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Commerzbank-Aktie: Game over – was ist ratsam?

Annäherung möglich
Die Commerzbank-Aktie konnte das Hoch im Juli bei rund 39 € nicht halten und gab zuletzt wieder etwas nach. Am Freitag notiert sie bei etwa 37,40 €. Gleichzeitig könnte der Übernahmekampf mit der UniCredit in die entscheidende Phase eintreten. Für Anleger stellt sich daher die Frage: Lohnt sich ein Investment in die Aktie noch?

Bundesregierung bereitet Gespräche vor

Die bisherige Haltung der Bundesregierung im Übernahmekampf beginnt sich offenbar zu verändern. Noch vor wenigen Wochen bezeichnete sie den Übernahmeversuch der UniCredit als inakzeptabel und betonte die besondere Bedeutung der Commerzbank als systemrelevantes Institut für Deutschland.

Inzwischen signalisiert Bundeskanzler Friedrich Merz eine grundsätzlich offenere Haltung. Eine Übernahme werde nicht generell abgelehnt. Entscheidend sei vielmehr, dass die bisherigen Aufgaben der Commerzbank erhalten bleiben. Dabei spielt insbesondere die Finanzierung des deutschen Mittelstands eine wichtige Rolle.

Medienberichten zufolge werden im Hintergrund bereits Eckpunkte für mögliche Gespräche mit der italienischen Großbank vorbereitet. Dies deutet darauf hin, dass sich die politische Haltung gegenüber einer Übernahme zumindest teilweise verändert.

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Commerzbank signalisiert Gesprächsbereitschaft

Auch die Commerzbank hat stets betont, grundsätzlich zu Gesprächen bereit zu sein. Voraussetzung sei allerdings ein überzeugendes Konzept, das die Interessen von Kunden, Mitarbeitern und Aktionären berücksichtigt.

Aufsichtsratschef Jens Weidmann forderte UniCredit zuletzt ausdrücklich zu direkten Gesprächen mit dem Commerzbank-Management auf. Dabei verwies er darauf, dass die Mehrheitsverhältnisse auf der nächsten Hauptversammlung inzwischen klarer seien.

Weidmann erklärte:

Jetzt geht es darum, in konstruktiven Gesprächen wichtige Eckpunkte für Mitarbeiter, Aktionäre und die Kunden der Bank festzulegen.

UniCredit-Chef Andrea Orcel scheint dagegen weiterhin stärker auf Gespräche mit der Bundesregierung und dem Betriebsrat zu setzen und weniger auf direkte Verhandlungen mit dem Vorstand der Commerzbank.

UniCredit signalisiert Zugeständnisse

Ohne Zugeständnisse an die Bundesregierung dürfte eine Übernahme kaum durchsetzbar sein. Zu den wichtigen Punkten gehören die Eigenständigkeit der Commerzbank, die Sicherung der Mittelstandsfinanzierung sowie die Interessen der Beschäftigten.

Andrea Orcel, CEO der UniCredit, deutete inzwischen an, dass die staatliche Beteiligung von rund 12 % bestehen bleiben könnte. Ein Herauskaufen des Bundes sei demnach nicht erforderlich. Auch umfangreiche Filialschließungen im Privatkundengeschäft seien nicht vorgesehen. Einen größeren Stellenabbau soll es ebenfalls nicht geben, wobei insbesondere auf den Führungsebenen Veränderungen möglich sind.

Über eine mögliche spätere Fusion mit der HypoVereinsbank, der deutschen Tochtergesellschaft von UniCredit, soll dagegen erst nach mehreren Jahren entschieden werden. Damit könnte zunächst eine eigenständige Commerzbank mit Hauptsitz in Frankfurt bestehen bleiben.

Bewertung

Die von UniCredit in Aussicht gestellten Zugeständnisse könnten es der Bundesregierung erleichtern, einer Übernahme zuzustimmen. Sollte der Bund seine Beteiligung behalten und Frankfurt weiterhin Hauptsitz der Commerzbank bleiben, wären wichtige politische Voraussetzungen erfüllt.

Damit wäre der Weg zu einer Transaktion grundsätzlich weiter offen. Allerdings dürften direkte Gespräche zwischen UniCredit und dem Commerzbank-Management unvermeidlich sein. Gerade bei Fragen zu Strategie, Führung und Mitarbeiterinteressen dürfte es noch erheblichen Gesprächsbedarf geben.

Ein deutlich höheres Übernahmeangebot erscheint unter diesen Voraussetzungen weniger wahrscheinlich. UniCredit könnte versuchen, die Übernahme vor allem über strategische und politische Zugeständnisse durchzusetzen, anstatt den Angebotspreis nochmals deutlich zu erhöhen.

ℹ️ Commerzbank in Kürze

  • Die Commerzbank (WKN: CBK100) ist eine Universalbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Gemessen an der Bilanzsumme ist sie das viertgrößte Geldhaus Deutschlands.
  • Das Bankinstitut betreut rund elf Millionen Privat- und Firmenkunden in Deutschland und Europa und besitzt mit rund 400 Filialen eines der dichtesten Filialnetze aller deutschen Privatbanken.
  • Die Aktie ist im DAX gelistet, an der Börse ist die Commerzbank derzeit aktuell mit 42,2 Milliarden € bewertet.

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Fazit

Eine Übernahme scheint immer wahrscheinlicher zu werden. Insbesondere wenn die Verhandlungen mit dem Bund erfolgreich verlaufen. Im besten Fall bleibt die Commerzbank vorerst selbständig und die Aktien weiterhin handelbar.

Für bestehende Aktionäre erscheint daher ein Halten sinnvoll. Ein Neueinstieg ist dagegen weniger attraktiv, da das verbleibende Kurspotenzial begrenzt und ein deutlich höheres Übernahmeangebot derzeit eher unwahrscheinlich ist.

Ein Scheitern der Gespräche könnte zum Rückzug der UniCredit führen. Als Folge ist dann ein Kursrückgang möglich.

Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.