Xpeng-Aktie: Warum will sie keiner mehr haben?

-50% in 12 Monaten
Der Motor der Xpeng-Aktie stottert gewaltig. In den letzten zwölf Monaten hat sich der Börsenwert des chinesischen Autokonzerns halbiert und auch am Montagvormittag setzt die Aktie ihren Abwärtstrend fort und fällt auf ein neues 12-Monatstief. Warum wollen Anleger nichts mehr mit der Xpeng-Aktie am Hut haben? Und machen sie einen Fehler?

Enttäuschende Zahlen

Xpeng veröffentlichte zum Wochenbeginn seine Zahlen für das abgelaufene zweite Quartal und sie fielen eher enttäuschend aus. Die Wachstumsgeschichte der Chinesen hat sich deutlich abgeflacht und bei Umsatz und Ergebnis lagen die Zahlen unter dem Erwartungen der Analysten.

Der Umsatz von Xpeng stieg im letzten Quartal nur um 8% auf 19,74 Milliarden CNY. Damit verfehlte der Autohersteller die Konsensschätzung der Analysten von 20,57 Milliarden CNY recht deutlich. Die Zahl der ausgelieferten Autos erhöhte sich auf Jahressicht nur minimal um 0,1% auf 103.300.

Positiv zu vermerken ist, dass sich die Bruttomarge des Konzerns von 17,3% im Vorjahresquartal auf 20,7% im letzten Quartal erhöhte. Negativ ist jedoch, dass die reine Fahrzeugmarge mit 12,1% immer noch auf dem Niveau des Vorjahres lag.

Für die größte Enttäuschung sorgte Xpeng jedoch beim Ergebnis. Der Nettoverlust verdreifachte sich gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres auf -1,34 Milliarden CNY. Besonders auffällig ist der starke Anstieg der F&E-Ausgaben. Sie kletterten um 32% auf 2,91 Milliarden CNY. Xpeng investiert demnach weiterhin massiv in neue Fahrzeuge und Technologien, kann damit aber bislang kein Geld verdienen.

Für das laufende dritte Quartal rechnet der Autobauer mit einem Anstieg des Absatzes auf 115.000 bis 121.000 Fahrzeuge. Der Umsatz wird in einer Spanne von 21,7 bis 23,4 Milliarden CNY erwartet.

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Eine gute Nachricht, aber nicht über Autos

Während das Autogeschäft recht mühsam läuft, sorgte Xpeng allerdings mit seiner Robotiksparte für eine gute Nachricht. Die Robotiktochter Dogotix erhielt 900 Millionen US$ an frischem Kapital und wird damit (post-money) mit rund 6,3 Milliarden US$ bewertet. Beteiligt waren an der Finanzierungsrunde die VC-Investoren IDG Capital und Gaorong Venture sowie die strategischen Investoren Alibaba und Tencent.

Xpeng behält weiterhin die Mehrheit an Dogotix. Das Geld soll in die weitere Entwicklung von Software und Hardware und das Training physischer KI-Modelle fließen. Bis Ende des Jahres ist der Start der Serienproduktion des konzerneigenen humanoiden Roboters IRON geplant. Er soll zuerst in den Stores und Fabriken von Xpeng zum Einsatz kommen.

Ein dramatischer Abwärtstrend

Das Chartbild der Xpeng-Aktie ist dramatisch. Seit fast einem Jahr befindet sich der Kurs in einem mehr oder weniger kontinuierlichen Abwärtstrend.

Die Aktie notiert heute auf dem niedrigsten Stand seit Oktober 2024. Soll sich der Trend fortsetzen, droht sogar ein Rückfall auf ein Kursniveau von ca. 4 €.

Die Wachstumsgeschichte ist vorbei

Xpeng war für mich in den letzten Jahren eine der interessanten Wachstumsgeschichten unter den chinesischen Autobauern. Ich spreche hier bewusst im Präteritum, denn diese Growth Story neigt sich ebenfalls dem Ende zu.

In den letzten drei Jahren hat Xpeng seinen Umsatz fast verdreifacht. Für 2026 wird nur noch ein Wachstum von knapp 20% erwartet. 2027 gehen Analysten von einem Plus von rund 25% aus.

Diese Zahlen zeigen, wie massiv auch Xpeng unter dem halsbrecherischen Wettbewerb auf dem chinesischen Automarkt leidet. Auch dieser Autobauer muss sein Heil in der Auslandsexpansion in über 65 Ländern suchen.

Im Unterschied zu anderen Autoherstellern positioniert sich Xpeng zunehmend als Technologielieferant für andere Autobauer. Die Software- und Architektur-Partnerschaft mit VW bringt wiederkehrende, hochmargige Technologieerlöse, was die Bruttomargen stützt. Neben E-Fahrzeugen setzt XPeng auf die Monetarisierung von Fahrassistenzsystemen, Robotaxis und Software-Diensten, was ab 2027 die operativen Margen antreiben soll. Eine durchaus sinnvolle Strategie, die mir aber nicht ausreicht, um die Xpeng-Aktie noch zum Kauf zu empfehlen.

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Das Absatzwachstum der Chinesen ist mir einfach zu gering. Mit knapp über 100.000 verkauften Autos pro Quartal ist Xpeng viel zu klein, um mittelfristig eine größere Rolle auf dem internationalen Automarkt zu spielen. Die momentan geringen Wachstumsraten beim Absatz zeigen, dass die Autos von Xpeng keine Wettbewerbsvorteile mitbringen.

ℹ️ XPeng in Kürze

  • XPeng (kurz für Xiaopeng Motors) ist ein chinesischer Elektrofahrzeughersteller.
  • Der 2014 gegründete Autobauer produziert derzeit acht Fahrzeugmodelle, vorwiegend der Mittelklasse und SUVs.
  • Das Unternehmen mit Sitz in Guangzhou zählt mit rund 190.000 verkauften Autos (2024) zu den kleineren chinesischen Herstellern.
  • An der Börse ist XPeng mit ca. 11,7 Milliarden US$ bewertet.

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Fazit

Ich habe meine Meinung über die Xpeng-Aktie revidiert. Bislang ging ich davon aus, dass der chinesische Autobauer auf bestem Wege ist, sich sowohl auf seinem Heimatmarkt als auch international zu einem mittelgroßen Player zu entwickeln.

Die jüngsten Absatzzahlen und -prognosen legen das nicht mehr nahe. Im reinen Kerngeschäft Automobilbau ist Xpeng zu klein, um nachhaltig Geld zu verdienen. Für die Xpeng-Aktie erwartet ich deshalb keine Wende zum Besseren.