Renk-Aktie: Jetzt einsteigen während Rheinmetall schwächelt?
Im deutschen Rüstungssektor zeigt sich heute ein uneinheitliches Bild. Während Renk und Hensoldt im MDax kräftig zulegen, tut sich Rheinmetall im Dax mit der Richtungsfindung sichtlich schwer.
Renk mit Rekord und charttechnischem Ausbruchspotenzial
Renk hat die Erwartungen mit seinen aktuellen Geschäftszahlen erfüllt und dabei einen Rekordauftragseingang verbucht. Die Aktie reagiert mit einem Plus von 5,8 Prozent. Damit könnte die Aktie den Abwärtstrend überwinden, der seit Januar anhält. Das Chartbild schickt hier erste hoffnungsvolle Signale.
Hensoldt trotzt gestrichener Kaufempfehlung
Hensoldt legte 2,9 Prozent zu, obwohl Jefferies die Kaufempfehlung gestrichen hat. Allerdings nähern sich die Titel nun dem Kurswiderstands-Bereich um die 90,00 €, was charttechnisch eine ernsthafte Hürde darstellt.
Rheinmetall zwischen Kursschwäche und gesenktem Ausblick
Rheinmetall schwankte heute zwischen Gewinnen und Verlusten, stand zuletzt aber knapp im Plus. Der Hintergrund ist bekannt. Nach dem Stopp des F126-Fregattenprojekts durch das Verteidigungsministerium hat der Konzern den Umsatzausblick für das laufende Jahr gesenkt. Das war erwartet worden, drückt aber trotzdem auf die Stimmung. Positiv zu vermerken ist, dass die Aktie ihren Abwärtstrend seit Januar geknackt und sich von Kursen etwas über 900,00 € bis auf 1.200,00 € deutlich erholt hatte.
UBS-Analyst Sven Weier sieht in den neuen Zielen Ausdruck einer konservativeren Planung. Wenn er die entscheidenden Faktoren zusammenrechne, komme er auf ein vergleichbares Umsatzpotenzial wie bisher. JPMorgan-Experte David Perry rechnet dagegen mit moderat sinkenden Umsatzschätzungen für 2026. Er weist zudem auf ein verändertes Auftragsziel hin: Beim Auftragsbestand erwarte Rheinmetall im laufenden Jahr nur noch einen Wert über 100 Milliarden €, nachdem zuvor rund 135 Milliarden € angepeilt worden waren. In diesem Auftragsbestand seien sowohl verbindliche Aufträge als auch Rahmenverträge enthalten.
Was bedeutet das für Anleger
Meiner Meinung nach dürften Renk und Hensoldt kurzfristig weiter von der starken Rüstungskonjunktur profitieren. Bei Renk wäre ein nachhaltiger Ausbruch über den Abwärtstrend ein bullisches Signal. Hensoldt müsste die 90,00 €-Marke überzeugend knacken, damit weiteres Aufwärtspotenzial freigesetzt würde. Rheinmetall hingegen bleibt das komplexeste Bild im Sektor. Der gesenkte Ausblick und das reduzierte Auftragsziel von über 100 Milliarden € könnten die Aktie kurzfristig belasten, solange keine neuen positiven Impulse kommen.
Quelle: dpa-AFX
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