Der Dax kommt nach seinem Rekordhoch von 26.573 Punkten einfach nicht zur Ruhe. Seit dem vergangenen Mittwoch gab es keine neuen Höchststände, aber nennenswerte Gewinnmitnahmen blieben ebenfalls aus. Heute signalisiert der Broker IG rund eine Stunde vor dem Börsenstart ein Minus von 0,4 Prozent auf 26.239 Punkte.
Steigende Renditen belasten den Markt
Die Vorgaben aus den USA und Asien sind schlicht mau. Besonders der japanische Nikkei 225 gab nach seiner jüngsten Erholung wieder deutlicher nach. Dort warten Anleger seit Juni auf frische Rekorde. Dazu kommen steigende Ölpreise und kletternde Anleiherenditen, die den Markt belasten. Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners hat darauf hingewiesen, dass die Renditen 10- und 30-jähriger Bundesanleihen auf neue 15-Jahres-Hochs gestiegen sind. Ähnliches gilt für Frankreich und die USA. Das verteuert die Refinanzierung von Staaten und Unternehmen gleichermaßen. Der Preis für die Öl-Sorte Brent stieg erneut deutlich über 90 US$ je Barrel, was Inflationssorgen anfacht. Eine baldige Lösung im Nahostkonflikt ist nach einem gemeldeten Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus nicht in Sicht.
Hugo Boss, Einhell und Analystenurteile im Fokus
Auf Unternehmensseite ist es nach dem Ende der Berichtssaison ruhig. Aus dem MDax meldet Hugo Boss, dass die Frasers Group ihren Anteil auf knapp unter 48 Prozent erhöhen konnte. Das freiwillige Übernahmeangebot der britischen Gruppe lief am 13. August aus. Vorbörslich auf Tradegate zeigte das Boss-Papier keine Reaktion. Einhell aus dem SDax veröffentlichte detaillierte Halbjahreszahlen und bestätigte seinen Umsatzausblick fürs Gesamtjahr, das Papier zeigt sich auf Tradegate schwach.
Bei den Analystenurteilen fällt auf: Exane BNP Paribas hat das Kursziel für Lanxess von 15 auf 12 € gesenkt und die Aktie von "Neutral" auf "Underperform" abgestuft. Auf Tradegate gab das Papier des Spezialchemieunternehmens um 2,7 Prozent nach. Besser sieht es für Sixt aus. Berenberg-Analystin Yasmin Steilen hob das Kursziel von 83 auf 91 € an und stufte auf "Buy" hoch, weil sie ein starkes Sommer-Reisegeschäft in Europa erwartet. Barclays-Analyst Jonathon Unwin hat das Kursziel für Schott Pharma von 16 auf 27 € angehoben und die Einstufung auf "Overweight" erhöht. Nach drei Jahren sinkender Gewinnerwartungen sieht er eine Trendwende, getrieben durch neu verhandelte Verträge und Wachstum im Bereich Primärverpackungen.
Einschätzung zur Börsenlage
Die Kombination aus steigenden Ölpreisen, Anleiherenditen auf 15-Jahres-Hochs und einem ungelösten Nahostkonflikt dürfte den Dax weiter unter Druck halten. Kurzfristig wäre weiteres Korrekturpotenzial unter die 26.239-Punkte-Marke durchaus denkbar. Einzeltitel wie Sixt oder Schott Pharma könnten sich durch positive Analystenurteile als relative Stärke im schwachen Marktumfeld erweisen.
Quelle: dpa-AFX
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