Volkswagen-Aktie: Dieser Plan könnte vieles verändern
Volkswagen greift in den USA neu an
Volkswagen will seine Strategie in den USA deutlich umbauen. Laut Reuters plant der Konzern eine neue Führungsstruktur und gleichzeitig ein überarbeitetes Modellangebot. Ein zentraler Punkt ist ein eigener Pick-up, der noch vor Ende des Jahrzehnts in den USA auf den Markt kommen könnte. Produziert werden könnte das Modell im Werk Chattanooga.
Der Schritt macht durchaus Sinn. Pick-ups und große SUVs gehören in den USA zu den beliebtesten und gleichzeitig margenstärksten Fahrzeugklassen. Volkswagen ist dort bisher kaum vertreten und kommt insgesamt nur auf einen Marktanteil von rund 4%. Mit einem eigenen Pick-up könnte sich der Konzern einen Bereich erschließen, in dem bislang Ford, General Motors und Stellantis fast das komplette Geschäft unter sich ausmachen.
Noch ist allerdings einiges offen. Selbst eine Zusammenarbeit mit Ford wäre denkbar, weil beide Unternehmen bereits bei anderen Fahrzeugplattformen zusammenarbeiten. Fest steht bisher nur, dass Volkswagen in den USA mehr verdienen will und dafür auch bei den Modellen umdenken muss.
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China bleibt das große Problem
Während Volkswagen in den USA neue Wege sucht, läuft es in China weiter schwierig. Im zweiten Quartal gingen die Auslieferungen dort um 36,6% zurück. Weltweit sanken die Auslieferungen um 8,6% auf rund 2,08 Millionen Fahrzeuge.
Die Konkurrenz durch BYD, Geely und andere chinesische Hersteller macht Volkswagen seit Jahren zu schaffen. Vor allem bei Elektroautos ist der Markt inzwischen extrem hart. Volkswagen bringt deshalb 2026 mehr als 20 neue elektrifizierte Modelle unter seiner Strategie „In China, for China“ auf den Markt. Ob das reicht, muss sich aber erst noch zeigen.
Die Zahlen vom Juli haben ebenfalls gezeigt, dass der Konzern noch einiges vor sich hat. Im ersten Halbjahr lag der Umsatz mit 158,1 Milliarden € praktisch auf Vorjahresniveau, während das operative Ergebnis um 11,6% auf 5,9 Milliarden € zurückging. Die Umsatzprognose für 2026 wurde deshalb gesenkt. Statt Wachstum erwartet Volkswagen inzwischen zwischen minus 3 und 0%.
Der große Umbau läuft
Dazu kommt ein massiver Sparkurs. Volkswagen will seine Modellpalette langfristig deutlich verkleinern und die Produktionskapazität von 10 auf 9 Millionen Fahrzeuge pro Jahr reduzieren. Im Raum stehen zudem weitreichende Stellenstreichungen und mögliche Werksschließungen nach 2030.
Das klingt erstmal hart, könnte für Anleger aber auch der Hebel sein, den Volkswagen braucht. Die Kosten in Deutschland sind hoch und viele Werke sind nicht voll ausgelastet. Wenn es gelingt, den Konzern schlanker aufzustellen und gleichzeitig in margenstärkere Modelle zu kommen, könnte sich die Profitabilität wieder stabilisieren.
Gleichzeitig gibt es auch Lichtblicke. Der Auftragsbestand für reine Elektroautos in Europa ist im ersten Halbjahr um mehr als 50% gestiegen. Die neue Electric Urban Car Family rund um den ID. Polo kommt laut Volkswagen bereits auf mehr als 70.000 Bestellungen.
ℹ️ Volkswagen in Kürze
- Die Volkswagen AG (WKN: 766403) mit Sitz in Wolfsburg ist der nach Umsatz größte und nach Absatz zweitgrößte Fahrzeughersteller der Welt. Zusätzlich zur Kernmarke Volkswagen ist die VW AG auch Muttergesellschaft zahlreicher weiterer Autohersteller, darunter Audi, Lamborghini, Porsche, Seat und Skoda.
- Neben dem Pkw-Bereich gehört auch der Geschäftsbereich Nutzfahrzeuge mit den Unternehmen MAN und Scania zum VW-Konzern. Zudem bietet der Konzern zahlreiche Finanzdienstleistungen an, darunter Finanzierungen und Versicherungen.
- Volkswagen ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 und aktuell ca. 36,8 Milliarden € wert.
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Fazit
Bei Volkswagen bleibt die Lage gemischt. China macht weiter Probleme und der Konzern steht unter hohem Kostendruck. Gleichzeitig wird aber an mehreren Stellen umgebaut, und der geplante Einstieg ins US-Pick-up-Geschäft könnte tatsächlich ein spannender Schritt werden. Für die Aktie hängt viel davon ab, ob Volkswagen aus diesen Plänen auch wieder bessere Margen macht.