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Nintendo-Aktie -6%: Die Zelda-Enttäuschung greift zu kurz!

Erwartungen nicht erfüllt?
Vincent Uhr
Die Nintendo-Aktie ist nach der Präsentation zum 40. Geburtstag der Zelda-Reihe um mehr als -6% eingebrochen. Anleger hatten offenbar auf ein vollkommen neues Abenteuer oder zumindest erste Bilder aus dem nächsten großen Serienteil gehofft. Geliefert wurden stattdessen ein Remake, eine Sonderkonsole und Neuigkeiten zum Kinofilm. Der Abverkauf zeigt, wie stark die Erwartungen an den Spielekalender der Switch 2 gestiegen sind – fundamental erscheint die Reaktion jedoch überzogen.

Ein Remake genügt den Anlegern nicht

Nintendo kündigte eine technisch vollständig überarbeitete Fassung von „The Legend of Zelda: Ocarina of Time“ an. Der Klassiker erscheint am 5. November exklusiv für die Switch 2 und erhält neben moderner Grafik unter anderem eine frei bewegliche Kamera und zusätzliche Spielhilfen.

Bereits am 29. Oktober kommt zudem eine Switch 2 im Zelda-Design auf den Markt. Der Kinostart des Realfilms „The Legend of Zelda“ ist für den 30. April 2027 geplant.

Für Fans ist das durchaus ein umfangreiches Paket. An der Börse wurde jedoch offenbar auf einen stärkeren Hardware-Treiber gehofft. Ein neu entwickeltes Zelda könnte die Switch 2 über mehrere Jahre antreiben, während ein Remake überwiegend bestehende Anhänger anspricht.

Ganz unbegründet ist die Enttäuschung daher nicht. Nintendo muss regelmäßig exklusive Blockbuster liefern, um sich von technisch leistungsfähigeren Konsolen und günstigeren Spieleangeboten abzugrenzen. Dass ausgerechnet beim Jubiläum kein völlig neuer Titel vorgestellt wurde, verstärkt die Zweifel am kurzfristigen Spielekalender.

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Der Spielekalender ist nicht leer

Die anschließende reguläre Nintendo Direct lieferte allerdings mehrere Argumente gegen die negative Börsenreaktion. Mit „Metroid Ravenous“ erscheint am 28. Januar 2027 ein neuer zweidimensionaler Teil der bekannten Serie. Außerdem kommen „Monster Hunter Wilds“ am 4. Dezember und eine überarbeitete Version von „The Witcher 3“ auf die Switch 2.

Gerade die stärkere Unterstützung durch externe Entwickler ist wirtschaftlich wichtig. Je größer das Spieleangebot wird, desto attraktiver wird die Plattform für neue Käufer – und mit jedem verkauften Spiel verdient Nintendo über Lizenzgebühren oder den eigenen Vertrieb mit.

„Ocarina of Time“ ist außerdem kein gewöhnlicher Neuaufguss. Das Original zählt zu den bekanntesten Videospielen überhaupt. Zusammen mit der Sonderkonsole und dem kommenden Kinofilm kann Nintendo die Zelda-Marke gleich mehrfach monetarisieren. Einen vergleichbaren Verkaufsschub wie bei „Breath of the Wild“ oder „Tears of the Kingdom“ sollte man dennoch nicht erwarten.

Die Prognose könnte zu vorsichtig sein

Operativ entwickelt sich die Switch 2 bislang ordentlich. Im Juni-Quartal verkaufte Nintendo 3,82 Millionen Konsolen und 9,46 Millionen dazugehörige Spiele. Der operative Gewinn sprang um +150,5% auf 142,6 Milliarden Yen.

Das Ergebnis wurde allerdings durch eine einmalige Erstattung zuvor gezahlter US-Zölle in Höhe von rund 300 Millionen US$ aufgebläht. Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet Nintendo weiterhin 370 Milliarden Yen operativen Gewinn sowie 16,5 Millionen verkaufte Switch-2-Konsolen.

Nach dem ersten Quartal waren bereits mehr als 20% des Hardwareziels erreicht. Üblicherweise erzielt Nintendo in diesem Zeitraum lediglich rund 15% seines Jahresabsatzes. Damit besitzt der Konzern gute Chancen, die Konsolenprognose zu übertreffen.

ℹ️ Nintendo in Kürze

  • Nintendo (WKN: 864009) ist ein japanischer Gaming-Konzern, der Spielkonsolen und Videospiele entwickelt, produziert und vermarket.
  • Das 1889 gegründete Unternehmen ist eines der Urgesteine der Videospielindustrie und steht hinter einigen der erfolgreichsten Konsolen und Spiele der Geschichte (Z.B. Game Boy, Tetris und Mario).
  • Nintendo notiert an der Börse Tokio und ist Mitglied im japanischen Leitindex Nikkei 225. Der Konzern ist ca. 56 Milliarden € wert.

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Vincent Uhr

Fazit

Ein Kursverlust von mehr als -6% allein wegen einer ausgebliebenen Zelda-Überraschung erscheint mir zu heftig. Die Switch 2 verkauft sich ordentlich und der Spielekalender wurde deutlich erweitert. Die Erwartungen sind mittlerweile am Boden, die Aktie hat seit ihren Rekordhochs weiterhin fast die Hälfte an Wert eingebüßt. Meiner Meinung nach lohnt gerade jetzt ein langfristig-orientierter Blick. Die Switch 2 und das Videospielgeschäft beginnen gerade erst, so richtig an Fahrt aufzunehmen.