Beim Ölpreis hat die Rally vorerst eine Pause eingelegt. Brent-Rohöl aus der Nordsee wurde heute mit 93,22 US$ pro Barrel gehandelt, das sind rund 0,5 Prozent weniger als am Vortag. Nach den deutlichen Gewinnen vom Donnerstag eine verständliche Atempause.
Fünf Prozent in einer Woche
Wer sich den Wochenchart ansieht, erkennt aber schnell, wie stark die Bewegung insgesamt war. Seit Montag hat sich Brent um mehr als fünf Prozent verteuert. Treiber ist die angespannte Lage rund um die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Transportrouten für Rohöl aus den Fördergebieten am Persischen Golf. Die Route ist praktisch lahmgelegt. Rohstoffexpertin Barbara Lambrecht von der Commerzbank brachte es auf den Punkt: Die Situation dort sei festgefahren.
Trump und der Wirtschaftskrieg gegen den Iran
US-Präsident Donald Trump kündigte zuletzt an, den Wirtschaftsdruck auf den Iran weiter zu erhöhen. Dabei nimmt er offenbar auch die Abnehmer iranischen Öls ins Visier, allen voran China. Das Land gehört zu den größten Käufern iranischer Öllieferungen. Die Exporte aus dem Iran sind ohnehin schon durch die amerikanische Seeblockade stark beeinträchtigt. Kommt jetzt noch ein verschärfter Wirtschaftskrieg dazu, dürfte das Angebot auf dem Weltmarkt weiter schrumpfen, so die Einschätzung der Commerzbank-Expertin.
Was das für die Börse bedeuten könnte
Für Energieaktien könnten die anhaltenden Spannungen weiteren Rückenwind liefern. Sollte die Straße von Hormus dauerhaft blockiert bleiben und Washington die Schrauben gegen den Iran weiter anziehen, dürfte das Ölangebot knapp und der Preis entsprechend hoch bleiben. Die Lage rund um Hormus bleibt der entscheidende Faktor. Solange sich dort nichts entspannt, sollten Öl-Werte im Depot gut abschneiden.
Quelle: dpa-AFX
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