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Schneider Electric-Aktie: Milliardendeal entsetzt Anleger

Mega-Absturz
Bei Schneider Electric geht es jetzt richtig rund. Der französische Automatisierungskonzern übernimmt ein Unternehmen nach dem anderen. Nun ist es offiziell: Die Übernahme des US-amerikanischen Softwareunternehmens PTC steht unmittelbar bevor. Mit einem Deal-Volumen von über 22 Milliarden US$ bahnt sich hier eine der größten Übernahmen in der Geschichte der Industrie-Softwarebranche an, die Schneider allerdings um -10% abwärts statt aufwärts schickte. Ist das der perfekte Dip zum Kaufen?

Ist Schneider Electric zu weit gegangen?

PTC ist ein US-amerikanisches Spezialsoftware-Unternehmen mit Sitz in Boston. Es baut die virtuelle Welt, in der Produkte entstehen, bevor sie gebaut werden. Zum Beispiel entwickelt PTC eine 3D-Konstruktionssoftware als digitales Zeichenprogramm für Ingenieure, um Maschinen, Autos oder Elektronik zu entwerfen.

Die Übernahme folgt einem klaren Trend in der modernen Industrie: Die Grenzen zwischen Hardware (Maschinen und Stromversorgung) und Software verschwimmen immer stärker. Durch den Zusammenschluss kann Schneider den gesamten Lebenszyklus abdecken – von den ersten Konstruktionsdateien am PC bis zur Energiesteuerung der laufenden Maschine auf dem Fabrikboden.

PTC stieg im Tagesverlauf um über +33% und Schneider Electric verlor ganze -10%. Von diesem Deal profitieren nun mal ganz klar die PTC-Aktionäre.

Warum reagiert der Markt negativ?

Die Transaktion soll durch eine Kombination aus neuen Schulden und Eigenkapitalmaßnahmen finanziert werden. Das wird mittelfristig die Zinslast erhöhen und durch die Abgabe neuer Aktien eine Verwässerung herbeiführen. Verständlicherweise passt das vielen Investoren garnicht.

Außerdem zahlt Schneider 205 US$ je PTC-Aktie – das entspricht einem Aufschlag von +42% auf den letzten Schlusskurs von PTC und das empfinden Anleger als viel zu teuer.

Ist die Reaktion übertrieben?

Ein wenig. Schneider erwartet 800 Millionen € Umsatzsynergien und 250 Millionen € jährliche Kostensynergien. Klingt erstmal eher schwach, wenn man es ins Verhältnis zum jährlichen Umsatz von Schneider setzt. 2025 lag dieser bei über 40 Milliarden €. Der Umsatz von PTC bei nur 2,4 Milliarden €, das sind gerade mal 6% vom Schneider-Umsatz. Was kauft Schneider Electric hier also?

Der Konzern kauft nicht den Umsatz, sondern vor allem eine EBITA-Marge von 40% und ein
erwartetes Umsatz-/ARR-Wachstum von etwa 10% p.a. Es geht um die wiederkehrenden Erlöse, Kundenbasis und Technologie. Doch für Anleger sieht es eher so aus: Schneider gibt ganze 22 Milliarden € aus, um nur 250 Millionen € jährliche Kostensynergien zu bekommen.

Good to know

Schneider hatte erst vor kurzem den Smart-Device-Hersteller Shelly Group für rund 1,2 Milliarden US$ erworben, was den aggressiven Expansionskurs verdeutlicht. Nicht verkehrt, wenn der Rechenzentrenbau derart boomt. Im gleichen Zuge wurde auch die Finanzziele angehoben, denn das Geschäft läuft besser denn je durch KI. Im zweite Quartal gab es einen Rekordumsatz von 11,5 Milliarden. €, was ganze 17% organisches Wachstum bedeutet.

ℹ️ Schneider Electric in Kürze

  • Schneider Electric ist ein ein weltweit führender französischer Technologiekonzern mit Sitz in Rueil-Malmaison bei Paris, Frankreich.
  • Es betreibt digitales Energiemanagement und Automatisierung in Gebäuden, Rechenzentren, Infrastruktur und der Industrie. Schneider Electric gilt als wichtiger „Schaufelverkäufer“ im KI-Boom, da das Unternehmen die nötige Strom- und Kühlungsinfrastruktur liefert.
  • Schneider Electric ist im EURO STOXX 50 gelistet und an der Börse derzeit rund 171 Milliarden € wert.

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Fazit

Meiner Ansicht nach haben die Anleger überreagiert. Ja, es gibt eine Verwässerung und ja, der Kaufpreis ist ohne jegliche Zukunftsfantasie sehr teuer. Doch das sind nur kurzfristige Folgen. Die Zinslast dürfte für Schneider keine Hürde sein. Das strategische Ziel ist klar und ein solch extremer Kurssturz ist eine einmalige Gelegenheit.