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US-Arbeitsmarkt: Starke Daten treiben Zinserwartungen sofort nach oben

Überraschend robuste Jobdaten
Redaktion | Wirtschaft

Der US-Arbeitsmarkt hat im August überraschend kräftig zugelegt und damit die Spekulationen an den Finanzmärkten neu entfacht. Außerhalb der Landwirtschaft entstanden 162.000 neue Stellen, während Volkswirte im Schnitt lediglich mit 55.000 gerechnet hatten. Obendrauf wurden die Zahlen der beiden Vormonaten um insgesamt 55.000 Stellen nach oben revidiert. Das ist ein klares Signal.

Solide Zahlen, wenig Überraschungen bei den Löhnen

Die Stundenlöhne legten im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent zu, im Jahresvergleich um 3,1 Prozent. Beides war so erwartet worden. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 4,1 Prozent. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass sich viele Menschen schlicht aus dem Arbeitsmarkt zurückgezogen haben. Trumps restriktive Einwanderungspolitik hat dazu beigetragen, das Arbeitskräfteangebot zu verknappen.

Fed rückt näher an die Zinserhöhung heran

Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz kommentierte, der am Sechsmonatsdurchschnitt gemessene Trend der Beschäftigungszuwächse zeige wieder nach oben. Der Arbeitsmarkt befinde sich in solider Verfassung, das Niveau liege ungefähr bei dem, was in den USA gemeinhin mit Vollbeschäftigung assoziiert werde. Notenbankchef Kevin Warsh hatte sich am vergangenen Freitag klar zur Inflationsbekämpfung bekannt. Die Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinserhöhung auf der nächsten Sitzung Mitte September kletterte laut Finanzmarktindikatoren auf gut 60 Prozent. Vor der Veröffentlichung lag sie bei rund 50 Prozent.

LBBW-Volkswirt Elmar Volker brachte es auf den Punkt, die Fed müsse nicht befürchten, dass der Arbeitsmarkt in eine Krise rutscht. Die entscheidende Variable dürften die Konsumentenpreisdaten für August sein, die in genau einer Woche veröffentlicht werden.

Auswirkungen auf Börse und Aktien

Der US-Dollar legte gegenüber anderen wichtigen Währungen zu, der Eurokurs fiel zeitweise unter 1,16 US$. Renditen von US-Staatsanleihen zogen an, die Kurse gerieten unter Druck. An den europäischen Aktienmärkten hielten sich die Ausschläge in Grenzen. Unserer Meinung nach ist das die logische Reaktion, denn steigende Zinsen verteuern Kapital und belasten Bewertungen, vor allem bei wachstumsstarken Titeln mit hohen Kurs-Gewinn-Verhältnissen. Gold und Bitcoin gaben nach, da beide keine Zinsen abwerfen und bei steigenden Renditen an Attraktivität verlieren. Anleger dürften in den kommenden Tagen genau auf die Verbraucherpreisdaten schauen, weil diese über das tatsächliche Tempo weiterer Zinsschritte entscheiden könnten.

Quelle: dpa-AFX

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