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Canva/SpaceManKris, Getty Images

Cameco-Aktie: Diese Milliarden-Chance wird gerade unterschätzt

Atomkraft im Aufwind
Die letzten Quartalszahlen von Cameco konnten nicht wirklich überzeugen. Gewinn und EBITDA gingen deutlich zurück und auch die Erwartungen wurden verfehlt. Trotzdem bleibt die Aktie für viele Anleger spannend. Denn hinter Cameco steckt inzwischen deutlich mehr als nur die Wette auf einen steigenden Uranpreis.

Zahlen fallen deutlich schwächer aus

Im zweiten Quartal kam Cameco auf einen Umsatz von rund 814 Millionen Kanadischen Dollar. Damit lagen die Erlöse rund 7% unter dem Vorjahreswert. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von gerade einmal 25 Millionen Kanadischen Dollar übrig. Ein Jahr zuvor waren es noch 321 Millionen. Auch bereinigt sah es schwächer aus. Der bereinigte Gewinn sank auf 77 Millionen Kanadische Dollar, das bereinigte EBITDA von 673 auf 391 Millionen Kanadische Dollar. Beim bereinigten Gewinn je Aktie wurden zudem die Erwartungen der Analysten verfehlt.

Der Rückgang sieht auf den ersten Blick ziemlich heftig aus. Ein großer Teil davon hängt allerdings mit Westinghouse zusammen. Im Vorjahresquartal hatte ein Projekt zum Bau von zwei Reaktoren im tschechischen Dukovany für einen außergewöhnlich hohen Beitrag gesorgt. Dieser Effekt fehlte diesmal. Camecos Anteil am bereinigten EBITDA von Westinghouse fiel entsprechend von 352 auf 163 Millionen Kanadische Dollar. Dazu kamen niedrigere Absatzmengen im Uran- und Brennstoffgeschäft sowie höhere Stückkosten.

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Beim Uran bleibt Cameco auf Kurs

Operativ gibt es aber auch gute Nachrichten. Die Produktion in der wichtigen Cigar-Lake-Mine läuft seit Mitte Juli wieder, nachdem sie vorübergehend unterbrochen werden musste. Die Prognose für 2026 wurde anschließend bestätigt. Cameco rechnet dort weiterhin mit einer Produktion von 17,5 bis 18 Millionen Pfund U3O8.

Auch beim Joint Venture Inkai sieht es gut aus. Für das Gesamtjahr werden dort weiterhin 10,4 Millionen Pfund Uran auf 100%-Basis erwartet. Noch wichtiger für die langfristige Geschichte ist aber die Nachfrage. Cameco setzt stark auf langfristige Lieferverträge mit Energieversorgern und profitiert damit vom Comeback der Kernenergie. Viele Länder planen neue Reaktoren oder wollen bestehende Anlagen länger laufen lassen.

Dazu kommt der enorme Strombedarf von KI-Rechenzentren. Rund um die Uhr verfügbare Energie wird dadurch immer wichtiger und hier bekommt Kernenergie wieder deutlich mehr Aufmerksamkeit. Weltweit befinden sich derzeit rund 70 Reaktoren im Bau, weitere 115 sind geplant.

Westinghouse könnte zum nächsten großen Thema werden

Bei Cameco sollte man außerdem nicht nur auf das Urangeschäft schauen. Der Konzern hält gemeinsam mit Brookfield eine große Beteiligung an Westinghouse und dort könnte sich einiges tun. Westinghouse hat Ende Juli vertraulich Unterlagen für einen möglichen Börsengang eingereicht. Noch steht weder fest, wann ein IPO tatsächlich stattfinden könnte, noch zu welcher Bewertung. Für Cameco könnte ein Börsengang aber spannend werden, weil dadurch erstmals wieder ein klarerer Marktwert für die Beteiligung entstehen würde.

Gleichzeitig hat Westinghouse große Pläne mit seinem AP1000-Reaktor. Das Unternehmen sieht langfristig die Möglichkeit, weltweit bis zu 91 AP1000-Reaktoren zu bauen. Cameco würde damit nicht nur über Uran vom Ausbau der Kernenergie profitieren, sondern über Westinghouse auch direkt am Bau und Service neuer Reaktoren hängen.

Das unterscheidet Cameco inzwischen von einer klassischen Uran-Aktie. Das Unternehmen verdient entlang mehrerer Teile der nuklearen Wertschöpfungskette und bekommt dadurch gleich mehrere Möglichkeiten, vom weltweiten Ausbau der Kernenergie zu profitieren.

Analysten sehen noch Potenzial

Auch an der Wall Street bleibt die langfristige Geschichte gefragt. Scotiabank hatte sein Kursziel für die US-Aktie zuletzt auf 175 US$ angehoben und die Einstufung „Outperform“ bestätigt. Als Grund nennt das Haus unter anderem den immer stärkeren politischen Rückenwind für Kernenergie. Die hohen Erwartungen sind allerdings auch ein Risiko. Cameco ist längst keine günstige Uran-Wette mehr. Viel vom erwarteten Wachstum rund um Uran, neue Reaktoren und Westinghouse steckt bereits in der Bewertung. Die nächsten Quartale müssen deshalb zeigen, dass das operative Geschäft mit der Entwicklung der Aktie mithalten kann.

ℹ️ Cameco in Kürze

  • Cameco (WKN: 882017) ist ein kanadischer Uranproduzent mit Sitz in Saskatoon und zählt zu den größten Anbietern weltweit.
  • Schätzungen zufolge betreibt der kanadische Konzern knapp über 18% der weltweiten Abbaukapazitäten.
  • Das Unternehmen fördert Uran in Kanada, den USA und Kasachstan und ist zusätzlich über die Beteiligung an Westinghouse im Nuklear-Technologiesektor aktiv.
  • Cameco ist an den Börsen in New York und Toronto gelistet und wird aktuell mit rund 43,13 Milliarden US$ bewertet.

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Fazit

Die letzten Zahlen von Cameco waren auf den ersten Blick schwach. Vor allem der deutlich niedrigere Beitrag von Westinghouse drückte den Gewinn. An der langfristigen Story hat sich aber wenig geändert: Die Nachfrage nach Kernenergie wächst, Cameco bleibt bei seiner Uranproduktion auf Kurs und mit einem möglichen Westinghouse-IPO kommt noch ein weiterer Punkt dazu. Deshalb bleibt die Aktie trotz der schwächeren Zahlen eine der spannendsten Wetten auf den weltweiten Atom-Boom.