ServiceNow-Aktie: Zahlen lassen die Hoffnung zurückkehren
ServiceNow wächst weiter mit mehr als 20%
ServiceNow erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 3,99 Milliarden US$. Das entspricht einem Wachstum von 24% gegenüber dem Vorjahr und lag leicht über den Erwartungen. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 0,90 US$. Analysten hatten im Durchschnitt lediglich mit 0,86 US$ gerechnet.
Noch wichtiger war die Entwicklung der Abo-Umsätze. Diese stiegen um 24,5% auf 3,88 Milliarden US$. Damit lag ServiceNow auch über dem oberen Ende der eigenen Prognose. Das Unternehmen profitierte unter anderem von einer starken Nachfrage durch US-Behörden. Ein Teil der eigentlich für das dritte Quartal erwarteten Umsätze wurde dadurch allerdings bereits in das zweite Quartal vorgezogen.
Auch die cRPO entwickelten sich besser als erwartet. Die Kennzahl umfasst vertraglich zugesicherte Umsätze, die innerhalb der kommenden zwölf Monate verbucht werden sollen. Sie stieg um 21% auf 13,2 Milliarden US$. Analysten hatten im Vorfeld mit etwa 13 Milliarden US$ gerechnet. Damit bleibt das Wachstum der bereits abgesicherten Umsätze weiterhin hoch.
Die bereinigte operative Marge erreichte 29,5% und der Free Cashflow lag bei 634 Millionen US$. ServiceNow wächst somit nicht nur weiter mit mehr als 20%, sondern bleibt auch hochprofitabel.
Weitere Investmentempfehlungen von sharedeals findest Du in unserem Report Top-Picks 2026!
KI-Geschäft überschreitet wichtige Marke
Für die positive Kursreaktion sorgte auch die Entwicklung im KI-Geschäft. ServiceNow hat im zweiten Quartal erstmals mehr als 1 Milliarde US$ an jährlichem Vertragswert mit seinen KI-Produkten erreicht. Die Zahl der Kunden, die KI-Agenten bereits produktiv einsetzen, hat sich innerhalb von neun Monaten verneunfacht.
Das ist für die Aktie besonders wichtig. ServiceNow war in den vergangenen Monaten unter Druck geraten, weil Anleger befürchten, dass neue KI-Agenten klassische Unternehmenssoftware teilweise ersetzen könnten. Dieser Sorge versucht das Unternehmen mit seiner eigenen Strategie entgegenzutreten.
ServiceNow positioniert sich dabei nicht nur als Anbieter einzelner KI-Anwendungen. Mit dem AI Control Tower will das Unternehmen eine Plattform bereitstellen, über die Firmen verschiedene KI-Agenten, Modelle und Systeme steuern können. Das Management argumentiert damit, dass Unternehmen künftig nicht weniger Software benötigen, sondern eine zentrale Ebene, über die sie ihre KI-Systeme kontrollieren und miteinander verbinden können.
Auch die Entwicklung bei größeren Kundenverträgen blieb stark. Im Quartal wurden 123 neue Abschlüsse mit einem jährlichen Vertragswert von mehr als 1 Million US$ erzielt. Das waren fast 40% mehr als im Vorjahr. Zudem verfügen inzwischen 658 Kunden über einen jährlichen Vertragswert von mehr als 5 Millionen US$.
Übrigens: KI sorgt für Disruption bei Software-Firmen. Welche Unternehmen stark betroffen sind, lest Ihr im The Unlucky Seven Report.
Ausblick bleibt nicht in allen Punkten stark
Für das dritte Quartal erwartet ServiceNow Abo-Umsätze zwischen 3,975 und 3,980 Milliarden US$. Das entspricht einem Wachstum von rund 20,5%. Der Markt hatte im Vorfeld mit ungefähr 4 Milliarden US$ gerechnet. Die Prognose fällt damit leicht schwächer aus als erhofft. Ein Teil dieser Zurückhaltung hängt allerdings damit zusammen, dass Umsätze aus dem Geschäft mit US-Behörden bereits in das zweite Quartal vorgezogen wurden.
Für das Gesamtjahr wurde die Prognose dagegen leicht angehoben. ServiceNow erwartet nun Abo-Umsätze zwischen 15,76 und 15,78 Milliarden US$. Das entspricht einem Wachstum von rund 22,5%. Die bereinigte operative Marge soll bei 31,5% liegen, die Free-Cashflow-Marge bei 35%.
Die Zahlen zeigen damit ein gemischtes Bild beim Ausblick. Das Gesamtjahr entwickelt sich etwas besser als bislang erwartet. Im dritten Quartal dürfte sich das Wachstum jedoch leicht abschwächen. Der Markt gewichtet aktuell die starken Quartalszahlen, die höhere Jahresprognose und die Fortschritte bei KI stärker als die vorsichtige Prognose für das laufende Quartal.
Aktie bleibt innerhalb der Range
Die positive Reaktion kommt nach einer schwachen Entwicklung vor den Zahlen. ServiceNow verlor am Mittwoch rund -6,5% und stand bereits zuvor über mehrere Wochen unter Druck. Nachbörslich legte die Aktie zunächst um rund +5% zu.
Charttechnisch reicht dieser Anstieg jedoch noch nicht für einen klaren Ausbruch. Die Aktie notiert weiterhin innerhalb der Range, in der sie sich bereits seit mehreren Wochen bewegt. Damit bleibt noch alles offen.
Auf der Unterseite muss sich zeigen, ob die Käufer den jüngsten Rücksetzer vollständig auffangen können. Erst wenn die obere Begrenzung der Range zurückerobert wird, würde sich das Chartbild klar verbessern. Bleibt der Kurs darunter, handelt es sich zunächst nur um eine Erholung innerhalb der bestehenden Seitwärtsbewegung.

ServiceNow-Aktie auf TradingView
ℹ️ ServiceNow in Kürze
- ServiceNow (WKN: A1JX4P) ist ein 2004 gegründeter US-amerikanisches Software-Konzern mit Sitz in Santa Clara in Kalifornien.
- Der Konzern bietet eine cloudbasierte Plattform an, um Arbeitsabläufe (Workflows) in Unternehmen zu digitalisieren und zu automatisieren.
- Basis der Plattform ist eine einzige, große Datenbank, über die alle Unternehmensprozesse abgewickelt werden können und die isolierte Software in einzelnen Abteilungen überflüssig macht.
- ServiceNow ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500; in Deutschland ist die Aktie über TRADEGATE handelbar. Der Börsenwert liegt aktuell bei ca. 91 Milliarden US$.
ServiceNow kaufen, halten oder verkaufen? Unsere zehnköpfige Redaktion berichtet regelmäßig über ServiceNow und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.
ServiceNow weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »
Fazit
ServiceNow hat starke Quartalszahlen vorgelegt. Umsatz, Gewinn und Abo-Umsätze lagen über den Erwartungen. Auch die cRPO blieben mit einem Wachstum von 21% auf einem hohen Niveau. Hinzu kommen sichtbare Fortschritte im KI-Geschäft und eine leicht höhere Prognose für das Gesamtjahr. Die vorbörsliche Erholung von mehr als +5% ist ein erstes positives Signal. Für eine größere Trendwende muss die Aktie jedoch noch aus ihrer bisherigen Range ausbrechen.