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Bab al-Mandab: Droht hier der nächste Schifffahrts-Engpass?

Konflikt im Roten Meer
Redaktion | Wirtschaft

Rund um die Arabische Halbinsel zeichnet sich eine neue Dimension der Gefährdung für den globalen Seehandel ab. Zwei der wichtigsten Meerengen der Welt geraten gleichzeitig unter Druck, und der Datenanbieter Kpler spricht heute von einem wachsenden Risiko eines "doppelten Engpasses". Das Vertrauen für den Schiffsbetrieb in beiden Passagen sei "unter Druck".

Dramatischer Einbruch im Schiffsverkehr

Am Dienstag brach der Verkehr in der Straße von Hormus um 31 Prozent ein, verglichen mit dem Vortag. Im Bab al-Mandab, also dem sogenannten "Tor der Tränen" vor der jemenitischen Küste, fiel der Rückgang mit 34 Prozent sogar noch deutlicher aus. Im Golf von Aden, der direkt in diese Meerenge mündet, kehrten laut Kpler mindestens vier Schiffe nach jüngsten Drohungen der Huthi-Miliz um. Der Datenanbieter Windward zählte fünf Schiffe, die ihren Kurs änderten und die Zone fortan als "Risikozone" einstufen. Einige Kapitäne setzten ihre Fahrt trotz der Drohungen fort.

Wer dem Bab al-Mandab ausweichen will, zahlt dafür einen hohen Preis. Der Umweg über das Kap der Guten Hoffnung vor Südafrika kostet laut Windward rund 2 Millionen US$ pro Fahrt mehr. Der Bab al-Mandab ist dabei keine Nebenroute. Durch ihn verläuft der zentrale Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa, und gerade bei Ölexporten Saudi-Arabiens hatte die Meerenge zuletzt als Ausweichoption für die Straße von Hormus stark an Bedeutung gewonnen.

EU-Marine warnt Handelsschiffe

Der EU-Marineeinsatzverband Aspides empfiehlt Handelsschiffen mit Verbindungen zu israelischen, US-amerikanischen oder saudischen Interessen, die Durchfahrt durch das Rote Meer und den Golf von Aden möglichst zu meiden, solange sich die Bedrohungslage nicht verbessert. Schiffe, die dennoch passieren müssen, sollten erhöhte Wachsamkeit zeigen und eng mit dem Maritime Security Centre - Indian Ocean (MSCIO) koordinieren, so eine Aspides-Mitteilung vom Mittwoch. EUNAVFOR Aspides bleibe dem Schutz der Schifffahrtsfreiheit verpflichtet und biete Überwachung sowie Nahschutz im Roten Meer, im Bab al-Mandab und im Golf von Aden an.

Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz hat offiziell eine "Blockade" für die saudi-arabische Schifffahrt ausgerufen und gibt an, bereits sechs Schiffe zur Umkehr gezwungen zu haben. Seit 2023 haben die Angriffe der Miliz den Welthandel im Roten Meer massiv beeinträchtigt.

Was das für Reederei-Aktien bedeuten könnte

Sollte sich der "doppelte Engpass" verschärfen, wären vor allem Reederei-Aktien wie Hapag-Lloyd oder Maersk im Fokus. Steigende Umwegkosten könnten die Frachtraten kurzfristig nach oben treiben, mittelfristig aber die Nachfrage und die Planbarkeit für Reeder beeinträchtigen. Ölaktien aus der Region wären ebenfalls betroffen, wenn Exportrouten für saudi-arabisches Öl zunehmend unsicherer werden.

Quelle: dpa-AFX

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