Voestalpine-Aktie: Jetzt noch einsteigen?
China drosselt Stahlproduktion
Der chinesische Branchenverband für die Stahlindustrie hat seine Mitgliedsunternehmen dazu aufgerufen, die Produktion zu reduzieren. Dem Verband gehören 44 führende chinesische Stahlhersteller an.
Hintergrund sind hohe Überkapazitäten und eine schwache Nachfrage, insbesondere aus der chinesischen Bauwirtschaft. Dadurch sind die Stahlpreise unter Druck geraten und die Lagerbestände gestiegen.
Mit einer freiwilligen Produktionsreduzierung soll das Angebot verringert und damit eine Stabilisierung der Preise erreicht werden.
Sollte sich dieser Effekt tatsächlich einstellen, könnte dies auch für europäische Stahlhersteller wie Voestalpine positiv sein.
China exportiert zwar überwiegend Massenstahl. Dennoch beeinflusst das hohe chinesische Angebot die weltweiten Stahlmärkte und damit auch die Preisentwicklung in Europa.
Die ersten Marktreaktionen auf die angekündigten Maßnahmen zeigten sich bereits in steigenden Kursen bei verschiedenen Stahlwerten.
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Deutliche Ergebnissteigerung erzielt
Der Bericht zum ersten Quartal war von einer deutlichen Verbesserung der Ertragslage geprägt.
Das operative EBITDA stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 361 auf 495 Millionen €.
Neben einem einmaligen positiven Sondereffekt von rund 100 Millionen € machte sich bereits die eingeleitete Restrukturierung bemerkbar. Ziel ist es, renditeschwache Geschäftsbereiche zu verbessern und die Profitabilität des Konzerns zu steigern. Der Nettogewinn erhöhte sich um 84,6% auf 196 Millionen €.
Besonders positiv ist, dass die Ergebnisverbesserung mit einem Umsatzwachstum einherging. Der Quartalsumsatz stieg von 3,9 auf 4,0 Milliarden €.
Allerdings entwickelten sich die einzelnen Geschäftsbereiche unterschiedlich. Während die Segmente Railway und Aerospace positiv liefen, blieb die Situation im Bereich Automotive Components angespannt.
Die bisherige Prognose für das operative EBITDA von 1,6 bis 1,85 Milliarden € wurde bestätigt.
Bewertung
Voestalpine unterscheidet sich von vielen klassischen Stahlkonzernen durch seine breite Aufstellung.
Der Schwerpunkt in der Stahlproduktion liegt auf hochwertigen und spezialisierten Produkten. Dadurch ist das Unternehmen weniger stark vom reinen Massenstahlgeschäft abhängig.
Auch bei der Umstellung auf eine CO₂-ärmere Stahlproduktion ist Voestalpine bereits weit fortgeschritten. Die Produktion von grünem Stahl unter Einsatz von Wasserstoff spielt dabei eine wichtige Rolle.
Um die Wettbewerbsfähigkeit in Nordamerika zu verbessern, wurden zudem die dortigen Produktionskapazitäten deutlich ausgebaut.
Die geografische und technologische Diversifikation macht Voestalpine insgesamt widerstandsfähiger gegenüber einzelnen regionalen oder branchenspezifischen Belastungen.
Trotzdem bleiben Stahlaktien stark von Rohstoffpreisen, Nachfrage und geopolitischen Entwicklungen abhängig. Entsprechend hoch können die Kursschwankungen ausfallen.
ℹ️ Voestalpine in Kürze
- Voestalpine (WKN: 897200) ist ein international agierender Konzern in der Stahlerzeugung, der Weiterverarbeitung sowie im Dienstleistungsbereich. Der Konzern hat sich auf hochwertige Stahlerzeugung spezialisiert. Er konzipiert auch ganze Komplettsysteme für seine Kunden.
- Neben dem Hauptsitz in Linz in Österreich unterhält der Konzern in über 50 Ländern Niederlassungen.
- Die an der Wiener Börse notierte Aktie wird mit knapp 8 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Auf dem aktuellen Kursniveau ist aus meiner Sicht bereits ein erheblicher Teil der positiven Entwicklung eingepreist. Das gilt insbesondere nach dem starken Kursanstieg der vergangenen Monate.
Gleichzeitig bleiben die geopolitischen Unsicherheiten und der internationale Wettbewerbsdruck durch chinesische Stahlproduzenten wichtige Belastungsfaktoren.
Einen Neueinstieg halte ich daher momentan für wenig attraktiv.
Anleger, die bereits investiert sind und deutliche Kursgewinne erzielt haben, können aus meiner Sicht über eine Teilgewinnmitnahme nachdenken.
Ergänzend dazu: Die Neubewertung von Silber als Rüstungsmetall schafft historische Chancen – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ zeigt ein Unternehmen, das damit vor einer massive Neubewertung steht.