Aixtron-Aktie: Nach dem Kursabsturz wieder interessant?
Auftragseingang deutlich verbessert
Nach dem schwächeren Jahresauftakt verlief auch das zweite Quartal beim Umsatz und Ergebnis noch verhalten. Die Entwicklung entsprach jedoch den Erwartungen des Managements.
Besonders positiv entwickelte sich der Auftragseingang. Im zweiten Quartal stieg er gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 81% auf 214,5 Millionen €. Auch der Auftragsbestand erhöhte sich deutlich. Mit 457 Millionen € lag er weit über den 258 Millionen € zum Jahresende 2025.
Als wesentlichen Wachstumstreiber nennt Aixtron die hohe Nachfrage nach Anlagen für optoelektronische Anwendungen.
Der Umsatz der ersten sechs Monate sank dagegen um 30% auf 174,5 Millionen €. Im zweiten Quartal erreichte er 115 Millionen € und lag damit innerhalb der vom Unternehmen erwarteten Spanne.
Der Umsatzrückgang belastete entsprechend die Ertragslage. Das Bruttoergebnis verringerte sich von 89,9 auf 57,5 Millionen €, die Bruttomarge sank von 36% auf 33%. Beim EBIT wurde nach einem Vorjahresgewinn von 26,9 Millionen € nun ein Verlust von 7,6 Millionen € ausgewiesen.
Positiv entwickelte sich dagegen die Liquidität. Aufgrund hoher Anzahlungen erzielte Aixtron einen Free Cashflow von 162,1 Millionen €. Zusammen mit den Einnahmen aus der Wandelanleihe in Höhe von 450 Millionen € verfügt das Unternehmen über eine solide finanzielle Basis.
Vorstandschef Dr. Felix Grawert sieht das Unternehmen an einem wichtigen Wendepunkt:
Das erste Halbjahr 2026 markiert einen wichtigen Wendepunkt für Aixtron. Das starke Auftragsmomentum in der Optoelektronik schafft eine hohe Visibilität für den bevorstehenden Produktionshochlauf.
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Jahresprognose bestätigt
Trotz der schwachen Halbjahreszahlen bestätigte Aixtron die im April angehobene Jahresprognose.
Beim Umsatz wird weiterhin mit rund 560 Millionen € gerechnet, wobei eine Abweichung von jeweils 30 Millionen € nach oben oder unten möglich ist. Die Bruttomarge soll bei etwa 42% liegen, die EBIT-Marge zwischen 17 und 20%.
Damit steht fest: Die zweite Jahreshälfte muss deutlich stärker ausfallen als die ersten sechs Monate.
Bewertung
Für die weitere Kursentwicklung sind die schwachen Halbjahreszahlen zwar nicht bedeutungslos, entscheidend ist jedoch die Frage, ob Aixtron den hohen Auftragseingang tatsächlich in Umsatz und Gewinn umsetzen kann.
Der deutlich gestiegene Auftragsbestand spricht grundsätzlich dafür. Entscheidend wird nun der geplante Produktionshochlauf im zweiten Halbjahr. Gelingt dieser wie erwartet, könnte sich die Ertragslage innerhalb weniger Quartale erheblich verbessern.
Der starke Kursanstieg Anfang des Jahres und der anschließende Absturz zeigen zugleich, wie stark die Aktie von der Einschätzung der Anleger zum KI- und Halbleiterzyklus abhängig ist. Während der KI-Boom zunächst für eine hohe Nachfrage nach Technologieaktien sorgte, führte die anschließende Neubewertung des Sektors zu erheblichen Kursverlusten.
Diese hohe Abhängigkeit von der Marktstimmung wird vermutlich bestehen bleiben. Weitere Rückschläge sind daher nicht auszuschließen. Gleichzeitig könnte eine Verbesserung des Sentiments zusammen mit steigenden Umsätzen und Gewinnen zu einer deutlichen Kurserholung führen.
ℹ️ Aixtron in Kürze
- Aixtron ist ein Hersteller von CVD-Anlagen (Chemical Vapour Deposition), mit denen Bauelemente für elektronische und opto-elektronische Anwendungen auf Basis von Verbindungs- und organischen Halbleitern produziert werden.
- In einigen Bereichen gehört das Unternehmen zu den weltweit führenden CVD-Anlagenherstellern. Der Hauptsitz befindet sich in Herzogenrath.
- Das Unternehmen ist Mitglied im MDAX und im TecDAX und wird an der Börse aktuell mit rund 4,6 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Der starke Kursrückgang hat die Bewertung der Aixtron-Aktie deutlich attraktiver gemacht. Entscheidend ist nun, ob sich der hohe Auftragseingang tatsächlich in den angekündigten Produktions- und Ergebnisanstieg im zweiten Halbjahr übersetzt.
Für langfristig orientierte Anleger bietet das aktuelle Kursniveau aus meiner Sicht wieder interessante Einstiegsmöglichkeiten. Der bisherige Kursverlauf zeigt, dass bei deutlichen Kursgewinnen Teilgewinnmitnahmen sinnvoll sein können.
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