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Mercedes-Aktie: Umsatzwarnung wegen China trotz besserer Marge

Gewinnwarnung aus Fernost
Redaktion | Börse

Mercedes-Benz hat heute für das zweite Quartal Zahlen vorgelegt, die besser ausgefallen sind als von vielen Analysten befürchtet. Dennoch zeigt das Bild, das der Stuttgarter Autobauer zeichnet, deutliche Risse, vor allem mit Blick auf China.

China bleibt die offene Wunde

Der Konzernumsatz sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,3 Prozent auf 32,1 Milliarden €. Der Pkw-Absatz in China brach um 30 Prozent ein. Insgesamt verkaufte Mercedes rund 512.000 Pkw und Vans, was einem Minus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Wegen der trüben Aussichten für das China-Geschäft schrieb der Konzern auf die dortigen Gemeinschaftsunternehmen 704 Millionen € ab. Und auch der durchschnittliche Verkaufspreis je Auto fiel von 67.700 € auf 64.700 €.

Die operative Gewinnmarge im Pkw-Geschäft sank im Jahresvergleich um 1,1 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent. Von den teils zweistelligen Margen der Nachpandemie-Jahre ist Mercedes weit entfernt. Der Umsatzausblick für das laufende Jahr wurde gekappt, der Konzern erwartet nun Erlöse leicht unter Vorjahresniveau.

Vans und Finanzdienste retten das Gesamtbild

Dass trotzdem mehr Gewinn übrig bleibt, verdankt Mercedes seinem Lieferwagengeschäft und den Finanzdienstleistungen. Das Ebit legte um gut ein Fünftel auf 1,55 Milliarden € zu. Unterm Strich stieg das Konzernergebnis um 13,5 Prozent auf 1,09 Milliarden €. Das ist, meiner Meinung nach, vor allem ein Verdienst dieser Sparten, weniger ein Zeichen struktureller Stärke im Kerngeschäft.

Hinzu kommt der Verkauf von Daimler Truck-Anteilen. Im zweiten Quartal flossen dafür 417 Millionen € ein, im Juli kamen weitere rund 600 Millionen € dazu. Aktuell hält Mercedes noch 34,8 Prozent an Daimler Truck. Bis zur Hauptversammlung im kommenden Jahr plant der Konzern zudem Aktienrückkäufe im Volumen von einer weiteren Milliarde €.

Wie reagiert die Börse

Die Mercedes-Aktie legte heute im frühen Handel um fast 5 Prozent zu. Das zeigt, dass der Markt die Ergebnisse als Erleichterung wertet, nicht als Trendwende. Analyst Philippe Houchois von Jefferies sprach von insgesamt besseren Resultaten als erwartet, wies aber auf Fragen rund um die China-Abschreibung hin. Meiner Meinung nach bleibt die Aktie ein Wackelkandidat, solange der China-Gegenwind anhält und die Margen unter Druck stehen. Erst wenn CEO Ola Källenius mit der angekündigten Modelloffensive in der zweiten Jahreshälfte liefert, dürfte die Erleichterungsrally eine nachhaltigere Grundlage bekommen.

Quelle: dpa-AFX

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