Deutz hat den jüngsten Kursanstieg genutzt, um frisches Kapital zu holen. Der Motorenbauer platziert gut 15 Millionen neue Aktien zu je 11,70 €, was den Kurs im Tradegate-Handel um etwas mehr als drei Prozent auf 11,83 € gedrückt hat.
Kapitalerhöhung nach starkem Lauf
Die Aktie hatte erst am vergangenen Mittwoch ein Mehrjahreshoch von 13,35 € markiert, zeitweise sogar die 13-Euro-Marke überschritten. Das war das höchste Niveau seit 1998. Zum Xetra-Schluss am Montag notierte der Kurs bereits wieder bei 12,29 €. Jetzt folgt der nächste Schritt nach unten.
FFG-Übernahme als Hintergrund
Für Marktkenner war die Kapitalerhöhung absehbar. Das Management hatte sowohl den Anstieg der Verschuldung durch die Übernahme des Rüstungs- und Spezialfahrzeugherstellers FFG als auch eine mögliche Kapitalerhöhung im Umfang von zehn Prozent bereits angekündigt. Die FFG-Übernahme ist seit Anfang Juli bekannt und kam gut an, weil sie Deutz erstmals ernsthaft in den Rüstungsbereich bringt. In der Spitze legte die Aktie seither mehr als die Hälfte zu.
Was das für die Aktie bedeutet
Der Verwässerungseffekt ist durch die neuen Aktien kurzfristig ein klarer Belastungsfaktor. Der Ausgabepreis von 11,70 € liegt spürbar unter dem zuletzt erreichten Niveau, was Gewinnmitnahmen geradezu einlädt. Mittelfristig könnte die gestärkte Bilanz aber die Basis für weiteres Wachstum im Rüstungsgeschäft legen. Ich sehe die Aktie vorerst unter Druck, solange der Markt den Verwässerungseffekt vollständig einpreist. Wer bereits investiert ist, sollte die Entwicklung genau beobachten.
Quelle: dpa-AFX
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