Inflation springt auf 2,9 %: So belasten Energiepreise Ihr Budget
Deutschland hat im August wieder ein Inflationsproblem, das sich hartnäckig hält. Die Jahresrate lag bei 2,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Damit blieb die Teuerung knapp unter der Drei-Prozent-Marke, genau wie schon im April. Analysten hatten im Schnitt mit exakt 3,0 Prozent gerechnet. Zuletzt höher war die Inflation im Dezember 2023 mit 3,7 Prozent.
Energie treibt alles
Der Grund dafür ist bekannt: Kraftstoff und Heizöl. Fürs Tanken und Heizen zahlten Verbraucher im August 10,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Nahrungsmittel dagegen verteuerten sich nur um 0,1 Prozent, deutlich weniger als in den Vormonaten, wo jeweils 0,4 Prozent zu Buche standen. Der Iran-Konflikt schwelt weiter und blockiert faktisch die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Meerengen für den internationalen Energiehandel. Das drückt auf die Spritpreise. Der ADAC sieht 2026 als möglicherweise teuerstes Tankjahr überhaupt.
Im Vergleich zum Juli zogen die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent an. Die Kerninflation, also ohne Energie und Nahrungsmittel, verharrte bei 2,4 Prozent. Ökonom Michael Herzum von Union Investment geht davon aus, dass der Inflationsgipfel erreicht ist, warnt aber: Der Rückgang werde zäh, weil höhere Kosten weiter in Teilen des Warenkorbs steckten.
EZB unter Druck
Weil auch die Euroraum-Inflation im Juli auf 2,9 Prozent stieg, erwarten viele Volkswirte eine weitere Leitzinserhöhung der EZB bei ihrer Sitzung am 10. September. Der Einlagenzins liegt derzeit bei 2,25 Prozent. EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel sprach sich jüngst klar für höhere Zinsen aus, weil beim aktuellen Niveau eine Rückkehr zur Zielmarke von 2,0 Prozent mittelfristig unwahrscheinlich sei.
Was das für Aktien bedeuten könnte
Steigende Zinsen belasten Wachstumsaktien stärker als Substanzwerte, denn höhere Kapitalkosten drücken auf Bewertungen. Energie- und Rohstoffaktien könnten hingegen vom anhaltend hohen Ölpreis profitieren. Für den deutschen Markt, also den DAX, dürfte eine weitere EZB-Zinserhöhung im September zusätzlichen Gegenwind bedeuten, vor allem für zinssensitive Sektoren wie Immobilien oder Technologie. Anleger täten gut daran, die EZB-Sitzung am 10. September genau im Blick zu behalten.
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