LVMH: Lichtblick reicht Anlegern nicht
USA bleiben der Wachstumsmotor
LVMH hat im zweiten Quartal einen währungsbereinigten Umsatz von 19,5 Milliarden € erzielt und damit die Erwartungen der Analysten erfüllt. Organisch legten die Erlöse um 3 % zu und zeigten damit, dass sich der weltgrößte Luxusgüterkonzern in einem schwierigen Marktumfeld weiterhin behaupten kann.
Besonders stark präsentierte sich erneut das Geschäft in den USA. Dort stiegen die Umsätze um 6 %, nachdem bereits im ersten Quartal ein Plus von 3 % erzielt worden war. Damit profitiert LVMH weiterhin von der robusten Konsumlaune wohlhabender US-Kunden, die unter anderem vom Technologie- und KI-Boom getragen wird.
Europa und Nahost bremsen
Weniger erfreulich verlief das Geschäft in Europa. Hier stagnierten die Umsätze im zweiten Quartal, nachdem sie zu Jahresbeginn noch rückläufig gewesen waren. Belastend wirkte sich insbesondere der Konflikt im Nahen Osten aus, der den internationalen Tourismus und damit auch die Nachfrage nach Luxusgütern dämpfte.
Nach Angaben des Unternehmens kostete allein der Iran-Krieg die wichtige Sparte Mode und Lederwaren rund einen Prozentpunkt Wachstum.
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Modesparte zeigt erste Lebenszeichen
Dennoch gab es auch in der wichtigsten Konzernsparte positive Signale. Das Geschäft mit Mode und Lederwaren, das den größten Teil des operativen Gewinns erwirtschaftet, wuchs organisch um 1 %. Es war das erste Quartal mit Wachstum seit zwei Jahren.
Ganz zufrieden dürften Anleger dennoch nicht sein. Analysten hatten mit einem Plus von 1,7 % gerechnet. Positiv entwickelte sich dagegen die Luxusmarke Dior, die unter dem neuen Kreativdirektor Jonathan Anderson zunehmend an Dynamik gewinnt.
Halbjahreszahlen unter Währungsdruck
Im ersten Halbjahr erhöhte LVMH den Umsatz organisch um 2 %. Aufgrund negativer Wechselkurseffekte sank der ausgewiesene Umsatz allerdings um 3 % auf 38,6 Milliarden €. Auch beim operativen Gewinn musste der Konzern einen Rückgang hinnehmen. Dieser fiel um 4 % auf 8,7 Milliarden €, während die operative Marge mit 22,5 % weitgehend stabil blieb. Die Zahlen zeigen: Operativ bleibt LVMH robust, das Umfeld ist jedoch deutlich anspruchsvoller geworden als in den Boomjahren nach der Pandemie.
Analysten schauen weiter auf die Luxusbranche
Mit seinen Zahlen liefert LVMH traditionell den ersten wichtigen Fingerzeig für die gesamte Luxusbranche. Die Ergebnisse zeigen zwar eine gewisse Stabilisierung, reichen aus Sicht vieler Investoren aber noch nicht aus, um von einer nachhaltigen Trendwende zu sprechen. Gerade die schwache Entwicklung in Europa und die weiterhin verhaltene Nachfrage in China bleiben zentrale Belastungsfaktoren für die Branche.
Anleger reagieren enttäuscht
An der Börse kommen die Zahlen entsprechend verhalten an. Die Aktie verliert rund 2 %. Nach einem Kursrückgang von rund 28 % seit Jahresbeginn hatten viele Investoren auf stärkere Signale für eine deutliche Erholung gehofft.
Diese blieben jedoch aus. Zwar überzeugt das US-Geschäft weiterhin, insgesamt fehlt dem Luxuskonzern derzeit aber noch der Rückenwind, um wieder an die Wachstumsdynamik früherer Jahre anzuknüpfen.
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ℹ️ LVMH in Kürze
- LVMH (WKN: 853292) mit Sitz in Paris ist der weltweit führende Luxusgüterkonzern und vereint mehr als 75 renommierte Marken aus den Bereichen Mode und Lederwaren, Schmuck und Uhren, Parfüm und Kosmetik sowie Weine und Spirituosen – darunter Louis Vuitton, Dior, Tiffany & Co., Bulgari, TAG Heuer, Moët & Chandon und Hennessy.
- Mit einem Jahresumsatz von rund 80 Milliarden € zählt LVMH zu den größten und profitabelsten Luxusgüterunternehmen der Welt.
- LVMH ist an der Euronext Paris notiert und wird aktuell mit rund 229 Milliarden € bewertet.
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Fazit
LVMH bleibt ohne Zweifel das Maß der Dinge in der Luxusgüterbranche. Das Unternehmen verfügt über einzigartige Marken, hohe Margen und eine außergewöhnlich starke Marktstellung. Die aktuellen Quartalszahlen zeigen zudem, dass der Konzern selbst in einem schwierigen Umfeld solide wächst.
Für einen Neueinstieg reicht das derzeit jedoch noch nicht aus. Die schwache Nachfrage in wichtigen Märkten, geopolitische Unsicherheiten und die weiterhin fehlende Dynamik im Luxussegment sprechen dafür, zunächst abzuwarten. Wer bereits investiert ist, kann aufgrund der hervorragenden Marktposition und der langfristig intakten Perspektiven dabeibleiben. Für einen Kauf drängt sich die Aktie aktuell jedoch noch nicht auf.