Rheinmetall-Aktie: Kommt nach dem Absturz jetzt das Comeback?
Um 1.000 € finden sich wieder Käufer
Im Chart sieht man ziemlich gut, dass sich Rheinmetall nach dem Rückfall unter 1.000 € zuletzt wieder stabilisiert hat. Das Tief um 900 € wurde bisher nicht mehr angelaufen und Rücksetzer unter die Marke von 1.000 € wurden wieder gekauft.
Damit hält sich die Aktie zunächst oberhalb einer Zone, die für den weiteren Verlauf wichtig bleibt. Wirklich frei ist der Weg nach oben aber noch lange nicht. Der Point of Control liegt bei rund 1.200 € und damit deutlich über dem aktuellen Kurs. In diesem Bereich wurde in den vergangenen Monaten besonders viel gehandelt.
Läuft Rheinmetall wieder in Richtung 1.200 €, könnte die Aktie dort auf deutlich mehr Widerstand treffen, der den Rebound erstmal ausbremst. Bis dahin hat die Bewegung nach oben aber noch etwas Platz. Erst wenn auch dieser Bereich zurückerobert wird, würde sich das Chartbild wieder deutlich stärker aufhellen.
Auf der Unterseite bleibt das Tief um 900 € die Marke, die man nicht komplett aus den Augen verlieren sollte. Ein erneuter Rückfall dorthin würde bedeuten, dass die bisherige Stabilisierung wieder einen großen Teil verliert.
In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die zu großen Profiteuren werden dürften.

Rheinmetall-Aktie
Neue Aufträge kommen weiter rein
Fundamental liefert Rheinmetall weiter neue Meldungen. Anfang der Woche bekam der Konzern von einem internationalen Kunden einen Auftrag über mehrere zehntausend 155-mm-Artilleriegeschosse. Der Auftragswert liegt im niedrigen dreistelligen Millionenbereich, die Produktion läuft bereits und die Auslieferung soll 2027 abgeschlossen werden. Rheinmetall will seine Kapazitäten bei 155-mm-Munition bis 2030 auf rund 1,5 Millionen Geschosse pro Jahr hochfahren.
Auch im Marinegeschäft kommt Bewegung rein. Verteidigungsminister Boris Pistorius hat die Beschaffung eines vierten Flottendienstbootes auf den Weg gebracht. Drei Schiffe dieser neuen Klasse befinden sich bereits im Bau, die Auslieferung soll ab 2029 beginnen. Rheinmetall fertigt die Schiffe am Standort Wolgast.
Dazu läuft in den USA inzwischen die nächste Phase beim XM30-Programm. Rheinmetall und General Dynamics haben erste Prototypen für den möglichen Bradley-Nachfolger geliefert, die nun von Soldaten getestet werden sollen. Wer den Auftrag am Ende bekommt, ist noch offen, das Programm wäre für Rheinmetall aber ein weiterer großer Schritt im US-Geschäft.
Analysten bleiben trotz Kursrutsch ziemlich positiv
Der starke Rückgang der vergangenen Monate hat an den Kurszielen vieler Häuser bisher wenig geändert. Anfang September bestätigte die Deutsche Bank ihre Kaufempfehlung mit einem Ziel von 1.800 €. UBS sieht 1.600 €, RBC ebenfalls 1.600 € und Warburg 1.500 €. Goldman Sachs liegt mit 2.300 € sogar noch deutlich darüber. JP Morgan ist dagegen vorsichtiger und stuft Rheinmetall aktuell neutral ein.
Das zeigt auch, wie weit die Einschätzungen auseinandergehen. Auf der einen Seite stehen die hohen Verteidigungsausgaben, neue Aufträge und zusätzliche Produktionskapazitäten. Auf der anderen Seite hat die Aktie nach der jahrelangen Rally eine hohe Bewertung mitgebracht und inzwischen gezeigt, wie schnell auch größere Korrekturen möglich sind.
ℹ️ Rheinmetall in Kürze
- Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
- Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
- Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
- Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 47,41 Milliarden €.
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Fazit
Rheinmetall hält sich wieder über 1.000 € und das Tief um 900 € wurde bisher verteidigt. Dazu bleibt der Auftragseingang stark und viele Analystenziele liegen deutlich über dem aktuellen Kurs. Für den Chart wäre der nächste größere Test aber erst im Bereich um 1.200 € erreicht. Dort sitzt der Point of Control und damit eine Zone, in der zuletzt besonders viel gehandelt wurde. Kommt Rheinmetall wieder dorthin, dürfte sich zeigen, ob aus der bisherigen Stabilisierung tatsächlich ein größerer Rebound werden kann.