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VW-Vorzugsaktie: Mehrjahrestief erreicht – was kommt jetzt?

Neue Geschäftszahlen
Deutschlands größter Automobilkonzern kämpft weiterhin mit erheblichen Herausforderungen. Entsprechend steht die VW-Vorzugsaktie seit Monaten unter Druck. Seit Jahresbeginn hat sie rund ein Drittel ihres Wertes verloren und notiert aktuell auf einem Mehrjahrestief bei etwa 72 €. Für Anleger stellt sich daher die Frage: Ist das bereits eine attraktive Einstiegsgelegenheit oder drohen weitere Rückschläge?

China-Geschäft belastet das Ergebnis

Der Halbjahresbericht wird vor allem vom schwachen China-Geschäft geprägt. Dort gingen die Fahrzeugauslieferungen gegenüber dem Vorjahr um rund 20% zurück. Dieser Rückgang kommt allerdings nicht überraschend, da sich der Wettbewerbsdruck durch chinesische Elektroautohersteller bereits seit Längerem deutlich verschärft.

In anderen Regionen entwickelte sich das Geschäft stabiler, sodass der weltweite Absatzrückgang teilweise kompensiert werden konnte. Insgesamt sanken die Fahrzeugauslieferungen im ersten Halbjahr jedoch um 8,4%.

Der Konzernumsatz blieb mit 158,1 Milliarden € nahezu auf Vorjahresniveau. Während das Fahrzeuggeschäft schwächer verlief, sorgten die Finanzdienstleistungen für höhere Erlöse.

Der operative Gewinn verringerte sich um 11,6% auf 5,9 Milliarden €. Belastend wirkten insbesondere Restrukturierungskosten sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Produktionsstopp des ID.4 in den USA. Bereinigt um diese Sondereffekte erreichte Volkswagen eine operative Marge von 4,3%.

Positiv entwickelte sich dagegen der Auftragseingang, der gegenüber dem Vorjahr um 12% zulegte. Insgesamt fielen die Quartalszahlen solide aus, auch wenn das Management das Marktumfeld weiterhin als herausfordernd bezeichnet.

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Umsatzprognose gesenkt

Für das Gesamtjahr bleibt Volkswagen bei der Prognose für die operative Rendite von 4 bis 5,5%. Auch beim Nettoergebnis sowie beim Netto-Cashflow hält der Konzern an seinen bisherigen Zielen fest.

Lediglich beim Umsatz wurde der Ausblick nach unten angepasst. Statt eines Wachstums von 0 bis 3% erwartet das Management nun einen Rückgang zwischen 3 und 0%. Damit trägt der Konzern der anhaltenden Nachfrageschwäche in wichtigen Märkten Rechnung.

Transformation bleibt die größte Herausforderung

Volkswagen befindet sich weiterhin in einem der größten Transformationsprozesse seiner Unternehmensgeschichte.

Neben dem zunehmenden Wettbewerbsdruck in China belasten Importzölle in den USA sowie die schwächere Nachfrage in mehreren Kernmärkten das Geschäft. Gleichzeitig muss der Konzern hohe Investitionen in Elektromobilität, Software und Digitalisierung stemmen.

Bereits beschlossene Sparmaßnahmen sehen den Abbau von rund 50.000 Stellen bis 2030 vor. Medienberichten zufolge werden inzwischen sogar deutlich umfangreichere Einsparungen diskutiert. Bis zum Jahresende soll ein erweitertes Sparprogramm verabschiedet werden, das zusätzliche Stellenstreichungen und mögliche Werksschließungen umfassen könnte.

Bewertung

Ein großer Teil der aktuellen Probleme dürfte inzwischen im Aktienkurs berücksichtigt sein. Der Rückgang beim Gewinn sowie die gesenkte Umsatzprognose führten kaum noch zu zusätzlichen Kursverlusten, da sich die Belastungen bereits seit Monaten abzeichnen.

Kurzfristig bleibt die Aktie dennoch anfällig für weitere Rückschläge. Neue Belastungen aus China, zusätzliche Restrukturierungskosten oder eine weitere Abschwächung der Weltwirtschaft könnten den Kurs nochmals unter Druck setzen.

Langfristig erscheint der eingeschlagene Sparkurs jedoch alternativlos. Gelingt es Volkswagen, die Kosten nachhaltig zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere im Elektroautogeschäft wieder zu verbessern, dürfte sich dies mittelfristig positiv auf die Ertragskraft auswirken.

Ein weiterer Pluspunkt bleibt die hohe Dividendenrendite. Mit aktuell rund 7,4% zählt die VW-Vorzugsaktie weiterhin zu den attraktivsten Dividendenwerten im DAX. Selbst bei einer niedrigeren Ausschüttung würde die Rendite im Branchenvergleich voraussichtlich überdurchschnittlich bleiben.

ℹ️ VW in Kürze

  • Die Volkswagen AG, kurz VW, (WKN: 766400) ist ein weltweit führender Hersteller von Automobilen und Nutzfahrzeugen mit einem Portfolio von zehn Automarken. Neben der Kernmarke VW gehören unter anderem Audi, Skoda, Seat, Bentley und Porsche zum Konzern.
  • Neben dem Hauptsitz in Wolfsburg unterhält der Konzern weltweit Produktionsstätten.
  • Die Marktkapitalisierung der Vorzugsaktie liegt bei ca. 37 Milliarden €.

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Fazit

Für langfristig orientierte und dividendenbewusste Anleger bietet das aktuelle Kursniveau wieder interessante Einstiegsmöglichkeiten.

Kurzfristig dürfte die Aktie jedoch von den Unsicherheiten rund um den Konzernumbau, dem schwachen China-Geschäft und möglichen weiteren Sparmaßnahmen belastet bleiben. Eine nachhaltige Kurserholung ist daher erst zu erwarten, wenn Volkswagen bei Profitabilität und Restrukturierung sichtbare Fortschritte erzielt.

Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.