Siemens Energy-Aktie: In der Lethargiephase einsteigen?
Börsenschwäche belastet
An den Börsen wechseln sich in der Regel Boom- und Baissephasen ab. Derzeit befinden sich die Märkte jedoch in keiner dieser beiden ausgeprägten Phasen.
Teilweise befinden sich institutionelle Anleger noch in der Sommerpause oder halten sich mit größeren Umschichtungen in ihren Portfolios zurück. Dadurch herrscht an den Börsen derzeit eine gewisse Lethargie.
Diese Situation ist bei vielen Aktien zu beobachten. Kleinere Kursanstiege werden häufig nach kurzer Zeit wieder abverkauft. Auch bei der Siemens Energy-Aktie ist dieses Muster derzeit erkennbar.
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Profitables Wachstum setzt sich fort
Die am 5. August veröffentlichten Zahlen für das dritte Quartal unterstreichen die starke operative Entwicklung des Konzerns.
Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 18,5% auf 11,4 Milliarden €. Wachstum erzielten sämtliche Geschäftsbereiche. Im Vorquartal hatte der Umsatz noch bei 10,3 Milliarden € gelegen.
Noch beeindruckender entwickelte sich die Profitabilität. Das operative Ergebnis vor Sondereffekten vervielfachte sich auf 1,6 Milliarden €. Positiv wirkten sich unter anderem die Abspaltung des Indien-Geschäfts sowie die deutliche Verbesserung bei Siemens Gamesa aus, die erstmals seit längerer Zeit wieder einen positiven Ergebnisbeitrag lieferte.
Die operative Marge verbesserte sich von 9,8 auf 13,7%. Auch unter dem Strich überzeugte der Konzern: Der Nettogewinn stieg von rund 700 Millionen € auf etwa 1,6 Milliarden €.
Dank hoher Kundenanzahlungen erhöhte sich der Free Cashflow deutlich von 0,4 auf 2,3 Milliarden €.
Insgesamt zeigen die Zahlen, dass Siemens Energy den eingeschlagenen Wachstumskurs konsequent fortsetzt.
Strategische Neuausrichtung
Neben der laufenden operativen Entwicklung steht die zukünftige Konzernstruktur im Mittelpunkt.
Derzeit prüft Siemens Energy verschiedene Optionen für den Geschäftsbereich Transformation of Industry. Diskutiert werden ein Börsengang, ein Spin-off, ein Teilverkauf oder eine Fusion. Eine Minderheitsbeteiligung soll zunächst erhalten bleiben.
Der Geschäftsbereich erwirtschaftete zuletzt bei einem Umsatz von 5,7 Milliarden € einen Gewinn von 325 Millionen €. Belastend wirkt derzeit vor allem das Elektrolysegeschäft, das bislang keine zufriedenstellende Profitabilität erreicht.
Eine mögliche Ausgliederung könnte die Konzernstruktur vereinfachen und zusätzliches Kapital für Investitionen in die margenstärkeren Kernbereiche freisetzen. Allerdings könnte die derzeitige Unruhe innerhalb der Belegschaft den Prozess erschweren.
Bewertung
Zuletzt kamen Sorgen auf, dass SpaceX Komponenten für Gasturbinen künftig in Eigenregie herstellen könnte.
JP Morgan geht jedoch davon aus, dass diese Komponenten vor allem für den Eigenbedarf produziert werden sollen. Siemens Energy gehört in diesem Bereich zu den weltweit führenden Herstellern. Diese Spekulationen sollten daher nicht überbewertet werden.
Die mögliche Abspaltung und die stärkere Konzentration auf die Kernbereiche dürften sich langfristig positiv auf die Profitabilität auswirken. Allerdings könnte die derzeitige Unruhe innerhalb der Belegschaft den Abspaltungsprozess erschweren.
Wichtiger für die weitere Kursentwicklung bleiben jedoch die sehr guten fundamentalen Daten.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die allgemeine Stimmung an den Börsen. Sollte sich diese wieder verbessern, dürfte auch die Siemens Energy-Aktie davon profitieren.
ℹ️ Siemens Energy in Kürze
- Siemens Energy (WKN: ENER6Y) ist ein Elektro- und Energietechnikhersteller mit Sitz in München. Der Konzern stellt etwa Windkraftturbinen, Dampf- und Gasturbinen, Generatoren, Transformatoren und sonstige Kraftwerkstechnik her.
- Siemens Energy entstand 2020 durch eine Abspaltung aus dem Siemens-Konzern.
- Die Aktie ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX. An der Börse ist Siemens Energy aktuell mit etwa 123 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Aus meiner Sicht bietet das derzeitige Kursniveau grundsätzlich interessante Einstiegschancen. Aufgrund der weiterhin vorsichtigen Marktstimmung sind jedoch weitere Kursrückgänge nicht auszuschließen.
Anleger sollten daher einen längeren Anlagehorizont mitbringen. Auch ein schrittweiser Einstieg in mehreren Tranchen kann sinnvoll sein, um mögliche weitere Rücksetzer zu nutzen.
Mittelfristig bleibe ich bei meinem Zielkurs von 200 €.
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