BYD-Aktie: Geht's jetzt erst richtig los?
Weltweiter Absatz wächst weiter
Chinas E-Autoprimus schreibt seine Erfolgsgeschichte fort. Wie BYD am Samstag mitteilte, wurden im Juli zum dritten Mal in Folge weltweit mehr Fahrzeuge verkauft. Um genau zu sein, waren es vergangenen Monat insgesamt 419.211, eine Steigerung zum Vorjahr um satte 21,8%.
Während es am chinesischen Absatzmarkt bekanntlich weiter schwierig bleibt, schreitet die internationale Expansion der Chinesen scheinbar unaufhaltsam voran. Allein die Auslandsverschiffungen von Pkw und Pick-ups schossen im Juli um 124,3% gegenüber dem vergangenen Jahr auf 179.841 Fahrzeuge in die Höhe.
Zuletzt waren schon in Europa hervorragende Zahlen präsentiert worden, denn im ersten Halbjahr wurden hier 174.144 BYD-Fahrzeuge neu zugelassen, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 145,5% (wir berichteten).
Kleiner Hinweis: Bleibe mit unserem kostenlosen SD Insider Newsletter immer über die aktuellsten Börsen-Chancen informiert.
Weitere neue Modelle
Und die Chinesen denken überhaupt nicht daran, die Hände in den Schoß zu legen. Wie vor wenigen Tagen bekannt wurde, drängt BYD jetzt stärker auf den japanischen Markt, wo man seit 2023 eher mit mäßigem Erfolg aktiv ist. Dort soll der E-Mini-Wagen Racco an die Kunden gebracht werden. Erstaunlich und vermutlich besonders verlockend ist insbesondere dessen Preis: BYD veranschlagt für die Einstiegsversion rund 12.200 US$, umgerechnet also etwa 10.500 €, nach Steuern und staatlichen Subventionen.
Parallel steht die Präsentation der neuen Oberklasse-Limousine Da Han in den Startlöchern. Ende August soll dieses Fahrzeug auf der Chengdu Auto Show vorgestellt werden.
Schwache Finanzergebnisse
Bei aller Euphorie sollten Anleger jedoch nicht außer Acht lassen, dass die Finanzergebnisse des Konzerns mit den operativen Erfolgen noch nicht Schritt halten können. Im Gegenteil.
Im Geschäftsjahr 2025 stand ein Gewinnrückgang um 19% auf 32,6 Milliarden Yuan zu Buche. Besonders alarmierend: Die Bruttomarge sank auf 17,7%. BYD verdient also immer weniger Geld an jedem einzelnen Fahrzeug, befindet sich damit allerdings in schlechter Gesellschaft zur restlichen Autohersteller-Welt. Die Rabattschlachten auf den Absatzmärkten, insbesondere auf dem chinesischen, wirken hier nachhaltig negativ.
Gutes Chartbild
Wie mein Kollege Christian Kämmerer bereits am Freitag in diesem Artikel umfänglich analysiert hat, zeigt sich die BYD-Aktie auch charttechnisch in einer guten Verfassung. Als Nächstes rückt nun der Widerstand bei 10,73 € in den Vordergrund. Sollte diese Hürde nachhaltig überwunden werden, gäbe es eine Widerstandszone von 12,24 bis 12,44 €.
Sollte der jüngsten Erholungsbewegung nun allerdings die Luft ausgehen, würde zunächst die Unterstützung bei 9,80 € in den Blickpunkt rücken und darunter könnten womöglich Kursregionen bis zu 8,56 € angesteuert werden, das würde allerdings starken Verkaufsdruck voraussetzen, der sich fundamental kaum begründen ließe.
ℹ️ BYD in Kürze
- BYD („Build your dreams“) (WKN: A0M4W9) ist ein chinesischer Mischkonzern, der vor allem im Bereich der Herstellung von Akkumulatoren und Automobilen tätig ist.
- Der im chinesischen Shenzhen ansässige Konzern stieg 2023 zum weltgrößten Hersteller von Elektroautos auf.
- Mit einer Marktkapitalisierung von rund 816 Milliarden HK$ (105 Milliarden €) zählt BYD zu den wertvollsten Konzernen Chinas.
BYD kaufen, halten oder verkaufen? Unsere zehnköpfige Redaktion berichtet regelmäßig über BYD und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.
BYD weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »
Fazit
Für mich ist die BYD-Aktie derzeit ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sind die operativen Entwicklungen unverkennbar und sehr positiv. Andererseits schlägt sich das aber noch nicht in den Geschäftszahlen nieder.
Ob man sie also ausgerechnet jetzt kaufen sollte, wo die Aktie schon eine sehr starke Kurserholung hinter sich hat, wage ich zu bezweifeln. Mit einem KGV von 18,7 ist sie nun nicht mehr besonders günstig.
Wer sie noch nicht im Depot hat, sollte also besser bei einer Korrektur einsteigen, die alsbald kommen dürfte. Und wer bereits Anteilseigner ist, könnte in meinen Augen durchaus (kleine) Gewinnmitnahmen in Erwägung ziehen.
Ein Tipp: Wer sich von Tech-Titel höhere Erfolgschancen verspricht und einen fundierten Überblick über die Gewinner des KI-Booms erhalten möchte, findet in unserem exklusiven Report „KI-Gewinner 2026“ eine ausgewogene Analyse der Top-Performer und aufstrebenden Stars.