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BlackBerry-Aktie nach +336% in 3 Monaten: Korrektur als Kaufchance?

Traditionsunternehmen feiert Comeback
Redaktion
Die BlackBerry-Aktie hat in den vergangenen Monaten mit einer beeindruckenden Kursentwicklung auf sich aufmerksam gemacht. Allein seit unseres Tipps im April stand zwischenzeitlich ein Kursplus von rund 250% zu Buche. Nach Jahren der Bedeutungslosigkeit sorgen eine beschleunigte Geschäftsentwicklung, steigende Profitabilität und neue Chancen im Bereich Künstliche Intelligenz wieder für Optimismus bei Anlegern. Die jüngste Korrektur eröffnet nun neue Einstiegschancen.

Vom Smartphone-Pionier zum Softwareanbieter

BlackBerry, einst unter dem Namen Research In Motion bekannt, gehörte in den 2000er-Jahren zu den erfolgreichsten Technologieunternehmen der Welt. Mit dem Siegeszug des iPhones und der Smartphone-Revolution verlor das Unternehmen jedoch seine führende Marktposition. Über viele Jahre spielte die Aktie kaum noch eine Rolle. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich das Bild jedoch deutlich verändert. Der Kurs legte um mehr als 126 Prozent zu, nachdem im April eine starke Aufwärtsbewegung eingesetzt hatte. Nach den jüngsten Quartalszahlen und der Hauptversammlung Ende Juni stellt sich erneut die Frage, ob BlackBerry vor einer nachhaltigen Erholung steht.

Übrigens: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.

QNX soll langfristig zum Wachstumstreiber werden

Während BlackBerry früher vor allem mit Hardware erfolgreich war, konzentriert sich das Unternehmen inzwischen vollständig auf Softwarelösungen. Eine Schlüsselrolle übernimmt dabei die Plattform QNX, die künftig einen wesentlichen Beitrag zum Wachstum leisten soll.

Ende Mai veröffentlichte BlackBerry eine Studie, nach der Software derzeit den größten Engpass für Innovationen im Bereich Robotik darstellt. Das Unternehmen sieht darin erhebliche Chancen, insbesondere im Umfeld der sogenannten physischen KI. Gemeinsam mit Branchenpartnern wie NVIDIA arbeitet BlackBerry daran, seine Software in zahlreichen Industrien zu etablieren. QNX bildet die technologische Grundlage für Anwendungen in der Robotik, der Automobilindustrie, Medizintechnik, industriellen Steuerungstechnik, im Nutzfahrzeugbereich sowie in der Luft- und Raumfahrt und im Verteidigungssektor.

Parallel dazu treibt BlackBerry die internationale Expansion voran. Gemeinsam mit der Universiti Kebangsaan Malaysia wurde ein wichtiger Meilenstein einer mehrjährigen Partnerschaft erreicht. Die Universität ist die erste Hochschule innerhalb der ASEAN-Staaten, die das QNX-Everywhere-Programm sowie das Betriebssystem von BlackBerry in den Lehrplan integriert. Dadurch entsteht langfristig ein qualifizierter Nachwuchs an Fachkräften, der die Verbreitung der Plattform unterstützen dürfte. Kurzfristige Umsatzimpulse sind daraus allerdings kaum zu erwarten.

Sicherheitslösungen profitieren vom KI-Zeitalter

Neben QNX entwickelt sich auch das Geschäft mit sicheren Kommunikationslösungen zunehmend positiv. Angesichts wachsender Cyberbedrohungen durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz steigt weltweit die Nachfrage nach leistungsfähigen Sicherheitslösungen.

Ein wichtiger Erfolg gelang Ende Mai mit der erneuten FedRAMP-High-Zertifizierung für BlackBerry AtHoc. Damit erfüllt die Plattform weiterhin die hohen Sicherheitsanforderungen der US-Regierung und bleibt für lukrative staatliche Aufträge qualifiziert.

Ende Juni stellte BlackBerry zudem umfangreiche Erweiterungen für AtHoc vor. Neue Integrationen verbinden die Plattform mit bestehenden Identitäts- und Kollaborationssystemen von Unternehmen und ermöglichen dadurch schnellere und besser koordinierte Reaktionen in Krisensituationen. Die zunehmende Verbreitung KI-gestützter Bedrohungen dürfte den Bedarf an solchen Lösungen zusätzlich erhöhen. Sowohl Unternehmen als auch Behörden investieren verstärkt in moderne Kommunikations- und Sicherheitsinfrastrukturen.

Starkes Quartal signalisiert beschleunigtes Wachstum

Die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 markieren einen deutlichen Fortschritt. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 26 Prozent auf 152,9 Millionen US-Dollar. Eine vergleichbare Wachstumsdynamik hatte BlackBerry seit mehreren Jahren nicht mehr erreicht.

Alle Geschäftsbereiche trugen zu dieser Entwicklung bei. Der Umsatz von QNX legte um 26 Prozent zu, das Segment Secure Communications wuchs um 24 Prozent und das Lizenzgeschäft erzielte mit einem Plus von 49 Prozent sogar den stärksten Zuwachs. Gleichzeitig übertraf BlackBerry die durchschnittlichen Analystenschätzungen beim Umsatz um mehr als 15 Millionen US-Dollar und lieferte damit eine deutliche positive Überraschung.

Deutlich höhere Margen stärken Ertragskraft

Neben dem Umsatz entwickelte sich auch die Profitabilität erfreulich. Die bereinigte Bruttomarge stieg innerhalb eines Jahres um rund vier Prozentpunkte auf 78,6 Prozent. Sämtliche Geschäftsbereiche konnten ihre Margen verbessern, was auf eine erfolgreiche Kostenkontrolle und einen steigenden Anteil margenstarker Softwareerlöse hindeutet.

Auch beim bereinigten EBITDA machte BlackBerry große Fortschritte. Die EBITDA-Marge erhöhte sich auf 24 Prozent und lag damit zwölf Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Gleichzeitig konnte das bereinigte operative Ergebnis nahezu verdreifacht werden. Das Unternehmen profitiert zunehmend von Skaleneffekten, da das Umsatzwachstum deutlich schneller ausfällt als der Kostenanstieg.

Beim bereinigten Gewinn je Aktie erreichte BlackBerry 0,04 US-Dollar. Das entspricht einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahr und lag zudem über den Erwartungen des Marktes.

Prognose bestätigt positiven Trend

Nach dem starken Jahresauftakt hob BlackBerry seine Prognose für das Gesamtgeschäftsjahr 2027 an.

Beim Umsatz rechnet das Unternehmen nun mit 594 bis 621 Millionen US-Dollar. Der Mittelwert entspricht einem Wachstum von rund elf Prozent. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte das Umsatzplus lediglich drei Prozent betragen, sodass sich das Wachstumstempo deutlich beschleunigen dürfte.

Für das bereinigte EBITDA erwartet BlackBerry 119 bis 139 Millionen US-Dollar. Der Mittelwert liegt rund 20 Prozent über dem Vorjahresniveau und signalisiert weitere Verbesserungen bei Effizienz und Profitabilität.

Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie geht das Management von weiterem Wachstum aus. Der Mittelwert der Prognose von 0,18 US-Dollar würde einem Anstieg von rund 13 Prozent entsprechen. Insgesamt sprechen die neuen Jahresziele dafür, dass sich die operative Entwicklung nachhaltig verbessert.

Bewertung bleibt anspruchsvoll

Trotz der operativen Fortschritte ist die Bewertung inzwischen ambitioniert. Das erwartete Kurs-Umsatz-Verhältnis war zwischenzeitlich auf über 12 gestiegen und liegt aktuell bei rund 8,4. Damit notiert die Aktie deutlich über ihrem historischen Durchschnitt und wird auch im Vergleich zu vielen Unternehmen der IT-Branche mit einem hohen Aufschlag bewertet.

Demgegenüber stehen jedoch langfristige Wachstumsperspektiven. Sowohl QNX als Plattform für Robotik und industrielle KI-Anwendungen als auch das Geschäft mit sicheren Kommunikationslösungen profitieren von strukturellen Trends, die sich über viele Jahre fortsetzen könnten. Gleichzeitig sprechen die jüngsten Quartalszahlen und die angehobene Jahresprognose dafür, dass sich die operative Entwicklung bereits nachhaltig verbessert.

Langfristige Chancen überwiegen kurzfristige Risiken

Kurzfristig bleibt nach der starken Rally eine weitere Rückschlaggefahr bestehen. Ein Teil der positiven Erwartungen dürfte bereits im Aktienkurs eingepreist sein.

Auf längere Sicht bietet BlackBerry jedoch attraktive Perspektiven. Das Unternehmen verfügt über zwei Geschäftsbereiche, die unmittelbar von der zunehmenden Digitalisierung und dem Einsatz Künstlicher Intelligenz profitieren. Gelingt es, das aktuelle Wachstumstempo beizubehalten, könnte sich die positive Entwicklung der vergangenen Quartale fortsetzen.

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Redaktion

Fazit

Der Kurs der BlackBerry-Aktie konnte sich nach unserer positiven Einschätzung im April zu Kursen unter 4,00 US-Dollar bereits vervielfachen. Es lässt sich festhalten, dass der Konzern seinen tiefgreifenden Umbau zunehmend in operative Erfolge ummünzt. Trotz der inzwischen anspruchsvollen Bewertung sprechen die verbesserten Geschäftszahlen und die langfristigen Wachstumstreiber dafür, dass die Aktie für langfristig orientierte Anleger weiterhin interessant bleibt.

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