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ASML-Aktie: KI-Boom katapultiert Chipausrüster an Eurostoxx-Spitze

Halbleiter auf Rekordkurs

Der Chipausrüster ASML hat mit seinen Quartalszahlen und dem angehobenen Ausblick für 2026 die Erwartungen vieler Analysten klar übertroffen. Kurz nach Handelsbeginn schoss die ASML-Aktie in Amsterdam auf bis zu 1.678 € nach oben, zuletzt stand sie mit einem Plus von 5,7 Prozent bei 1.644,40 € als Spitzenreiter im EuroStoxx 50.

Starkes Quartal, mutige Prognose

Im zweiten Quartal steigerte ASML seinen Umsatz auf gut 9,3 Mrd. €, nach knapp 8,8 Mrd. € im ersten Quartal. Analysten hatten lediglich eine geringe Steigerung erwartet. Die Bruttomarge kletterte von 53 auf 54 Prozent, auch das lag über den Prognosen. Unterm Strich blieben gut 2,9 Mrd. € übrig, nach knapp 2,8 Mrd. € im Vorquartal. Branchenexperte Simon Coles von Barclays zeigte sich begeistert und betonte, dass ASML mit einem starken Quartal die eigenen Ziele übertroffen habe. Zudem dürfte der Auftragseingang für EUV-Lithografiesysteme im ersten Halbjahr ein Rekordniveau erreicht haben.

Ausblick zum zweiten Mal angehoben

Konzernchef Christophe Fouquet hob am Mittwoch die Umsatzprognose für 2026 zum zweiten Mal in diesem Jahr an. Erst im April hatte er die Zielspanne auf 36 bis 40 Mrd. € erhöht. Jetzt peilt ASML 43 bis 45 Mrd. € an, bei einer Bruttomarge von 54 bis 56 Prozent. Für das laufende dritte Quartal stellt Fouquet einen Umsatz von 11 bis 12 Mrd. € in Aussicht, bei einer Bruttomarge zwischen 55 und 57 Prozent. Der Treiber dahinter ist klar. IT-Riesen wie Microsoft und Alphabet investieren hunderte Mrd. US$ in den Ausbau ihrer Rechenkapazitäten, Nvidia baut seine Produktion aus, und ASML als einziger Hersteller hochentwickelter EUV-Lithografiesysteme sitzt genau an der entscheidenden Stelle der Lieferkette.

Kapazitätsausbau überzeugt nicht alle

Im kommenden Jahr will ASML die Kapazität für Standard-EUV-Anlagen von derzeit 65 Stück um 30 Prozent ausbauen und prüft für 2028 eine weitere Ausweitung um nochmals 30 Prozent. Analyst Janardan Menon von Jefferies zeigte sich davon enttäuscht, am Markt sei zuletzt ein stärkerer Ausbau erwartet worden. JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande hingegen sieht in den Kapazitätsplänen ein Signal, dass die Gewinnerwartungen des Marktes für 2028 sich als viel zu niedrig erweisen könnten.

Meiner Meinung nach bleibt ASML eine der spannendsten Aktien im KI-Infrastruktur-Zyklus. Das Rekordhoch von 1.741 € vom Ende Juni wäre bei weiter steigender KI-Nachfrage durchaus wieder erreichbar. Ob der Kapazitätsausbau am Ende als zu zögerlich oder als genau richtig bewertet wird, dürfte die nächste große Diskussion an den Märkten werden. Solange die Bestellbücher voll bleiben und Fouquet weiter nach oben korrigiert, sollte die Aktie ihren Rückenwind behalten.

Quelle: dpa-AFX

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