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American Express-Aktie: Buy the Dip?

Quartalszahlen stark
Vincent Uhr
Die Aktie von American Express gehörte am Freitag der letzten Woche zu den großen Verlierern. Sie büße um -4,3% auf 326 US$ ein. Das Ende einer insgesamt schwachen Woche? Könnte man denken. Aber American Express hat neue Zahlen präsentiert, die eigentlich auf eine intakte und solide Erfolgsgeschichte hindeuten. Ist es daher jetzt an der Zeit, den Dip zu kaufen?

American Express: Solides Gewinnwachstum!

Wenn wir uns die Zahlen von American Express näher ansehen, so fällt mir vor allem das Gewinnwachstum auf: Netto und unterm Strich verdiente der US-amerikanische Kreditkartenkonzern 4,35 US$. Das entsprach einem Wachstum von +11% im Jahresvergleich. Nominell stieg das Nettoergebnis um +8% auf 3,11 Milliarden US$. Aktienrückkäufe verringerten die Anzahl ausstehender Aktien um -3%. Dadurch wuchs das Ergebnis je Aktie überproportional.

Getragen wurde das Gewinnwachstum von einem soliden Volumenwachstum. Der Geldbetrag, der über die Kreditkarten abgewickelt worden ist, erhöhte sich im Jahresvergleich um +9% auf 455,8 Milliarden US$. Dadurch konnte der Umsatz um +10% auf 19,63 Milliarden US$ zulegen. Wo liegt also das Problem?

In den Erwartungen und Prognosen. Analysten gingen im Durchschnitt von etwas mehr Umsatzwachstum aus. Dafür stieg das Ergebnis je Aktie stärker, als erwartet. Einen wirklichen Deal-Breaker sehe ich in den Zahlen nicht. Zumal das Gewinnwachstum bei einem so profitablen Konzern meiner Meinung nach wichtiger ist, als der Umsatz.

Bewertung nicht zu teuer

Bei einem Aktienkurs von 326 US$ wird die Aktie bei einem prognostizierten Mindest-Ergebnis je Aktie von 17,30 US$ mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von höchstens 18,9 für das Geschäftsjahr 2026 gehandelt. Das erscheint mir fair für einen Kreditkartenkonzern, der ein Ergebniswachstum im mindestens hohen einstelligen bis zweistelligen Prozentbereich halten dürfte. Auch laut der Ben-Graham-Formel, wonach ein KGV von 8,5 plus das doppelte Gewinnwachstum fair erscheint, gibt mir recht: Demnach könnte das KGV auf Basis der Zahlen für das zweite Quartal sogar bei ca. 30 liegen.

Eine solche Bewertung dürfte es bei American Express kaum geben. Denn der Kreditkartenanbieter ist aufgrund seines Geschäftsmodells vom Kaufverhalten der Verbraucher abhängig. Geben sie weniger aus, sinken Volumen, Umsatz und Gewinn durchaus auch mal. Mit einem KGV von 18,9 erscheint die Bewertung aber fair bis leicht günstig.

Hinzu kommen in vielen Jahren Aktienrückkäufe, die die Anzahl ausstehender Aktien um 2% bis 3% pro Jahr verringern. Sowie eine nette Dividende, die nicht nur zuletzt um durchschnittlich um +12% pro Jahr in den letzten 5 Jahren wuchs. Die Dividendenrendite liegt zwar bei moderaten 1,2%. Dafür verwendet der Kreditkartenkonzern aber nicht einmal ein Viertel seines Nettoergebnisses.

ℹ️ American Express in Kürze

  • Die American Express Company (WKN: 850226) gehört weltweit zu den führenden Anbietern von Kreditkarten und Zahlungsdienstleistungen. Der Konzern gibt eigene Karten heraus, betreibt ein eigenes Zahlungsnetzwerk und verdient unter anderem an Händlergebühren, Jahresgebühren, Zinsen sowie Reise- und weiteren Serviceleistungen.
  • Der Hauptsitz befindet sich in New York City (USA). American Express ist weltweit tätig und richtet sich insbesondere an zahlungskräftige Privatkundinnen und -kunden sowie Unternehmen. Zum Angebot gehören neben den bekannten Green-, Gold- und Platinum-Karten auch Geschäftskreditkarten, Firmenzahlungslösungen und Reiseangebote.
  • Die Aktie ist an der New York Stock Exchange gelistet und Bestandteil des Dow Jones Industrial Average sowie des S&P 500. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 221,47 Milliarden US-Dollar zählt American Express zu den wertvollsten börsennotierten Finanzdienstleistern der Welt. Stand: 24. Juli 2026.

Ein Tipp: Wenn Du andere starke Dividenden-Titel suchst, bei denen sich Einstiegschancen bieten: Hier findest Du zehn konkrete Kandidaten, die sowohl durch Ausschüttungen als auch durch Kurspotenzial überzeugen könnten.

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Vincent Uhr

Fazit

Die Aktie von American Express hat trotz der kleinen Delle zum Wochenende in den letzten 5 Jahren um +91% an Wert gewonnen. Seit dem Jahre 1986 liegt das Plus bei über +4.000%. Dafür gibt es Gründe: Denn der US-Kreditkartenkonzern ist ein langfristiger Dauerläufer, wenn es um profitables Wachstum geht. Die Zahlen für das zweite Quartal zeigen, dass die Entwicklung munter weitergeht. Bei der jetzigen Bewertung halte ich die Aktie für langfristig-orientierte Investoren für attraktiv.