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Quelle: ChatGPT

Infineon-Aktie: Ist der Abverkauf jetzt endlich vorbei?

Chipwerte drehen hoch
Infineon gehört heute zu den stärksten DAX-Werten und legt zeitweise fast +3% zu. Der Anstieg kommt aus charttechnischer Sicht an einer ziemlich guten Stelle. Rund um 55 € wurde die Aktie zuletzt mehrfach gekauft und dort liegt auch der Point of Control im Volumenprofil. Gleichzeitig sortiert Infineon sein Geschäft weiter um und richtet mehr Kapital auf KI-Rechenzentren aus. Nach dem starken Rücksetzer der vergangenen Monate stellt sich damit langsam die Frage, ob sich hier ein Boden bildet oder ob der heutige Sprung nur eine kurze Gegenbewegung bleibt.

Rund um 55 € greifen die Käufer wieder zu

Seit dem Hoch im Juni hat die Infineon-Aktie ordentlich Federn gelassen. Von mehr als 88 € ging es zeitweise bis in den Bereich um 54 €. In den vergangenen Wochen hat sich dort allerdings eine Zone gebildet, die immer wieder Käufer anzieht. Im Volumenprofil liegt der Point of Control bei rund 55,20 €. Dort wurde im betrachteten Zeitraum besonders viel gehandelt und in diesem Bereich hat sich die Aktie zuletzt mehrfach stabilisiert. Der heutige Anstieg auf mehr als 56 € passt damit gut ins Chartbild.

Nach oben wäre der Bereich um 60 € der nächste größere Test. Dort verlief bereits im Frühjahr eine wichtige Zone und auch im September ist die Aktie dort wieder abgeprallt. Kommt Infineon zurück über diese Marke, würde sich der Rebound deutlich stabiler anfühlen und oberhalb wäre erstmal wieder etwas mehr Platz.

Der Bereich um 55 € bleibt trotzdem wichtig. Fällt die Aktie dort wieder klar durch, wäre die bisherige Stabilisierung schnell wieder vom Tisch. Solange Käufer dort weiter zugreifen, hält sich aber zumindest die Chance auf einen größeren Rebound. Auch das Umfeld hilft heute etwas mit. Während der europäische Gesamtmarkt schwächer läuft, legen Technologiewerte zu. Reuters nennt unter anderem Infineon und Aixtron als Treiber des Sektors.

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Infineon-Aktie

Infineon-Aktie

Infineon räumt das Portfolio auf und setzt stärker auf KI

Parallel zum Kurs passiert beim Unternehmen einiges. Erst diese Woche hat Infineon den Verkauf seines NOR-Flash- und F-RAM-Geschäfts an Winbond angekündigt. Der Kaufpreis liegt bei 1,12 Milliarden US$, abgeschlossen werden soll die Transaktion voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2027. Infineon will das frei werdende Kapital stärker auf Bereiche konzentrieren, bei denen man langfristig mehr Wachstum sieht. Und da steht KI inzwischen ziemlich weit oben.

Im dritten Geschäftsquartal erzielte Infineon mit 4,172 Milliarden € einen Rekordumsatz. Für das vierte Quartal erwartet der Konzern rund 4,7 Milliarden €, also noch einmal gut 13% mehr. Das Geschäft mit Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren bezeichnet Infineon selbst als wichtigsten Wachstumstreiber. Dazu ziehen auch die Bestellungen aus dem Autogeschäft wieder an.

Infineon versucht sich dabei nicht als direkter Konkurrent zu Nvidia oder AMD zu positionieren. Der Konzern verdient an einer anderen Stelle der KI-Infrastruktur. Je leistungsfähiger die neuen Beschleuniger werden, desto mehr Strom müssen Rechenzentren möglichst effizient an diese Chips bringen. Dafür liefert Infineon unter anderem Leistungshalbleiter und Stromversorgungslösungen.

Anfang September stellte der Konzern neue Power-Stages vor, die speziell für die hohen Leistungsanforderungen künftiger KI-Beschleuniger gedacht sind. Im August kam außerdem die Übernahme von C2i Semiconductors dazu, wodurch Infineon sein Know-how beim Energiemanagement von KI-Rechenzentren erweitert.

Bei den Analysten gehen die Meinungen weit auseinander

Nach dem Kursrutsch sehen einige Häuser inzwischen wieder ordentlich Luft. Berenberg bleibt bei „Buy“ und einem Kursziel von 100 €. Bernstein liegt mit 102 € sogar noch etwas höher, während Warburg 84 € sieht.

Ganz einig ist sich die Wall Street aber nicht. UBS bleibt bei „Neutral“ und sieht Infineon bei 64 €. Morgan Stanley hat die Aktie zuletzt ebenfalls auf Neutral abgestuft und sieht beim Datencenter-Geschäft kurzfristig weniger zusätzliches Potenzial, als andere Häuser einpreisen.

Damit hängt bei Infineon einiges daran, wie stark das KI-Geschäft in den nächsten Quartalen tatsächlich weiterwächst. Die letzten Zahlen waren stark, gleichzeitig hat die Aktie im ersten Halbjahr bereits einen großen Teil dieser Fantasie vorweggenommen und anschließend kräftig korrigiert.

ℹ️ Infineon Technologies AG in Kürze

  • Infineon (WKN: 623100) gehört zu den führenden internationalen Herstellern von Halbleitern. Die Schwerpunkte dabei liegen bei der Energieeffizienz, der Mobilität sowie der Sicherheit. Die Chips von Infineon finden sich in fast allen Geräten des modernen Lebens.
  • Hauptsitz des Unternehmens ist in Neubiberg bei München, daneben unterhält der Konzern weltweit Niederlassungen.
  • Infineon notiert in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50 und ist aktuell ca. 71,58 Milliarden € wert.

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Fazit

Nach dem Rückgang von fast 90 € bis in den mittleren 50er-Bereich sieht die Aktie inzwischen deutlich günstiger aus als noch im Sommer. Rund um den Point of Control kommen wieder Käufer rein und heute gehört Infineon sogar zu den stärkeren DAX-Werten. Für einen größeren Rebound müsste der Kurs allerdings noch über die Zone um 60 € kommen. Fundamental liefert vor allem das KI-Geschäft weiter Rückenwind, während Infineon mit dem Verkauf des Speichergeschäfts noch stärker auf seine Wachstumsfelder setzt. Bleibt die Unterstützung um 55 € stehen, hat die Aktie zumindest wieder eine Basis, von der aus ein neuer Anlauf starten kann.