Die gegenseitigen Militärschläge zwischen den USA und dem Iran haben die Ölpreise heute nach oben getrieben. Brent-Rohöl aus der Nordsee legte um mehr als zwei Prozent auf 91,31 US$ je Barrel zu, so hoch wie seit einer Woche nicht mehr. Meiner Meinung nach zeigt das, wie empfindlich der Energiemarkt auf geopolitische Eskalationen reagiert.
Spritpreise auf hohem Niveau
Auch an den deutschen Zapfsäulen macht sich die Lage bemerkbar. Super E10 kostete am Sonntag im bundesweiten Schnitt 2,153 € pro Liter, das sind lediglich 5 Cent unter dem Rekordhoch von 2,203 € aus dem März 2022. Diesel lag mit 2,202 € je Liter ebenfalls weit oben, wenngleich der bisherige Höchstwert von 2,446 € aus dem April 2026 noch nicht wieder erreicht wurde. Teuer bleibt es so oder so.
Verhandlungen werden schwieriger
Das Handelshaus Pepperstone bringt es auf den Punkt. Eine Verhandlungslösung für ein Ende des Iran-Kriegs werde durch die jüngsten Angriffe weiter erschwert. Gleichzeitig hält sich der Preisauftrieb am Ölmarkt bisher in Grenzen. Die Experten schreiben, es gebe derzeit wenig Neigung, den Rohölpreis signifikant nach oben zu treiben. Erstmals seit Ende Juli haben US-Streitkräfte wieder iranische Ziele angegriffen, konkret zwei Raketenabschussrampen nahe der Straße von Hormus. Der Iran antwortete prompt mit Vergeltungsschlägen auf US-Militärstützpunkte.
Brent-Öl: Von 120 US$ auf 70 US$ und wieder zurück
Im Frühling hatte der Iran-Krieg Brent-Rohöl zeitweise auf über 120 US$ je Barrel katapultiert. Im Frühsommer sackten die Notierungen bei Hoffnung auf ein Kriegsende bis auf 70 US$ ab, doch seither geht es wieder aufwärts, weil eine Lösung weiter in weiter Ferne liegt.
Was bedeutet das für die Börse
Für Energiewerte könnte die anhaltende Eskalation kurzfristig Rückenwind bedeuten, allen voran für Öl-Multis wie Shell oder TotalEnergies. Je länger der Konflikt schwele und je mehr die Straße von Hormus als neuralgischer Punkt ins Spiel gerate, desto nervöser würden die Märkte wohl reagieren. Für Anleger mit bestehenden Positionen im Energiesektor könnte die aktuelle Lage eine Halteposition rechtfertigen. Wer neu einsteigen möchte, sollte die weitere Entwicklung der Verhandlungen genau im Blick behalten, denn ein überraschender Waffenstillstand würde die Preise schnell wieder unter Druck bringen.
Quelle: dpa-AFX
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