Intel-Aktie: Hält sie sich jetzt endlich über 100 US$?
Kommt diese Megakooperation?
Es bahnt sich eine gewaltige Kooperation im Chipsektor an. Medienberichten zufolge spricht der südkoreanische Speicherchipriese SK Hynix mit Intel über den Aufbau einer Produktionsstätte in den USA. Dafür sind verschiedene Optionen denkbar.
SK Hynix könnte einen Teil des in Aufbau befindlichen neuen Fertigungsstandorts von Intel in Ohio für die Produktion von Speicherchips übernehmen. Eine Alternative wäre die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens, gegebenenfalls auch unter Beteiligung großer Cloud-Anbieter, mit einer eigenen Produktionsstätte.
Eine Produktionskooperation von Intel und SK Hynix könnte aber noch an politischen, logistischen und finanziellen Hürden scheitern. Die Speicherchiptechnologien von SK Hynix gelten in der südkoreanischen Heimat des Tech-Konzerns als sensibel. Ein Technologietransfer in die USA könnte demnach an politischen Hürden scheitern.
Erschwerend kommt hinzu, dass der Bau von Intels riesigem Fabrikkomplex in Ohio nicht nach Plan läuft. Aufgrund erheblicher Verzögerungen rechnet der Konzern offenbar frühestens mit einer Fertigstellung im Jahr 2030.
Und nicht zuletzt könnte die Produktion von Speicherchips durch Intel/SK Hynik auch an finanziellen Hürden scheitern. Die Lohnkosten in den USA sind deutlich höher als in Korea. SK Hynix wird deshalb mit spitzem Stift rechnen, ob sich der Aufbau einer Fertigung in den Vereinigten Staaten überhaupt auszahlt.
Für Intel wäre eine Beteiligung von SK Hynix — in welcher Form auch immer — an seinem neuen Industriekomplex in Ohio ein wichtiges Signal. Der Chipgigant will endlich in der Auftragsfertigung zu TSMC aufschließen. Eine Kooperation mit den Koreanern könnte ein wichtiger Baustein zur Erreichung dieses Ziels sein.
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Fortschritte im Foundry Business
Zuletzt meldete Intel große Fortschritte in der Halbleiterfertigung. Berichten zufolge erreicht der Fertigungsprozess Intel 18A bei den Panther Lake-Test-Chips eine Ausbeute von fast 80%. Das gibt dem Foundry-Geschäft spürbaren Rückenwind. Der nächste Hochleistungsknoten (Intel 14A) soll plangemäß im ersten Quartal 2027 in die Serienproduktion starten.
Zudem gab Intel Foundry gemeinsam mit dem Chipmaschinenbauer ASML bekannt, dass der Einsatz der neuesten High-NA EUV-Lithographieanlagen in den eigenen Werken den Übergang in die Hochvolumenfertigung geschafft hat. Bislang wurden über eine Million Wafer über die Systeme verarbeitet.
Dieser Widerstand muss fallen
Die Intel-Aktie pendelte in den letzten Wochen rund um die Kursmarke von 100 US$. Für einen nachhaltigen Ausschwung muss sie mindestens den Widerstand bei 106 US$ knacken. Das könnte diese Woche noch gelingen. Damit wäre der Weg für Kurse um die 120 US$ wieder frei.
Die Bewertung ist unrealistisch
In meiner letzten Analyse der Intel-Aktie habe ich Anlegern dringend ans Herz gelegt, nicht mehr in den US-Chipriesen zu investieren. Damals notierte die Aktie mit 133 US$ fast auf ihrem Allzeithoch. Seitdem ist der Aktienkurs von Intel um fast -30% eingebrochen und immer noch stehe ich zu meiner Verkaufsempfehlung.
Wenn man sich die Bewertung der Intel-Aktie ansieht, kann man meiner Meinung nur zu diesem Schluss kommen. Das Forward-KGV liegt bei 53. Intel wächst in naher Zukunft mit rund 15 bis 20%. Um dieses Kurs-Gewinn-Verhältnis zu rechtfertigen, muss der Konzern seine Margen in den kommenden Quartalen drastisch steigern.Das halte ich für unrealistisch.
Auf Branchenkonferenzen betonte das Intel-Management zwar, dass die Nachfrage nach Kernprozessoren enorm anzieht und das Unternehmen derzeit jedoch nur rund 50% der Kundennachfrage nach CPUs bedienen kann. Der globale Engpass verlagert sich zunehmend von reinen Grafikprozessoren (GPUs) hin zu Server-CPUs. Trotzdem gehe ich nicht davon aus, dass die Marge von Intel aufgrund der hohen Nachfrage nach Server-CPUs durch die Decke geht.
In diesem Sinne: Für all jene, die vom KI-Boom profitieren möchten, ohne unnötige Risiken einzugehen, bietet unser Report „KI-Gewinner 2026“ wertvolle Einblicke und Handlungsempfehlungen.
Ähnlich ist meine Einschätzung bei PC-Prozessoren. Intel bereitet laut Lieferkettenberichten eine Preiserhöhung von rund 10% vor. Dies ist bereits der dritte Preisschritt in Folge, was von Beobachtern als Rückkehr von Preissetzungsmacht gedeutet wird. Aber auch hier werden die Bäume meiner Einschätzung nach nicht in den Himmel wachsen.
ℹ️ Intel in Kürze
- Intel, gegründet 1968 und mit Sitz in Santa Clara in Kalifornien, ist ein US-amerikanischer Technologiekonzern und historisch der weltweit größte Entwickler und Hersteller von Mikroprozessoren.
- Der Konzern besteht aus den zwei Einheiten Products (Design) und Foundry (Auftragsfertigung).
- Intel Products entwickelt Prozessoren für PCs (Core-Serie) und Rechenzentren (Xeon-Prozessoren).
- Intel Foundry produziert Chips auch für Drittkunden, wie beispielsweise Microsoft und Gerüchten zufolge zukünftig auch für Apple.
- Intel ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500 und aktuell ca. 514 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Intel befindet sich zweifellos in einer sehr spannenden Wachstums- und Transformationsphase. Aber die Bewertung der Intel-Aktie lässt meiner Ansicht nach kein großes Upside mehr zu.
Zu viel Optimismus ist bereits in den Kurs eingepreist. Anleger warten besser auf den nächsten Kursrücksetzen, um noch einmal über einen Einstieg nachzudenken.