Microsoft-Aktie: Reicht dieser Anstieg für die Trendwende?
Microsoft erobert die Marke von 400 US$ zurück
Nach dem gestrigen Kursanstieg ist Microsoft wieder über den Bereich von 400 US$ gestiegen. Diese Zone hatte den Kurs zuletzt ausgebremst und kann sich nun im besten Fall wieder als Unterstützung etablieren. Dafür muss sich die Aktie in den kommenden Tagen oberhalb der Marke halten. Fällt Microsoft schnell wieder darunter, wäre der Anstieg zunächst nur eine kurze Gegenbewegung innerhalb des bisherigen Abwärtstrends.
Die eigentliche Trendwende würde sich erst oberhalb von 425 US$ abzeichnen. Dort liegt der Point of Control und damit ein Bereich, in dem Microsoft bereits über längere Zeit gehandelt wurde. Auch 2024 bewegte sich die Aktie über mehrere Monate rund um diese Zone. Entsprechend markant fällt der Widerstand aus.
Auf der Unterseite liegt die stärkste Unterstützung weiterhin bei rund 350 US$. Microsoft hat diesen Bereich bereits mehrmals angelaufen und konnte sich von dort jeweils deutlich erholen. Sollte die Aktie erneut unter 400 US$ fallen und weiter nachgeben, dürfte die Zone um 350 US$ deshalb wieder relevant werden. Solange diese Unterstützung hält, bleibt die Möglichkeit bestehen, dass sich Microsoft erneut stabilisiert und einen weiteren Anlauf auf die Widerstände startet.
Übrigens: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.

Microsoft-Aktie auf TradingView
Deutsche Bank sieht deutliches Kurspotenzial
Die Deutsche Bank hält trotz der aktuellen Zweifel an ihrer Kaufempfehlung für Microsoft fest und bestätigt das Kursziel von 550 US$. Die Analysten verweisen dabei vor allem auf den weiterhin hohen Auftragsbestand.
Belastet wird die Stimmung durch die enormen Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Diese Ausgaben drücken kurzfristig auf den Free Cashflow und sorgen für Zweifel, wann sich die Investitionen in deutlich höhere Gewinne umwandeln. Auch andere Analystenhäuser haben ihre Kursziele zuletzt wegen der steigenden KI-Ausgaben reduziert, ihre positiven Bewertungen für Microsoft aber überwiegend beibehalten.
Auf der anderen Seite wächst das operative Geschäft weiterhin kräftig. Im vergangenen Quartal stieg der Azure-Umsatz währungsbereinigt um 40%. Für das laufende Quartal stellte Microsoft ein Wachstum von 39 bis 40% in Aussicht.
Auch der kommerzielle Auftragsbestand bleibt hoch. Die sogenannten Remaining Performance Obligations beliefen sich zuletzt auf rund 627 Milliarden US$. Darin enthalten sind vertraglich zugesicherte Umsätze, die Microsoft erst in den kommenden Quartalen und Jahren verbuchen wird. Die nächsten Zahlen veröffentlicht Microsoft am Mittwoch, den 29. Juli. Dann wird sich zeigen, ob das starke Wachstum bei Azure anhält und wie sich die hohen Investitionen auf Margen und Free Cashflow auswirken.
ℹ️ Microsoft in Kürze
- Die Microsoft Corporation (WKN: 870747) ist einer der wichtigsten IT-Konzerne der Welt und der weltweit größte Softwarehersteller.
- Zu den wesentlichen Produkten des Unternehmens mit Hauptsitz in Redmond im US-Bundesstaat Washington gehören das Betriebssystem Windows, das Büro-Softwarepaket Office, die Tablet-PC-Familie Surface und die Spielekonsole Xbox. Darüber hinaus ist Microsoft der zweitgrößte Cloud-Anbieter der Welt.
- Die Microsoft-Aktie ist Mitglied im US-Leitindex Dow Jones Industrial und im Technologieindex Nasdaq 100. Mit einem Börsenwert von 2,99 Billionen US$ ist Microsoft aktuell das viertwertvollste Unternehmen der Welt.
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Fazit
Die Rückkehr über 400 US$ ist für die Microsoft-Aktie ein erstes positives Signal. Von einer bestätigten Trendwende kann aber erst gesprochen werden, wenn auch der Point of Control bei 425 US$ nachhaltig überwunden wird. Die Quartalszahlen am 29. Juli dürften zeigen, ob der Kurs diesen Bereich anlaufen kann oder erneut in Richtung der Unterstützung bei 350 US$ fällt.