+++ Sommer-Angebot zum Start des Tech Crypto Club: Jetzt 9 Wochen unverbindlich testen! +++
stock.adobe.com/improvee_design

Hensoldt-Aktie: Aufträge verdoppelt, aber Kurs bricht trotzdem ein

Rüstungskonzern unter Druck
Redaktion | Börse

Hensoldt liefert starke Halbjahreszahlen, und trotzdem gibt die Aktie nach. Das klingt zunächst widersprüchlich, ist aber charttechnisch erklärbar.

Der Rüstungselektronikkonzern aus Taufkirchen hat seinen Auftragseingang in den ersten sechs Monaten auf 2,8 Milliarden € verdoppelt. Firmenchef Oliver Dörre sprach davon, dass sich die politischen Entscheidungen für höhere Verteidigungsausgaben nun im Auftragsbuch konkretisierten. Der Gesamtbestand an Bestellungen liegt inzwischen bei einem Rekordwert von 10,4 Milliarden €. Der Umsatz stieg um 23,6 Prozent auf 1,17 Milliarden €, das bereinigte Ebitda kletterte um 28,5 Prozent auf 137 Millionen €, die Marge verbesserte sich auf 11,8 nach 11,3 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Kurs im freien Fall trotz Rekordauftragsbuch

Am Freitag verlor die Aktie in den ersten Handelsminuten rund sechs Prozent, zuletzt stand noch ein Minus von 3,1 Prozent auf 81,38 € zu Buche. Das ist charttechnisch brisant, denn damit rutscht das Papier in Richtung der 21-Tage-Linie, die als kurzfristige Unterstützung gilt. Immerhin hatte sich die Aktie zuvor von rund 64 € auf bis zu 86 € erholen können, nachdem sie im Juni im Zuge einer breiten Sektorschwäche deutlich zurückgefallen war. Diese Erholung ist jetzt erst einmal beendet.

Die Aktie liegt trotz des Anstiegs von fast elf Prozent im laufenden Jahr noch immer rund ein Drittel unter dem Rekordhoch von knapp 118 €, das im Herbst des vergangenen Jahres erreicht wurde. Zum Vergleich: Der Emissionspreis im Herbst 2020 lag bei gerade einmal 12 €.

JPMorgan sieht woanders mehr Potenzial

JPMorgan-Analyst David Perry bezeichnete Hensoldt als das am höchsten bewertete Rüstungsunternehmen in seinem Analyseuniversum. Das Produktportfolio hält er für hervorragend, bei deutschen Rüstungswerten sieht er aber mehr Aufwärtspotenzial andernorts. Die Halbjahreszahlen selbst lieferten aus seiner Sicht keine Überraschungen. Hensoldt ist derzeit mit etwas mehr als neun Milliarden € bewertet. Großaktionäre sind der Bund und der italienische Konzern Leonardo, die jeweils etwas mehr als 25 Prozent halten.

An den Jahreszielen hält das Unternehmen fest. Der Umsatz soll rund 2,75 Milliarden € erreichen, die bereinigte operative Marge dürfte zwischen 18,5 und 19 Prozent liegen, da sich Auslieferungen und Abnahmen stark auf das zweite Halbjahr und vor allem das vierte Quartal konzentrieren.

Was bedeutet das für die Aktie

Das Zahlenwerk ist solide, das Auftragsbuch so gut wie nie. Dennoch könnte die hohe Bewertung kurz- bis mittelfristig als Deckel wirken. Meiner Überzeugung nach dürfte die 21-Tage-Linie nun darüber entscheiden, ob die Aktie erneut in Richtung 64 € abrutscht oder die Basis für einen neuen Anlauf hält. Für einen Wiedereinstieg wäre ein stabiler Boden über dieser Marke abzuwarten, denn Hensoldt ist ein solides Unternehmen in einem strukturellen Wachstumsmarkt, die aktuelle Bewertung lässt aber wenig Spielraum für Enttäuschungen.

Quelle: dpa-AFX

Hensoldt kaufen, halten oder verkaufen? Unsere zehnköpfige Redaktion berichtet regelmäßig über Hensoldt und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.

Hensoldt weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »