerte den Umsatz um 3,8% auf 362 Millionen €. Der Anteil der wiederkehrenden Umsätze reduzierte sich leicht auf 50,9%.
Noch schwächer entwickelte sich die Ertragslage. Belastungen durch Währungsverluste und negative Einmaleffekte führten dazu, dass das bereinigte EBITDA von 177 auf 124,5 Millionen € zurückging. Die EBITDA-Marge reduzierte sich um 3,1 Prozentpunkte auf 8%. Der Gewinn je Aktie sank von 1,02 auf 0,80 €.
Insgesamt bleibt die operative Entwicklung damit weiterhin unbefriedigend.
Justus Felix Wehmer, Finanzvorstand der Carl Zeiss Meditec AG, erklärte:
Unser Fokus liegt unverändert darauf, die Profitabilität nachhaltig zu verbessern und die eingeleiteten Maßnahmen konsequent umzusetzen.
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Effizienzprogramm soll die Wende bringen
Um die Profitabilität zu steigern und das Unternehmen widerstandsfähiger aufzustellen, wurde das Programm „ProfitUp“ aufgelegt.
Ziel ist es, die jährlichen Kosten nachhaltig um mehr als 200 Millionen € zu senken. Dazu gehört auch ein Stellenabbau von 600 bis 700 Mitarbeitern.
Damit besitzt das Unternehmen einen konkreten Hebel, um die derzeit schwache Profitabilität wieder zu verbessern. Entscheidend wird allerdings sein, ob die geplanten Einsparungen tatsächlich nachhaltig in höheren Margen sichtbar werden.
Jahresprognose bestätigt
Für das restliche Geschäftsjahr erwartet der Konzern keine wesentliche Verbesserung und bestätigte deshalb seine Prognose.
Demnach soll der Konzernumsatz bei 2,15 bis 2,2 Milliarden € liegen. Im Vorjahr wurden 2,28 Milliarden € erzielt.
Bei der bereinigten EBITDA-Marge wird eine Bandbreite von 8 bis 10% erwartet. Im Vorjahr lag sie noch bei 11,6%.
Eine operative Trendwende lässt sich damit aktuell noch nicht erkennen.
Bewertung
Der jüngste Kursanstieg ist vor allem mit den eingeleiteten Effizienzmaßnahmen zu erklären. Die Anleger setzen offenbar darauf, dass das „ProfitUp“-Programm die Profitabilität in den kommenden Jahren deutlich verbessert.
Das Problem: Die positiven Auswirkungen dürften erst mit Verzögerung sichtbar werden. Aktuell zeigen die Geschäftszahlen noch keine überzeugende Verbesserung.
Entsprechend dürfte die Aktie weiterhin volatil bleiben. Sollten die nächsten Quartalszahlen erneut schwach ausfallen, sind auch wieder deutlichere Kursrückgänge möglich.
Positiv ist dagegen die Beteiligung der Carl Zeiss AG. Sie ist mit rund 59% bereits Mehrheitsaktionärin und plant, ihre Beteiligung bis 2027 um weitere 200 Millionen € aufzustocken. Das unterstreicht das langfristige Interesse des Großaktionärs am Unternehmen.
ℹ️ Carl Zeiss Meditec in Kürze
- Die Carl Zeiss Meditec (WKN: 157484) ist der Dachkonzern für die einzelnen Geschäftszweige. Nach der Übernahme der Asclepion Meditec AG (Hersteller innovativer Refraktionslaser) 2002 durch den Geschäftsbereich Ophthalmologie der Carl Zeiss AG entsteht die Carl Zeiss Meditec AG. Die beiden Schwerpunkte des Unternehmens sind Produkte für die Augenheilkunde sowie Mikrochirurgie.
- Der Konzern ist international tätig und hat seinen Hauptsitz im thüringischen Jena.
- Das im MDAX gelistete Unternehmen wird aktuell mit knapp 2,8 Milliarden € bewertet
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Fazit
Die Kurserholung von 23 auf rund 31 € könnte der Beginn einer Trendwende sein. Ob die Kurserholung nachhaltig ist, ist fraglich. Bei dem derzeitigen Kursniveau halte ich die Aktie derzeit für nicht attraktiv.
Ein fairer Einstieg sehe ich bei 27 €. Sollte das Effizienzprogramm anschließend sichtbar Wirkung zeigen, wäre mittelfristig ein Kursziel von etwa 35 € realistisch. Bis dahin sollten Anleger eher abwarten.
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