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Alibaba-Aktie vor Zahlen: Qwen, Apple und ein günstiger Kurs?

Große Werte versteckt
Redaktion
Die Alibaba-Aktie hat sich zuletzt deutlich erholt und seit der vergangenen Einschätzung um fast 20 Prozent zugelegt. Mit den nun am 20. August erwarteten Quartalszahlen entscheidet sich, ob das starke KI- und Cloud-Geschäft die hohen Investitionen und geopolitischen Risiken zunehmend kompensieren kann.

Ein Blick auf die vergangenen Quartale zeigt, dass Anleger nicht selbstverständlich mit einem positiven Ergebnis rechnen sollten. In sieben der letzten zwölf Quartale verfehlte Alibaba die Erwartungen der Analysten.

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Analysten erwarten schnelleres Wachstum

Der Analystenkonsens für das Juni-Quartal liegt beim Umsatz bei 39,80 Milliarden US-Dollar. Das entspräche einem Wachstum von 14,58 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit einer Beschleunigung gegenüber dem Plus von 11 Prozent im März-Quartal.

Vor allem Alibaba Cloud und das KI-Geschäft dürften erneut zu den wichtigsten Wachstumstreibern gehören. Gleichzeitig bleibt die schwache Konsumnachfrage in China ein Belastungsfaktor.

Beim Gewinn je Aktie liegt der Konsens derzeit bei 1,59 US-Dollar. Das würde einem Rückgang von 23,14 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen. Die laufenden Investitionen dürften die Profitabilität kurzfristig weiter belasten, könnten sich langfristig aber auszahlen.

Apple könnte Qwen zusätzlichen Auftrieb geben

Eine wichtige Wachstumschance bietet die mögliche Zusammenarbeit mit Apple. Da bestimmte US-amerikanische KI-Modelle in China nicht verfügbar sind, benötigt Apple lokale Partner für seine KI-Funktionen.

Berichten zufolge soll Apple Intelligence auf KI-Technologie von Alibaba und Baidu zurückgreifen. Zudem arbeiten Apple und Alibaba offenbar an einem speziell für China entwickelten KI-Modell.

Sollte die Kooperation umgesetzt werden, könnte Alibaba dadurch einen erheblichen zusätzlichen Verbreitungsschub erhalten. Apple-Geräte sind in China weiterhin stark vertreten, sodass die Integration von Alibaba-Technologie die Reichweite von Qwen deutlich erhöhen könnte.

Alibaba Cloud bleibt ein zentraler Treiber

Auch Alibaba Cloud dürfte erneut stark abgeschnitten haben. Laut Frost & Sullivan verfügte die Sparte zuletzt über einen Anteil von 40,1 Prozent am chinesischen Full-Stack-KI-Cloud-Markt.

Zusätzlichen Rückenwind liefert die Zusammenarbeit mit dem KI-Unternehmen Moonshot, dem Alibaba Berichten zufolge Zugang zu rund 20.000 Nvidia-Chips verschafft.

Damit baut Alibaba seine Cloud-Infrastruktur zunehmend zu einer wichtigen Grundlage für das chinesische KI-Ökosystem aus.

Qwen gewinnt international an Bedeutung

Bei den eigenen KI-Modellen macht Alibaba ebenfalls große Fortschritte. Mit Qwen 3.8 Max präsentierte das Unternehmen zuletzt ein Modell, das sich laut eigener Einschätzung mit den weltweit führenden Systemen messen kann.

Die internationale Verbreitung nimmt ebenfalls stark zu. Berichten zufolge hat Qwen inzwischen mehr als drei Milliarden Downloads erreicht. Mit weiteren Modellen für Laptops und andere Anwendungen versucht Alibaba, seine KI-Technologie über den chinesischen Markt hinaus zu etablieren.

Umsatzbeteiligung eröffnet neue Ertragschancen

Alibaba arbeitet zudem an einem neuen Modell zur Monetarisierung von Qwen. Große Nutzer der kommenden Open-Source-Version sollen demnach einen Teil der mit der Technologie erzielten Umsätze an Alibaba abführen.

Sollte Qwen seine starke Marktposition behaupten, könnte dieses Modell eine wichtige neue Einnahmequelle schaffen. Gleichzeitig würde Alibaba stärker von der wirtschaftlichen Nutzung seiner KI-Technologie profitieren.

US-Regierung als größtes Risiko

Das größte externe Risiko bleibt die US-Politik. Nach Berichten über mögliche Versuche, KI-Fähigkeiten amerikanischer Modelle abzuleiten, könnten neue Beschränkungen gegen chinesische KI-Anbieter folgen.

Die US-Regierung hat bislang keine Sanktionen gegen Alibaba verhängt. Das Risiko bleibt jedoch bestehen, insbesondere falls Washington zu dem Schluss kommt, dass chinesische KI-Modelle auf unzulässiger Nutzung amerikanischer Technologie beruhen.

EU-Gebühr könnte AliExpress belasten

Auch die europäische Handelspolitik stellt ein zusätzliches Risiko dar. Die EU hat eine Gebühr von drei Euro auf besonders günstige Importe beschlossen.

Für AliExpress könnte dies die Wettbewerbsfähigkeit sehr günstiger Produkte beeinträchtigen. Damit droht zusätzlicher Druck auf das Konsumgeschäft, das bereits unter der schwachen Nachfrage leidet.

Bewertung bleibt attraktiv

Trotz der jüngsten Erholung erscheint die Alibaba-Aktie weiterhin vergleichsweise günstig bewertet. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis ist zwar auf rund 19 gestiegen, liegt aber weiterhin deutlich unter früheren Höchstständen.

Besonders interessant ist die Bewertung mit Blick auf die langfristigen KI-Chancen. Alibaba wird derzeit mit lediglich 10-11 Mal den für 2029 erwarteten Gewinnen gehandelt. Damit scheint ein erheblicher Teil der regulatorischen und geopolitischen Risiken bereits berücksichtigt.

ℹ️ Alibaba in Kürze

  • Die Alibaba Gruppe mit Sitz in Hangzhou ist einer der größten E-Commerce-Konzerne Chinas.
  • Das 1999 gegründete Unternehmen hat sich in den letzten Jahren zu einer riesigen Firmengruppe mit zahlreichen Tochterunternehmen entwickelt.
  • Kerngeschäft von Alibaba sind die Online-Marktplätze Alibaba, AliExpress, Taobao und Tmall. Darüber hinaus bietet der Konzern Cloud-Services, Logistik- und Finanzdienstleistungen an.
  • Die Alibaba Gruppe hat eine Marktkapitalisierung von ca. 299 Milliarden US$.

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Redaktion

Fazit

Das Juni-Quartal könnte kurzfristig erneut unter hohen Investitionen leiden, während die langfristigen Perspektiven zunehmend vom KI-Geschäft geprägt werden. Angesichts der Fortschritte bei Qwen, der Cloud-Dynamik und möglicher neuer Erlösmodelle erscheint die Alibaba-Aktie trotz der Risiken weiterhin attraktiv.

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