Verbio-Aktie: Warum so ängstlich?
Geopolitische Unruhen treiben Preise
Die geopolitischen Konflikte, insbesondere im Nahen Osten, haben die Preise für Erdöl und Gas zuletzt deutlich steigen lassen.
Für Verbraucher macht sich dies unter anderem an den höheren Preisen an den Tankstellen bemerkbar.
Die Unsicherheit über wichtige Transportwege und die mögliche Einschränkung von Öl- und Gaslieferungen haben die Energiemärkte zusätzlich belastet. In der Folge stiegen die Preise für Benzin, Diesel und andere auf Erdöl basierende Produkte.
Eigentlich müsste dies der Verbio-Aktie zugutekommen. Biodiesel kann als Alternative zu fossilem Diesel eingesetzt werden. Gleichzeitig kann eine höhere Beimischung von Biokraftstoffen die Nachfrage nach Verbio-Produkten unterstützen.
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Fundamentale Daten überzeugen
Neben den geopolitischen Entwicklungen sind vor allem die fundamentalen Daten für den weiteren Kursverlauf entscheidend. Hier konnte das Unternehmen zuletzt wieder überzeugen.
Die im August vorgelegten vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr fielen deutlich besser aus als zuletzt vom Management erwartet. Die endgültigen Zahlen werden am 24. September veröffentlicht.
Für das Geschäftsjahr 2025/2026 hatte Verbio seine EBITDA-Prognose bereits im Mai auf 160 bis 180 Millionen € angehoben. Grundlage dafür war die positive Entwicklung im dritten Quartal.
Nach den vorläufigen Zahlen wurde nun ein EBITDA von rund 192 Millionen € erreicht. Damit übertraf Verbio sogar die zuletzt angehobene Prognose deutlich.
Als wesentliche Gründe nennt das Unternehmen die hohe Nachfrage nach THG-Quoten und die dadurch gestiegenen Preise für entsprechende Zertifikate. Gleichzeitig entwickelte sich auch die Nachfrage nach Biokraftstoffen positiv.
EU geht gegen Billigimporte vor
Über einen längeren Zeitraum wurde die Geschäftsentwicklung von Verbio durch den internationalen Wettbewerbsdruck belastet.
Insbesondere günstige Importe von Biokraftstoffen aus Ländern wie China und Brasilien setzten die europäischen Hersteller unter Druck. Gleichzeitig gab es immer wieder Diskussionen über mögliche Verstöße gegen Nachhaltigkeitsanforderungen und entsprechende Zertifikate.
Mit der Umsetzung der europäischen RED-III-Richtlinie verändern sich die Rahmenbedingungen nun zunehmend.
Ziel der neuen Regelungen ist unter anderem, die Nachhaltigkeitsanforderungen zu verschärfen und Wettbewerbsverzerrungen zu reduzieren. Gleichzeitig gewinnen die Treibhausgasminderungsquoten, kurz THG-Quoten, weiter an Bedeutung.
Davon könnte Verbio als europäischer Produzent profitieren.
Bewertung
Eigentlich sprechen mehrere Faktoren für eine bessere Kursentwicklung. Dennoch bewegt sich die Verbio-Aktie zuletzt überwiegend seitwärts.
Der stärkere Kursrückgang im Mai und Juni stand unter anderem im Zusammenhang mit den damaligen Hoffnungen auf eine Entspannung der geopolitischen Lage. Die daraus erwarteten Auswirkungen auf die Energiepreise haben sich bislang jedoch nicht nachhaltig bestätigt.
Ein möglicher neuer Impuls könnte von den endgültigen Geschäftszahlen am 24. September ausgehen. Entscheidend wird dabei auch sein, welchen Ausblick Verbio für das laufende Geschäftsjahr gibt.
Ein weiterer Grund für das aktuell zurückhaltende Anlegerinteresse könnte darin liegen, dass viele Investoren mit der Aktie in der Vergangenheit erhebliche Kursverluste erlitten haben.
Gleichzeitig wurde ein großer Teil der positiven Entwicklung seit Mitte 2025 bereits im Aktienkurs berücksichtigt.
ℹ️ Verbio in Kürze
- Die Verbio SE ist einer der führenden Bioenergieproduzenten und gleichzeitig der einzige großindustrielle Hersteller von Biodiesel.
- Neben dem Hauptsitz in Leipzig befinden sich Produktionsstätten in Deutschland, Polen und den USA. In Indien ist eine Anlage im Bau.
- Das im SDAX gelistete Unternehmen wird mit etwa 2 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Die bekannten fundamentalen Faktoren sind weitgehend eingepreist. Sollte Verbio mit den endgültigen Zahlen und insbesondere mit der Prognose für das laufende Geschäftsjahr positiv überraschen, könnte dies der Aktie neuen Schwung verleihen.
Aus meiner Sicht besitzt die Aktie mittelfristig weiteres Potenzial.
Sollte das Preisniveau bei den fossilen Energieträgern weiterhin hoch bleiben und sich gleichzeitig das operative Geschäft von Verbio stabil entwickeln, halte ich mittelfristig auch Kurse von 40 € wieder für möglich.
Übrigens: Die größten Profiteure der Energiekrise müssen nicht zwingend Energie fördern – sondern die Infrastruktur dafür bereitstellen. Mehr dazu im neuen Gratis-Report Energiekrise als Börsenchance.
Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens Verbio. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.